Die Mittelschule kommt

„Wir wollen die Hauptschulen so lange wie möglich in der Fläche erhalten und streben eine stärkere Berufsorientierung an”, das hat Regierungspräsident Karl-Michael Scheufele beim „Dialogforum Ostallgäu” in der Marktoberdorfer Hauptschule erklärt. Seitens der Regierung von Schwaben und des Schulamtes wurden Schulvertreter, Eltern und Kommunalpolitiker über die geplante Einführung der Mittelschule informiert.

Die Erweiterung des Bildungsangebots an der Hauptschule sowie die stärkere Berufsorientierung in die Zweige Technik, Wirtschaft und Soziales sieht Regierungspräsident Scheufele als Vorteil an. „Außerdem kann es gelingen, dass Hauptschulen im ländlichen Raum im Verbund erhalten bleiben, die sonst geschlossen werden müssten”, formulierte Scheufele ein weiteres Plus für die Mittelschule. In Bayern gibt es derzeit 979 Hauptschulen; 300 davon sind nur einzügig. In den kommenden zehn Jahren werden die Schülerzahlen an den Hauptschulen um etwa 25 Prozent zurückgehen und dann „haben viele Schulen ein Bestandsproblem”, erklärte Dr. Peter Müller, Abteilungsleiter Hauptschule am Kultusministerium. Damit aus einer Hauptschule eine Bayerische Mittelschule werden darf, muss die Schule einige Voraussetzungen erfüllen: Drei berufsorientierende Zweige (Technik, Wirtschaft und Soziales) sind ebenso erforderlich wie die Möglichkeit, den mittleren Bildungsabschluss zu erlangen und ein Ganztagesangebot. Da insbesondere kleine Hauptschulen auf dem Land kaum alle Anforderungen anbieten können, besteht für diese Schulen die Möglichkeit, einen Verbund mit benachbarten Schulen einzugehen, um dann gemeinsam das geforderte Spektrum zu erfüllen. Gerade über diese Verbundlösungen wird in der Kommunalpolitik heftig diskutiert, denn neben dem erhöhten Bürokratieaufwand werden auch zusätzliche Fahrtkosten erwartet, wenn die Jugendlichen zwischen den Schulen hin- und herbefördert werden müssen, um die entsprechenden Unterrichtseinheiten zu besuchen. „Der Mehraufwand bei der Schülerbeförderung muss für die Kommunen ausgeglichen werden” und auch die Ausstattung der Schulen mit Lehrerstunden müsse erhöht werden, damit dieses Modell funktionieren kann, forderte Landrat Johann Fleschhut.

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