Kinokritik: "X-Men: Apocalypse" 

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Magneto (Michael Fassbender) als apokalyptischer Reiter eines Gottes.

Ob Mutanten, Superhelden, Marvel oder DC – Science-Fiction-Produktionen gehen langsam aber sicher an die Grenzen der Optik. Für Filmemacher scheint nicht nur alles möglich, in den letzten Jahren mussten sich die Studios auch richtig anstrengen, nachdem sogar Hobby-PC-Bastler die Zuschauer dank modernster Rechner und Speicherkapazitäten verblüffen können. Die physikalischen Gesetzte gelten für Marvel längst nicht mehr. Wie der neue „X-Men“ Titel schon andeutet, soll eine Apocalypse die Welt (wieder einmal) in Schutt und Asche legen.

Nach dem hochgelobten Vorgänger stellte sich jedoch ein ganz anderes Problem: „Es war eine Riesenherausforderung, eine Story zu finden, die „Days of Future Past“ in Sachen Größe und Sujet würde übertreffen können“, sagt Autor und Produzent Simon Kinberg, der schon beim letzten X-Men-Einsatz diese Positionen bekleidet hatte. Seit dem 19. Mai können sich Kino-Besucher selbst ihr Urteil bilden. 

Inhalt

Ein angeblicher Gott erwacht nach seinem 5000 Jahre andauernder Schlaf, der begann, als die Zivilisation sich auf ihrem Höhepunkt befand; sein Schlaf endet just in dem Moment, an dem sie möglicherweise auf ihren Tiefpunkt zusteuert. Der Mutant „Apocalypse“ erwacht im Jahr 1983 in Kairo zum Leben. Er ist vom Verfall des Planeten Erde geschockt und angewidert. Die Autos, der Lärm, die Umweltverschmutzung, all das sind für ihn Zeichen des Verfalls. Die Welt muss seiner Ansicht nach gesäubert werden. Seine Mission: Seine Vorstellung von Evolution sieht vor, die Schwachen auszurotten und die Starken an die Macht zu bringen. 

Wie schon Jahrtausende zuvor, zieht er vier machtvolle Mutanten an seine Seite, die er mit schier unbesiegbaren Kräften ausstattet. Die vier Reiter der Apocalypse (siehe Bibel-Verweis) stehen nicht nur symbolisch für den Weltuntergang. Doch auf der anderen Seite haben Professor Xavier und seine X-Men auch noch ein Wörtchen mitzureden. 

Rezension 

Schon beim Intro des Streifens wird klar: die Abteilung „Effekte“ schöpft aus vollen Mitteln. Gerade in der 3D-Kinoversion wird der Zuschauer in eine Achterbahnfahrt gesteckt, die erst zwei Minuten vor Ende des Films aufhört. Die vier Reiter der Apocalypse machen ihrem Namen alle Ehre und starten nach ihrer Ernennung sofort mit einer gigantischen Zerstörungswut der Superlative. Dafür gibt’s Angesicht der großen Konkurrenz in diesem Genre eine Eins mit Stern. 

Die fast eigenständige Story verhält sich einfach und meist gradlinig, selbst Kinogänger ohne X-Men-Vorwissen steigen da durch. Dennoch ist der Comic-Fan klar im Vorteil und kann sich am Entwicklungsprozess der Figuren im Lauf der ganzen Serie erfreuen. Allen voran zeigt Magneto (großartig: Michael Fassbender) das größte Spektrum an Emotionen – ob liebevoller Familienvater oder gnadenloser Weltenzerstörer – seine Szene in Polen ist der gefühlsbetonteste Moment im Film. 

Zum Lachen ist der neue X-Men nur selten, im Gegenteil – der ganze Look folgt dem düsteren Vorbild seines Titels, lediglich der junge Mutant Quicksilver (Evan Peters) zeigt unter kurios fotografierter Geschwindigkeit seinen persönlichen Geschmack von Komik und hat mit lakonischen Bemerkungen die wenigen Lacher auf seiner Seite. „X-Men Apocalypse“ ist ein Comic-Film durch und durch und für Fans ein absolutes Muss. Kenner des berühmten Comics „Waffe X“ dürfen sich auf eine kleine Überraschung freuen.

von Michael Denks

Zum Film:

Originaltitel: X-Men: Apocalypse 

Land: USA 

FSK: 12 

Regisseur: Bryan Singer 

Darsteller: James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Law­rence, Oscar Isaac, Nicholas Hoult u.a.

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