Großes Jubiläum

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Glückwünsche aus dem Rathaus: Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell überreicht Angela Ysop (rechts), Leiterin der Vhs Markt­oberdorf, und der Ehrenvorsitzenden Uta Brunnhuber (Mitte) sommerliche Blumensträuße.

Marktoberdorf – Am 16. Juni 1966 öffnete die Volkshochschule Marktoberdorf ihre Tore für alle, die wissensdurstig und neugierig waren und blieben. 50 Jahre später, auf den Tag genau am 16. Juni 2016 blickt die Bildungsstätte im Rahmen eines feierlichen Festaktes in der Musikakademie auf belebte fünf Jahrzehnte zurück. Zahlreiche prominente und wissbegierig gebliebene Gäste folgten dem Festvortrag von Josef Deimer, der 35 Jahre lang dem Bayerischen Volkshochschulverband als Präsident vorstand.

„Die Gedanken sind frei“ sang das Vokalensemble „Animata“ um Hausherr und Akademieleiter Jürgen Schwarz zur Einstimmung auf den ebenso virtuosen Vortrag Josef Deimers. Sein Appell an Gäste und politisch Verantwortliche war ungemein kraftvoll und deutlich. Unsere Befähigung zu lernen, sei Freude und gesellschaftliche Pflicht zugleich. Unser Wissen und Können, so der 80-jährige Deimer, befähige uns nicht nur, unser eigenes Leben zu gestalten, sondern auch Gemeinwohl und Gemeinwesen zu steuern. Hierbei, so referierte Deimer, sei die Erwachsenenbildung unabdingbar, die Volkshochschulen seien Grundsäulen der Kultur- und Bildungspolitik. Und an die Politiker (darunter die Landtagsabgeordneten Angelika Schorer und Dr. Paul Wengert) im Saal appellierte er, die Zuschüsse an die Volkshochschulen nicht als freiwillige Leistungen anzusehen, sondern als unumgängliche Pflicht zur Daseinsfürsorge.

Tatsächlich hat auch die Vhs Marktoberdorf mit ihren Sprach- und Integrationskursen für Flüchtlinge eine gesellschaftliche Pflichtaufgabe übernommen. Alle Redner wiesen auf diese neue Herausforderung hin. Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell überbrachte der Vhs seine Komplimente zum 50. Geburtstag – „eine Dame im besten Alter“ – und lobte die Bildungsstätte als einen Ort, an dem man vor allem praktisches Wissen erlernen könne. Es sei nicht wie im Mathematikunterricht, dem „einzigen Ort auf der Welt, an dem man auf einmal 67 Wassermelonen kaufen wolle“, sagte das Stadtoberhaupt lächelnd.

Lebenslang lernen

Auch Landrätin Maria Rita Zinnecker gratulierte dem „Flaggschiff der Ostallgäuer Volkshochschulen“. Sie betonte die Offenheit und Themenvielfalt – von einem Vortrag über Papst Franziskus bis hin zum Grundkurs „Umgang mit der Motorsäge“ – und unterstrich die Bedeutung der Volkshochschule für das lebenslange Lernen.

Die Glückwünsche galten insbesondere der geballten „Frauenpower“ der Vhs Marktoberdorf, ganz konkret der Ehrenvorsitzenden und langjährigen Leiterin Uta Brunnhuber und der jetzigen Leitung Angela Ysop, die, im Sinne Josef Deimers, an der verantwortungsvollen Gestaltung unserer Lebensräume munter und lebhaft mitwirken.

von Angelika Hirschberg

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