Erneut schuldenfrei

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Finanzen im Griff: Trotz gestiegener Kosten – nicht nur beim Personal – hat die Gemeinde einen ausgeglichenen Haushalt und gute Rücklagen.

Mauerstetten – „Vielleicht machen wir ja alles richtig“, kommentierte Bürgermeister Armin Holderried den Beginn der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses. Er sprach damit das schwindende Interesse in der Bürgerschaft an der Beratung des Haushalts an, zu der gerade mal ein Interessierter den Weg gefunden hatte.

Für das Jahr 2016 präsentierte die Verwaltungsspitze einen ausgeglichenen Haushalt, der nach seinen Worten „konservativ“ angelegt sei und damit in einzelnen Positionen noch „Luft“ für unerwartet auftauchende Probleme biete. Seit der planmäßigen Rückzahlung letzter Fremdmittel aus einem Darlehen im Frühjahr 2015 ist die Gemeinde auch heuer wieder schuldenfrei.

Beim bisher größten Gesamtumfang von 12,52 Millionen Euro ergibt sich für den Vermögenshaushalt eine Steigerung um knapp acht Prozent, während der Verwaltungshaushalt praktisch die identische Größe hat wie 2015. Holderried erläuterte eingangs, dass die vorgestellten Zahlen aufgrund des bereits fortgeschrittenen Jahres auf gesicherten Daten basierten. Mit 6,64 Millionen Euro stellt der Verwaltungshaushalt den größeren Anteil gegenüber dem mit rund 770.000 Euro geringen Vermögenshaushalt am Gesamtvolumen dar. Die Rücklagen haben sich verringert.

Verwaltungshaushalt

Prägende Faktoren bei den Gesamteinnahmen des Verwaltungshaushalts sind die Gewerbesteuer (3,0 Millionen Euro) und die Einkommensteuer (1,65 Millionen Euro). Die Grundsteuer A und B (333.000 Euro) sowie Gebühren und Entgelte (329.000 Euro) sind weitere Einnahmequellen. Die Einnahmen lagen damit insgesamt auf gleicher Höhe wie im Vorjahr. Ein wesentlicher Baustein auf der Ausgabenseite ist die hohe, aus der Umlagekraft resultierende Kreisumlage mit 1,96 Millionen Euro. „Das tut weh“, sagte Holderried. Die Personalkosten für alle Bereiche summieren sich auf insgesamt knapp 850.000 Euro, die Gewerbesteuerumlage beträgt 690.000 Euro und nach Abzug staatlicher Förderung verbleiben für die kindbezogene Förderung in Kindertagesstätten noch 350.000 Euro als Ausgabe für die Kommune. Die Verwaltungs- und Betriebsausgaben betragen 913.000 Euro und die Verwaltungsumlage für den Zweckverband Wertach-Ost liegt bei 152.000 Euro. Weitere Kosten entstehen durch Abgaben, Umlagen, Zuschussgewährungen und Unterhaltskosten.

Vermögenshaushalt

Ein dicker Batzen unter den Ausgaben mit 642.000 Euro fallen für die bereits fertiggestellte Tennisanlage und die in Planung befindliche Mehrfachsporthalle an. Aber auch für Schule, Straßen, Beleuchtung und Bauhof wurden 200.000 Euro investiert. Auf der Ausgabenseite standen auch der Erwerb von Grundstücken und Anlagen in Höhe von rund zwei Millionen Euro – darunter die ehemalige Gaststätte in der Ortsmitte. Die Einnahmen bestanden unter anderem aus knapp 1,1 Millionen Euro durch die Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt sowie 155.700 Euro an Veräußerungen. Der kompletten Entnahme aus der Allgemeinen Rücklage am Jahresanfang in Höhe von 4,16 Millionen Euro stehen eine Zuführung am Jahresende von 2,82 Millionen Euro gegenüber, die damit als Rücklage verbleiben. Das liegt nicht nur im Mittel der letzten 24 Jahre, sondern hängt auch mit den hohen Einzelinvestitionen im Grunderwerb zusammen. Die Verringerung der Rücklagen bietet dennoch einen guten Grundstock für weitere Investitionen.

Blick in die Zukunft

Am Ende betonte Holderried, man habe „per saldo einen soliden Haushalt“, der aber mit Blick auf die Zukunft auch zeige, dass die Spielräume eingeschränkt und auch Schulden produziert würden. „Wir müssen mit spitzer

Feder rechnen und sehen, was notwendig und was wünschenswert ist“, sagte er abschließend. Der Ausschuss signalisierte seine einstimmige Empfehlung für die Zustimmung im Gemeinderat.

von Wolfgang Becker

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