Kreistadt bei Urlaubern immer beliebter

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Mehr Urlauber denn je besuchten 2015 Marktoberdorf und seine Wahrzeichen – hier die Stadtpfarrkirche St. Martin.

Marktoberdorf – Steigende Urlauberzahlen bescheren der Stadt eine positive Tourismusbilanz 2015 und den Stadträten zufriedene Gesichter. Marktoberdorf werde immer beliebter, freute sich auch Sarah Michna, Leiterin des Touristikbüros, die dem Stadtentwicklungsausschuss einen Rückblick in die touristischen Aktivitäten des vergangenen Jahrs präsentierte. Zum ersten Mal konnte 2015 die Marke von 80.000 Übernachtungen in Marktoberdorf überschritten werden.

Erfreulich sei dabei, dass immer mehr Urlaubsgäste in der Kreisstadt verweilen. Deren Zahl ist von rund 14.500 (2014) auf knapp 25.000 Urlauber gestiegen. Die Zahl der Geschäftsreisenden dagegen sei leicht gefallen und pendelte sich bei gut 12.000 Personen ein. 

Infolgedessen habe sich allerdings die Aufenthaltsdauer der Gäste etwas verkürzt, wie Michna erklärte, da Geschäftsreisende, beispielsweise Monteure, beruflich bedingt oftmals länger in Marktoberdorf blieben. Urlauber hingegen zögen teilweise bereits nach einer Nacht weiter. Dieser Trend sei bei Etappenwanderern, Radfahrern und asiatischen Reisenden zu beobachten. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank daher auf 2,16 Tage. „Unsere Aufgabe ist es nun, attraktive Angebote vor Ort zu schaffen, damit unsere Gäste länger bleiben wollen“, sagte Michna. 

Ihre Bilanz trübe außerdem die Tatsache, dass größere Reisegruppen, wolle man sie nicht auf mehrere Beherbergungsbetriebe aufteilen, an andere Gemeinden mit mehr Kapazität verwiesen werden müssen. Das machte die Leiterin des Touristikbüros auf Nachfrage von Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell klar. „Ja, es gibt größere Anfragen, beispielsweise von Busunternehmen, die wir momentan leider nicht befriedigen können,“ bestätigte Michna. In Zukunft erhofft sich das Stadtoberhaupt, diesem Engpass mit dem geplanten Hotelneubau begegnen zu können. 

Marktoberdorf habe durch das verstärkte Engagement beim Rad- und Wandernetz keine touristische Randlage mehr, betonte Wolfgang Hannig (SPD). „Wir sind ins Zentrum des Ostallgäus gerückt.“ Er lobte die Arbeit des Touristikbüros und sah die Stadt auf einem guten Weg. Sarah Michna hatte vorab die zahlreichen Projekte vorgestellt, in die Marktoberdorf mit eingebunden ist. 

So war Marktoberdorf im vergangenen Jahr Start- und Zielpunkt der Allgäuer Radltour gewesen und konnte sich rund 2000 Zweiradbegeisterten als attraktive Radregion präsentieren. Überzeugt von der Qualität der Allgäuer Radwege vergab der Allgemeine Deutsche Radfahr-Club der sogenannten „Schlosspark­runde“, zu der auch Marktoberdorf gehört, fünf Sterne – eine Auszeichnung, die es bisher nur zwei Mal in Deutschland gibt. Dafür verbesserte auch Marktoberdorf seine Zweirad-Infrastruktur und richtete in Rieder einen Rastplatz und vor dem Rathaus eine E-Bike-Ladestation ein. 

Auch Wanderern böten die Stadt und ihre Umgebung ausgezeichnete Möglichkeiten, wie Michna erklärte. Der „Oscar“ im Tourismus – der erste Preis des bayerischen ADAC-Tourismuspreises – ging in diesem Jahr an die Wandertrilogie Allgäu, an der auch Marktoberdorf beteiligt ist. Hierbei investierte die Stadt nicht nur in Marketingmaßnahmen, sondern auch in Zusatzmöblierungen entlang der Strecke. 

Eine weitere, „sehr erfolgreiche“ Säule der touristischen Aktivitäten seien die Gästeführungen, wie Michna berichtete. Auf Zeitreise mit Waschweib Zenzi, zu kulinarischen Zielen unterwegs oder auf den Spuren von Hexen, Henkern und Halunken wandelten im vergangenen Jahr fast 1000 Personen und damit rund 222 mehr als noch 2014 (ein Plus von 28 Prozent). „Die Gästeführungen laufen hervorragend“, vermeldete daher die Leiterin des Touristikbüros. 

In enger Zusammenarbeit mit dem Touristikverein will die Stadt das Angebot der Stadt- und Spezialführungen im laufenden Jahr noch ausbauen. Auch für diejenigen, die die Stadt alleine kennenlernen wollen, hat die Stadt mit einem digitalen Auftritt bei der App „Gastfreund“ vorgesorgt.

von Angelika Hirschberg

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