Der Mais braucht jetzt Wärme

Zu einer alljährlichen Flurbegehung hatte die Geschäftsstelle Kaufbeuren des Bayerischen Bauernverbandes Kreisverband Ostallgäu eingeladen, um die Bestandsentwicklung der Ernte zu betrachten und Erfahrungen untereinander auszutauschen. Bei einer Besichtigung auf den Feldern des Betriebes Josef Amberger in Buchloe wurde „vor Ort“ die aktuelle Situation erläutert.

Kreisobmann Josef Nadler aus Dösingen konnte neben Kreisbäuerin Gabi Paulsteiner aus Rückholz und Geschäftsführer der Geschäftsstelle Kaufbeuren Thomas Kölbl den Pflanzenbauberater Franz Wöhrle vom Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern e. V. sowie Landwirte und Bäuerinnen aus dem Ostallgäu begrüßen. Die Fahrt auf die Felder unter der fachlichen Führung von Wöhrle fand unter „äußerst feuchten Bedingungen“ statt, bei denen vom bevorstehenden Sommeranfang nichts zu spüren war. Somit war auch ein Thema, ob die nicht unerheblichen Regenfälle der letzten Wochen einen negativen Einfluss auf die Ernte 2010 erwarten lassen. Von der Tatsache abgesehen, dass gerade Pfingsten die Schönwetterlage Sonntagsarbeit erforderte, lässt sich dies pauschal jedoch nicht beantworten. Während die Wintergerste normalerweise „der Krankheit davon wächst“, ist dieses Jahr durch die nicht bekämpfbaren sogenannten „Blattflecken“ mit einer etwas reduzierten Ertragslage zu rechnen. Allerdings könnte ein baldiger Temperaturanstieg die Defizite in Grenzen halten. Generell wurde festgestellt, dass für Korn die Nässe derzeit noch nicht kritisch ist. Anders gestaltet sich die Problematik beim Mais. Nach einer Faustregel sollte er am 7. Juli eines Jahres etwa 77 Zentimeter Höhe haben. Bei momentan etwa 30 Zentimeter braucht er bald Wärme, um den Rückstand auszugleichen. Doch in der Natur gilt wie beim Menschen: Extreme Schwankungen sind eher schädlich und die Grundlage für Krankheiten! Ein Problem für die Landwirte ist der Preisverfall bei der Sommergerste, die aufgrund ihres niedrigen Eiweißgehaltes für die Bierherstellung produziert wird. Hier werden häufig ausländische Konkurrenz-Erzeugnisse mit unbekannten Anbauverfahren als Druckmittel für niedrige Preise benutzt. Hinzu kommt, dass der Anteil der Verkaufserlöse der Landwirtschaft in den letzten fünfzig Jahren um etwa 30‑40 Prozent gefallen ist. Anders ausgedrückt: Von einem Euro, den Verbraucher für Nahrungsmittel ausgeben, erhält die Landwirtschaft heute nur noch 22,6 Cent. Doch Klagen will man nicht. Der Landwirt als „geborener“ Natur- und Umweltschützer mit Verantwortung für Natur, Umwelt und Wasser, möchte nur das, was eigentlich selbstverständlich erscheint: Dem Verbraucher ein qualitativ hochwertiges Erzeugnis für einen fairen Preis anbieten können! Daher brauchen sich beide: Landwirt und Verbraucher! Wer das „Wappentier des Allgäus“ in dessen eigenem Lebensraum auf eine andere Art erleben will, hat dazu in mehreren landwirtschaftlichen Betrieben im Allgäu vom 15. bis 18. Juli Gelegenheit. Der promovierte Literaturwissenschaftler Florian Werner aus Berlin liest im Rahmen einer Dichterlesung im Kuhstall aus seinem Buch „Die Kuh“ (man sitzt garantiert sicher und schmutzfrei!). Er erzählt auf liebevolle Art Kultur- und Kuriositätengeschichten über das geheimnisvolle Rind. Nähere Informationen dazu bei der Geschäftsstelle Kaufbeuren des Bayerischen Bauernverbandes unter der Telefonnummer 0 8341/909363-0.

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