Kinokritik: "Die Unfassbaren 2"

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Die „Vier Reiter“ (v. li.) Jack Wilder (Dave Franco), J. Daniel Atlas (Jesse Eisenberg), Merritt McKinney (Woody Harrelson) und Lula (Lizzy Caplan) haben einen spektakulären Plan.

Im Jahr 2013 begeisterte Louis Leterrier mit seinem magischen Thriller „Die Unfassbaren – Now You See Me”, der weltweit über 350 Millionen Dollar einspielte. Mit spektakulären Effekten, faszinierenden Tricks und eleganten Kamerafahrten bescherte der Filmemacher dem Kinopublikum mit seiner illusionären Meistershow intensivste Kinounterhaltung. Nun kehren die „Vier Reiter” auf die Kinoleinwand zurück, um ihren zweiten Coup zu landen.

Inhalt

Ein Jahr ist vergangen, seit die Unfassbaren das FBI überlistet und ihrem Publikum während einer Live-Show zu einem unverhofften Geldsegen verholfen haben. Seither sind die „Vier Reiter“ untergetaucht und warten auf die nächste Aufgabe vom „Magischen Auge“, dem Geheimbund der Magier. Währenddessen fristet ihr Erzfeind Thaddeus Bradley (Morgan Freeman) sein Dasein im Gefängnis, nachdem ihm das Quartett den Bankraub in die Schuhe schieben konnte.

Um ihren Ruf wieder herzustellen und ganz nebenbei die Machenschaften des skrupellosen Hightech- Tycoons Owen Case (Ben Lamb) zu enthüllen, kommen die Illusionisten wieder zusammen. Mit Hilfe von FBI-Agent Dylan Rhodes (Mark Ruffalo) gelingen Daniel Atlas (Jesse Eisenberg), Merritt McKinney (Woody Harrelson), Jack Wilder (Dave Franco) und ihrem Neuzugang Lula (Lizzy Caplan) ein sagenhafter Auftritt. Als Dylan bei seiner geheimen Mission selbst ins Visier des FBI gerät, muss auch er flüchten. Walter Mabry (Daniel Radcliffe) will den Magiern helfen, ihren Ruf wieder herzustellen, wenn sie sich auf eine wagemutige Mission einlassen. Derweil gelingt Thaddeus Bradley, der alles daran setzt, um die Pläne der Magier zu durchkreuzen, die Flucht aus der Haftstrafe.

Rezension

Die Darsteller des ersten Films kehren gemeinsam auf die Kino­leinwand zurück und begeistern erneut in einem rasanten Abenteuer, in dem nicht nur Realität und Illusionen verschmelzen, sondern auch die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Die Illusionen der vier Magier stehen im Fokus der Geschichte. Kartentricks, unglaubliche Entfesslungskünste und Hypnosenummern entführen das Kinopublikum auch in der Fortsetzung in eine Welt der Magie, die fasziniert, verzaubert und vor allem unterhält. Die magischen Tricks werden dabei immer wieder enthüllt und durch neue ergänzt, wodurch dem Wunsch des Publikums nach Faszination entsprochen und gleichzeitig die Neugier befriedigt wird.

Regisseur Jon M. Chu verleiht der Fortsetzung dank seiner versierten Kenntnisse im Bereich der Inszenierung schneller Bewegungen ein hochmodernes Design. Die innovative Magie des Films findet dadurch direkt den Weg auf die Kinoleinwand und vermittelt dem Kinobesucher das Gefühl, er würde einer Live-Show beiwohnen. Die Tricks der „Vier Reiter“ sind noch spektakulärer, als im ersten Film. Obwohl von Beginn an klar ist, dass es sich lediglich um Täuschungen und keine wahre Magie handelt, ertappt man sich selbst dabei, wie man sich in den Illusionen verliert. Schon alleine die Bewegungen der Darsteller, die einer Choreografie nahe kommen, bieten interessante Facetten.

Um die Handlung vom ersten Film abzugrenzen, entschied sich der Filmemacher dazu, die „Vier Reiter“ diesmal selbst in eine Falle tappen zu lassen. Während sie das Mysterium des magischen Geheimbunds zu entschlüsseln versuchen, werden dem Zuschauer tiefe Einblicke in die spektakulären Tricks gewährt. Ed Solomon, der bereits das Drehbuch für den ersten Teil schrieb, inszeniert nun einen rasanten Handlungswechsel, der sowohl die Perspektive der Magier, als auch die der Kontrahenten einnimmt. Die rasante und action­reiche Handlung wird durch schnelle Schnitte, sowie Wechsel der Handlungsorte begünstigt. Hinzu kommen pointierte Dialoge, die dem optisch gelungenen Film einen amüsanten Erzählton verleihen und ihm so zu einem Unterhaltungserlebnis werden lassen.

Der Film vereint dadurch gleich mehrere Genres miteinander: Angesiedelt zwischen Thriller, Actionfilm und Komödie, wird jedem Kinobesucher etwas geboten. Mit dem Stamm-Cast um Jesse Eisenberg („The Social Network“),Woody Harrelson („Die Tribute von Panem – The Hunger Games“), Dave Franco („Warm Bodies“), Mark Ruffalo („Marvel‘s The Avengers“), Morgan Freeman („The Dark Knight“) und Michael Caine („Inception“) wird erneut ein spannender Plot gesponnen. Die Neuzugänge Daniel Radcliffe („Harry Potter“) und Lizzy Caplan (TV-Serie „Masters of Sex“) verleihen dem mystischen Thriller sowohl eine Portion Humor, als auch eine diabolische Unternote. „Die Unfassbaren 2“ ist eine kurzweilige und humorvolle Fortsetzung, die sich auf spektakuläre Tricks fokussiert. Dank Thriller-Elementen und einigen rasanten Actionmomenten ist der Film nicht zur für Liebhaber von Illusionen ein empfehlenswerter Tipp für den Kinobesuch in lauen Sommernächten.

von Sandy Kolbuch

Zum Film:

Originaltitel: Now You See Me: The Second Act

Land: USA 2016

FSK: 12

Regisseur: Jon M. Chu

Darsteller: Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Mark Ruffalo, Dave Franco, Lizzy Caplan, Daniel Radcliffe, Morgan Freeman, Michael Caine u.a.

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