Kinokritik: "Alles steht Kopf"

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Im Kontrollzentrum ist die Hölle los.

Das menschliche Gemüt wird durch Emotionen wie Angst, Freude, Ekel, Kummer und Wut bestimmt und geprägt. Der neue Disney-Pixar Animationsfilm „Alles steht Kopf“, im Original treffender mit dem Titel „Inside Out“ beschrieben, wirft einen Blick in den menschlichen Verstand und zeigt, was wirklich in einem Kopf so alles vor sich gehen kann.

Inhalt 

Einst war Riley ein fröhliches und ausgelassenes Kind, das in Minnesota viele Freunde hatte und mit Hingabe Eishockey spielte. Im Kontrollzentrum in ihrem Verstand gaben sich die fünf Emotionen EKEL, FREUDE, ANGST, KUMMER und WUT stets größte Mühe, um Rileys Gemüt in Balance zu halten. 

Doch als Riley mit ihren Eltern nach San Francisco umzieht, weil ihr Vater dort einen neuen Job angenommen hat, gerät ihr Leben aus den Fugen. Und auch in ihrem Verstand herrscht Hochbetrieb. Riley kann sich weder mit der neuen Stadt, der ungemütlichen Wohnung noch mit der fremden Schule anfreunden. 

Als sie zudem schreckliches Heimweh erleidet, müssen ihre Emotionen Überstunden machen. Während FREUDE noch versucht, die Laune mit einem spontanen Hockeyspiel zu heben, versinkt KUMMER bereits im Selbstmitleid. Als sie zu allem Überfluss zusammen mit FREUDE und ein paar Kernerinnerungen in einen abgelegenen Bereich von Rileys Verstand gespült wird, bricht in der Kontrollzentrum das Chaos aus. 

EKEL, WUT und ANGST sind plötzlich auf sich alleine gestellt. Sie versuchen das Bestmögliche, während KUMMER und FREUDE den Weg zurück ins Kontrollzentrum suchen. Glücklicherweise treffen sie Rileys imaginären Freund Bing Bong, der ihnen den Weg durch das Langzeitgedächtnis, das Fantasieland, das abstrakte Denken und die Traum Studios weist. 

Rezension 

Inspiriert durch seine Tochter Ellie, wirft Regisseur Pete Docter („Monster AG“) mit seinem fröhlich-bunten Animationsfilm „Alles steht Kopf“ einen Blick in den Verstand eines Kindes. Gelenkt von fünf phantastisch realisierten Emotionen wird Rileys Persönlichkeit aus einem bisher ungeahnten Blickwinkel betrachtet. Die einzigartigen Emotionen arbeiten Hand-in-Hand, um Rileys Gemüt in Balance zu halten. 

Als sie ungewollt aus ihrem Umfeld gerissen wird und sich ihre Laune zusehends verschlechtert, sind alle Emotionen überfordert. Doch gemeinsam finden sie einen Weg, um Riley wieder glücklich zu machen. Zusammen mit Riley durchlebt der Zuschauer ein Wechselbad der Gefühle. 

Traurige Momente und lustige Szenen werden im Wechsel gezeigt und präsentieren viele Ereignisse, die dem Zuschauer nicht allzu fern sind. Docter entführt die Zuschauer in eine bisher unbekannte Welt der Emotionen und zeigt, was passiert, wenn KUMMER, EKEL, WUT, ANGST und FREUDE ein Eigenleben führen. 

Im Fokus steht der Prozess des Erwachsenwerdens, der von Sorgen und Nöten bestimmt wird. Dank der Zusammenarbeit der Filmemacher mit Wissenschaftlern, Neurologen und Psychologen ist „Alles steht Kopf“ nicht nur lustig, sondern hilft auch gerade den jungen Zuschauern Gedanken-Prozesse und emotionale Veränderungen zu verstehen. 

Nebenbei werden die Unterschiede zwischen Mann und Frau humorvoll reflektiert. Das aus verschiedenen Reaktionen resultierende Missverständnis zwischen den Geschlechtern wird witzig in Szene gesetzt und schafft Assoziationen zum Alltag. 

Die Reduktion der rund 21 bis 27 Emotionen auf fünf Kernemotionen gelingt spielend. Nicht zuletzt, weil jede der fünf stilisierten Emotionen dank ihres einzigartigen Comic-Looks und Verhaltens, durch Character Supervisor Sajan Skaria und sein Team, zu einem kleinen Highlight wird. 

In der deutschen Synchronisation leihen unter anderem die Komiker Hans-Joachim Heist und Olaf Schubert den Emotionen ihre Stimme, während Bettina Zimmermann und Kai Wiesinger Rileys besorgten Eltern Leben einhauchen. Um die emotionale Geschichte zu untermalen, komponierte Michael Gicchino, einen packenden Soundtrack. 

„Alles steht Kopf“ ist ein zauberhaft und sehr intelligent inszenierter Animationsfilm für die ganze Familie. Diesen Film sollte man sich nicht entgehen lassen. Und auf keinem Fall den Abspann verpassen!

von Sandy Kolbuch

Fakten zum Film:

Originaltitel: Inside Out 

Land: USA 2015 

FSK: 0 

Regisseur: Pete Docter 

Sprecher: Kai Wiesinger, Bettina Zimmermann, Katja von Garnier, Olaf Schubert, Dietmar Bär, Hans-Joachim Heist u.a.

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