Mehr Unfälle, weniger Opfer

Obwohl es im vergangenen Jahr häufiger auf den Straßen im Allgäu krachte, mussten die Sanitäter seltener ausrücken: Sowohl die Zahl der bei Unfällen Verletzten als auch der Verkehrstoten ging stark zurück. Foto: Archiv

Obwohl die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr um 485 auf insgesamt 24.089 Unfälle stieg, ging sowohl die Zahl der Verletzten als auch die der Verkehrstoten zurück. Das geht aus dem Unfallbericht des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West hervor. Spezifisch auf das Ostallgäu gesehen, wird dieser Trend weitgehend bestätigt.

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, zu dem die kreisfreien Städte, Kaufbeuren, Kempten, Memmingen sowie die Landkreise Oberallgäu, Ostallgäu, Lindau (Bodensee), Unterallgäu, Neu-Ulm und Günzburg gehören, stieg im Jahr 2010 von 23.604 auf 24.089 Unfälle an. Das war die höchste Gesamtzahl seit mindestens 25 Jahren. Im Bereich der Stadt Kaufbeuren ereigneten sich im zurückliegenden Jahr insgesamt 1011 (2009: 1021) Unfälle, im Landkreis Ostallgäu 3308 (3264). Der Unfallstatistik zufolge sind die Unfallschwerpunkte die späten Nachmittags- bzw. Abendstunden zwischen 16 und 18 Uhr. Der unfallträchtigste Tag ist der Freitag. Trotz der Mehrung der Unfälle sank die Zahl der Verletzten im Polizeipräsidiumsbereich auf 5150 (5430). Das bedeutet den niedrigsten Stand seit über zwei Jahrzehnten. Im Ostallgäu erlitten in 2010 760 (831) Personen Verletzungen bei Unfällen. In Kaufbeuren sank die Zahl der Verletzten ebenfalls leicht auf 200 (206). Nach dem außerordentlich hohen Anstieg der Verkehrstoten im Jahr 2009 (87, höchste Zahl seit 2005), konnte im vergangenen Jahr ein deutlicher Rückgang verzeichnet werden. 47 Verkehrstote bedeuten ein Allzeittief. In Kaufbeuren und im Ostallgäu verringerte sich die Zahl der Todesopfer mit einem (zwei) bzw. acht (18) ebenfalls. Mehr Fluchten geklärt „Der deutliche Rückgang der Verkehrsunfalltoten ist ein erfreuliches Signal und die Bestätigung dafür, die mit großem Aufwand betriebenen Verkehrsüberwachungsmaßnahmen auf diesem Niveau fortzuführen“, bilanziert Kemptens Polizeipräsident Hans-Jürgen Memel. Darüber hinaus ist es der Polizei gelungen, verstärkt Unfallfluchten aufzuklären: 1750 flüchtige Unfallfahrer von insgesamt 4062 Unfallfluchten konnten ermittelt werden. Das entspricht einer Quote von rund 43 Prozent (40 Prozent in 2009). In Kaufbeuren und im Ostallgäu gab es im Jahr 2010 221 bzw. 515 Unfallfluchten. Darüber hinaus registrierte die Polizei 350 (398) Alkohol- und 20 (20) Drogenunfälle. Im gesamten Zuständigkeitsbereich sank die Zahl der folgenlosen Trunkenheitsfahrten auf 2170 (2421). Folgenlose Fahrten unter dem Einfluss von Drogen gab es 479 (562). Im Ostallgäu waren diese Zahlen 2010 ebenfalls rückläufig: 26 (39) Alkoholunfälle und zwei (null) Drogenunfall. In Kaufbeuren sank die Zahl der Alkoholunfälle von 27 in 2009 auf 19. Drogenunfälle gab es wie im Vorjahr keine. Einen Anteil von rund 54 Prozent aller Verkehrsunfälle nahmen die Kleinunfälle ein. Insgesamt ereigneten sich 13 058 (12 669). Davon waren 547 (548) in Kaufbeuren und 1860 (1759) im Oberallgäu. Als Kleinunfälle werden Unfälle bezeichnet, bei denen niemand verletzt wird bzw. ein Bußgeld von weniger als 40 Euro anfällt. Bei diesen Unfällen erfolgt keine statistische Erfassung der Ursache. Bei den Unfällen mit Schwerverletzten waren die Hauptursachen Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot, nicht angepasste Geschwindigkeit, Vorfahrtsverletzung, Fehler beim Abbiegen oder Wenden, Fahrbahnglätte, Fehler beim Überholen, Alkohol und Missachtung des Abstands.

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