Kulturausschuss

Leise Töne von großer Bühne

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Bei der Premiere der Komödienstadl-Tournee „Ein Garten voll Schlawiner“ bemängelten viele Zuschauer die schlechte Akustik im Modeon.

Marktoberdorf – Gleich zwei Mal stand das Modeon und sein Veranstaltungsprogramm auf der Tagesordnung des jüngsten Kulturausschusses. Und gleich zwei Mal hatte Kulturamtsleiter Rupert Filser schlechte Nachrichten im Gepäck. Zum einen musste er von einem Einbrechen der Buchungszahlen für die laufende Saison berichten, zum anderen bemühte er sich das Akustikproblem im Modeon klein zu reden.

Denn nach der letzten Veranstaltung, der Komödienstadl-Toureröffnung „Ein Garten voll Schlawiner“ am 28. Oktober, hatte es aus dem Publikum vermehrt Kritik am Klang von Marktoberdorfs größter Bühne gegeben. „Zu leise“ und teilweise kaum zu verstehen, so hagelte es Beschwerden, die der Stadt im übrigen nicht neu sind. Seit Jahren wird in die Beschallungsanlage des Modeons investiert, um dem Problem Herr zu werden.

Beim Sprechtheater wird – anders als bei Musikstücken – die Bühne des Modeons mit vier Mikrophonen unterstützt, deren Hilfe von den Ensembles nach erster Skepsis gerne angenommen werde, wie Filser sagte. „Seit Installation der neuen Beschallungsanlage verstärkt die Stadt das Sprechtheater mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“, so der Veranstaltungschef. Seit 2011 hat die Stadt ihre Bühnenakustik kontinuierlich verbessert, zuerst die Lautsprecheranlage im Saal und im Foyer, dann die Mikroanlage komplett erneuert, und 2015 schaffte sie zuletzt ein neues Tonmischpult an. 

Der Kulturamtsleiter zog daher auch das Fazit, dass Akustikprobleme nicht an der Bühne, sondern an Schauspielern und am Publikum liegen müssten. Auf der einen Seite redeten manche Schauspieler zu leise oder zu unartikuliert, so Filser. Auf der anderen Seite sei mit abnehmendem Hörvermögen des überwiegend älteren Publikum zu rechnen, sagte der Programmleiter weiter. Nichts zu machen also? Aus diesen Gründen das Sprechtheater in Zukunft womöglich ganz auszulassen, davon wollte die Stadtverwaltung jedoch nichts wissen. „Die Stadt sieht keine Veranlassung beim Angebot der Eigenveranstaltungen auf das Sprechtheater zu verzichten“, hieß es hernach aus dem Rathaus.

Scheinbar ohne kausalen Zusammenhang präsentierte Filser dem Ausschuss auch die ersten Zahlen der angelaufenen Spielzeit. Er sprach von einem „spürbaren Einbruch“ im Vergleich zum Vorjahr. Das Grundabo sei von 364 Buchungen (2015) auf 307 Buchungen zurückgegangen. Auch das Wahlabo verzeichnet einen Rückgang von 1254 Plätzen (2015) auf 1074 Plätze – und das trotz einer Veranstaltung mehr in der diesjährigen Spielzeit. Als positiv bewertete Filser, dass die Freiverkaufszahlen im Grundabo bisher im Vergleich zum Vorjahr höher waren.

Filser machte die Umstellung des Abo- und Kartenverkaufs hin zum Kartenservice der Allgäuer Zeitung/München Ticket für die Einbußen verantwortlich. Es habe einige technische Anlaufschwierigkeiten gegeben und weniger Rundumservice als beim bisherigen Service, den die Stadt über viele Jahre selbst betreut hatte. Außerdem hätte sich die Stadt, die deutlich mehr Anzeigen schaltete als zuvor, mehr Unterstützung durch die Arbeit der Kulturredaktion der örtlichen Tageszeitung erhofft, so die Erklärungen von Filser. Die Ausschussmitglieder nahmen die Berichterstattung und Erklärungsversuche des Kulturamtsleiters kommentarlos hin.

von Angelika Hirschberg

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