Marktoberdorfer Bauausschuss spricht sich für Erhalt von Lobachbrücke aus

Erst Geh- und Fahrtrecht klären

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Der Bauausschuss bei der Besichtigung der Lobachbrücke. Im Vordergrund links Dr. Andrea Weinhart, daneben Doris Rößle (beide FW), dahinter Fritz Weixler.

Marktoberdorf/Leuterschach – Ob die Lobachbrücke bei Leuterschach noch einmal ein Hochwasser überstehen könnte, ist fraglich. Auf der anderen Seite ist das Bauwerk jedoch bei Fußgängern recht beliebt, und so haben die Leuterschacher rund 260 Unterschriften für dessen Erhalt gesammelt. Nun soll der Bauausschuss entscheiden.

260 Unterschriften für den Erhalt der Lobachbrücke am Schlegelmühlweg seien in Leuterschach zusammengekommen, erklärte am Montagabend Anlieger Fritz Weixler den Stadträten des Marktoberdorfer Bauausschusses. Besonders von Sportlern und Schulkindern werde sie gerne genutzt, denn sie bietet einen zusätzlichen Übergang über die Lobach, abseits der Straßenbrücke in der Mühlobststraße. Derzeit ist sie nur noch für Fußgänger passierbar und ob die 1922 gebaute Brücke, angesichts ihres desolaten Zustandes, dem nächsten Hochwasser standhält ist mehr als fraglich, zumal die sogenannten „Brückenwiderlager“ unterspült und schwer beschädigt sind. 

Zuletzt hatte sich der Stadtrat 2007 mit der Brücke befasst und damals beschlossen, die Brücke mit minimalem Aufwand für Radfahrer und Fußgänger offen zu halten. Nach dem diesjährigen Frühjahrshochwasser hat sich nun der Zustand deutlich verschlechtert, so dass die Gefahr besteht, dass die Brücke bei der nächsten Flut in die Lobach fällt und dann einen gefährlichen Rückstau verursacht. 

Bei einem Ortstermin am vergangenen Montag konnten sich die Mitglieder des Bauausschusses vor Ort von dem dringend bestehenden Handlungsbedarf überzeugen. Bei der anschließenden Sitzung ging es dann darum, die weitere Vorgehensweise festzulegen, wobei die Optionen vom Abriss bis hin zur Errichtung einer 16-Tonnen-Brücke reichten. Die finanzielle Spannweite erstreckte sich dabei, so hat Thomas Geiger vom Ingenieurbüro IGS grob geschätzt, von 11.000 Euro bis hin zu 195.000 Euro – netto gerechnet. 

Der Marktoberdorfer Stadtbaumeister Peter Münsch gab zusätzlich zu bedenken, dass eine neue Brücke, mit Rücksicht auf das so genannte hundertjährige Hochwasser, mindestens einen Meter höher gebaut werden müsste, was natürlich zusätzliche Kosten verursachen würde. Generell handele es sich bei den genannten Werten nur um Schätzungen, die leicht um 15 bis 20 Prozent übertroffen werden könnten. 

Neben der Finanzfrage gibt es jedoch weiteren Klärungsbedarf, den Bürgermeister Werner Himmer schon bei der Besichtigung vor Ort in den Raum gestellt hatte. Die Zuwegung zur Brücke von Südosten ist zum großen Teil in privater Hand, was natürlich die Frage nach einem öffentlichen Geh- und Fahrtrecht aufwirft. Diese Option hatte Weixler in Aussicht gestellt, ohne sich aber konkret zu den hiermit verbundenen Erwartungen der beiden Eigentümer zu äußern. Wie Klara Knestel (Grüne) bei der Sitzung bemerkte, werde es das Geh- und Fahrtrecht wohl aller Wahrscheinlichkeit nach für eine reine Fußgängerbrücke nicht geben. Insgesamt allerdings tendierten die Ausschussmitglieder zum Neubau einer Fuß- und Radbrücke, zumal es, so beispielsweise Franz Barnsteiner (FW), in rund 300 Metern Entfernung eine Straßenbrücke gibt, wenn auch mit Höhenbeschränkung. 

Mit dem Auftrag an die Verwaltung, die Realisierbarkeit einer Fuß- und Radbrücke, bei gesichertem Wegerecht zu prüfen, fand dieser Tagesordnungspunkt ein einvernehmliches Ende. von Klaus Bauer

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