Asylkoordinatorin für Helferkreis bleibt

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Das Asylbewerberheim am Ortsrand von Mauerstetten kann maximal 54 Flüchtlinge aufnehmen.

Mauerstetten – Um die Weiterführung der bestehenden Stelle einer Asylkoordinatorin ab Januar 2017 ging es in der jüngsten Sitzung des Mauerstettener Gemeinderates. Während die Befürworter eine solche Stelle – darunter Bürgermeister Armin Holderried – für notwendig erachteten, sprachen andere Gemeinderäte vom „Vertätscheln“ und forderten mehr Eigeninitiative der Asylbewerber. Zudem sahen die Gegner der Halbtagsstelle eine Benachteiligung aller in den Vereinen ehrenamtlich Tätigen, die sich unentgeltlich um Jugendliche kümmern und für das Gemeindewohl engagieren würden. Mehrheitlich wurde die zum Jahresende auslaufende Stelle für ein Jahr verlängert.

Die Stelle war im Rahmen der erhöhten Zuschleusungsquote von Asylbewerbern durch den Landkreis eingerichtet worden. Dabei handelt es sich um eine Halbtagsstelle mit wöchentlich 20 Stunden Arbeitszeit, die derzeit von Gemeinderätin Martina Burg wahrgenommen wird. Burg ist auch Mitglied des 2015 gegründeten Asylhelferkreises und hatte die Stelle erst angenommen, nachdem sie mehrere Monate nicht besetzt werden konnte. Jetzt ging es darum, ob die am 31. Dezember dieses Jahres auslaufende Halbtagsstelle mit 20 Stunden pro Woche für ein weiteres Jahr verlängert wird. Die Gemeinde muss gemäß momentan festgelegtem Schlüssel mit bis zu 75 Asylbewerbern rechnen. Burg erwartet dies nach Informationen aus dem Landratsamt bis Mitte 2017.

"Flexibilität gefragt"

Die Asylkoordinatorin erläuterte ihren Gemeinderatskollegen die wesentlichsten Aspekte ihrer Arbeit. Sie hob hervor, dass Flexibilität gefragt sei. „Die Probleme der Menschen kennen keine festen Zeiten“, sagte sie. Man müsse den Menschen eine Hilfestellung gerade in vielen Sozialfragen geben. Wesentlich sei aber auch, dass die vorhandene Funktion nicht nur Ansprechstelle für Asylsuchende sei, sondern auch für Ämter, Schulen, Banken und Ärzte sowie Helfern praktisch eine „Portalfunktion“ mit gebündelten Informationen darstelle, die große Hemmschwellen abbauen und die Integration fördern könne.

Pro und Kontra

Manfred Höbel respektierte zwar die Arbeit von Burg, war jedoch gegen die Beibehaltung der Stelle. „Die werden zu sehr getätschelt“, sagte er, verglich dies mit dem seit Jahren fehlenden Senioren- und Jugendbeauftragten und forderte mehr Eigeninitiative der Asylbewerber. Er sah zudem Gefahren für das Ehrenamt. „Wir verlieren Ehrenamtliche, die nichts bekommen“, so sein Statement. „Ich bin ebenfalls dagegen“, so Peter Niederthanner. „Die Aufgaben können durch ehrenamtlich Tätige wahrgenommen werden und der Rest im Rathaus.“ Martin Vater konnte sich ebenfalls „eine Stelle nicht vorstellen“.

All dies ließ Holderried nicht gelten. Zum einen habe das Ehrenamt im Verein eine andere Intension und sei mit dem erteilten Auftrag nicht vergleichbar. Die zusätzliche Arbeit könne mangels Personal auch nicht geleistet werden. „Die Stelle ist notwendig, es wird alles professionell geregelt“, so die Auffassung des Bürgermeisters, der auch klarstellte, dass für die Gemeinde aufgrund entsprechender Verträge praktisch keine Kosten entstünden. Dies sahen Dr. Wolfgang Völsch und Johanna Harder ähnlich. Völsch positionierte sich klar für die Halbtagsstelle. Er hegte Zweifel, ob alles ehrenamtlich möglich ist und sprach von einer „wichtigen Tätigkeit, die man nicht kleinreden dürfe“. Harder, selbst Mitglied im Helferkreis, sah eine Ansprechperson als notwendig, „bei der alle Fäden zusammenlaufen“. Mit acht gegen fünf Stimmen entschied sich das Gremium am Ende für die Fortführung der Stelle für das Jahr 2017.

Derzeit befinden sich 29 Asylbewerber im Ort, von denen rund die Hälfte anerkannt ist. Die meisten sind dezentral in Wohnungen untergebracht, fünf Personen in dem eigens von der Kommune im Mai eingeweihten Asylbewerberheim am Ortsrand, welches 54 Flüchtlinge aufnehmen kann.

von Wolfgang Becker

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