Stimmung wandelt sich

Existenzgründer fassen Fuß

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Das Rauh-Gebäude beheimatet seit Mitte Juli den Laden „VonHand“. Eine von vielen Existenzgründungen, die sich in Marktoberdorf zur Zeit niederlassen.

Marktoberdorf – Seit dem ersten Januar 2016 hat die Stadt Marktoberdorf einen Projektmanager für die Entwicklung der Innenstadt. Und was Philipp Heidrich, aufgewachsen in Sulzschneid und der weiten Welt, in dieser Zeit alles anschieben konnte, ist doch beachtlich.

„Die große Auswahl an verfügbaren Gewerbeobjekten in der Innenstadt schwindet gerade dramatisch“, sagte der Projektmanager im Rahmen eines Vortrags vor den Mitgliedern der Initiative Stadtentwicklung vergangene Woche.

Wer durch Marktoberdorf bummelt, der entdeckt dieser Tage tatsächlich einiges Neues in den einstmals leeren Schaufenstern: So eröffnete jüngst Annette Glas einen Laden für handgefertigte Unikate und Kleinst­serien, „VonHand“ genannt, im Rauh-Gebäude an der Kreuzung gleichen Namens. Eine weitere junge Firma, die das Verfahren des 3D-Drucks für Prototypen aller Art anbietet, hat sich jüngst in der Kemptener Straße niedergelassen. Und auch das Gebäude, in dem ehemals das Fachgeschäft „Tierisch gut“ untergebracht war, hat einen neuen Mieter gefunden: die Dekra. Aller Unkenrufe zum Trotz, werde demnächst auch eine neue Jugendkneipe in der ehemaligen „Perle“ eröffnen, verkündete Heidrich. Ein Treffpunkt, den die Jugend in Marktoberdorf schon lange vermisste.

Die Stimmung wandle sich, konnte Heidrich erfreut feststellen. Marktoberdorf werde nicht mehr schlecht geredet. Auf seine Frage nach den Highlights in der Kreisstadt habe er über die sozialen Netzwerke viele positive Antworten und zahlreiche „Lieblingsorte“ übermittelt bekommen. Die Mitglieder der ISM und Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell hörten diese vorläufige Bilanz gerne. Die Innenstadt­entwicklung in die Hand eines Projektmanagers zu geben, war schon mindestens seit vergangenem Jahr ein Anliegen der ISM. Sie unterstützt die Stelle bei der Stadt mit einem Volumen von 16 Stunden pro Woche finanziell für die Dauer von zwei Jahren.

Bis dahin hat sich Philipp Heidrich noch viel vorgenommen. Im Einklang mit der Stadt will er Marktoberdorfs Weihnachtsmarkt nicht nur zum größten (- das ist er bereits -), sondern auch zum schönsten des Ostallgäus machen. Er forderte seine Zuhörer der ISM außerdem auf, sich grundsätzlich über eine professionelle Standortvermarktung sowie über den möglichen Nutzen eines Gründerzentrums in Markt­oberdorf Gedanken zu machen.

Eine kleine Diskussion löste der zweite Vorsitzende des ISM, Carl Singer, im Nachgang an den Vortrag mit der Frage aus, ob die Ansiedlung eines großen Filialisten (wie C&A, H&M oder Drogeristen wie dm oder Rossmann) im Zentrum überhaupt erstrebenswert wäre. Heidrich betonte, dass der eine oder andere Markt dieser Art der Stadt sehr wohl gut täte. Allerdings seien die Anforderungen, die Filialisten an einen Standort stellten, für Marktoberdorf derzeit noch fast unerfüllbar. Man könne 2000 Quadratmeter und mehr, ebenerdig und mit Parkplätzen, dazu noch zentral gelegen, kaum anbieten. Bürgermeister Hell mahnte am Ende, sich auf die Stärken des Standorts Marktoberdorf und seine kleine, aber feine Einkaufskultur zu besinnen.

von Angelika Hirschberg

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