"Ein blaues Auge"

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Kücheneinbau: Derzeit geht der Kücheneinbau durch die Handwerker seinem Ende entgegen.

Kaufbeuren-Neugablonz – „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen!“ Das ist die vorläufige Bilanz von Günther Seydel als Vereinsvorsitzender der Musikvereinigung Neugablonz. Unmittelbar nach einem Brand in den Vereinsräumen Ende April stand er vor einem Trümmerhaufen.

Nicht nur der Raum und die Einrichtung waren zerstört, ein penetranter Brandgeruch hatte auch ansonsten unbeschädigte Ausstattungsgegenstände quasi unbrauchbar gemacht. Doch durch große Kooperation mit der Stadt und den beteiligten Versicherungsgesellschaften sowie Unterstützung der Handwerker und nicht zuletzt durch die Arbeit der Vereinsmitglieder geht die Sanierung nun ihrem Ende entgegen. Auch vom einstigen Brandgeruch ist nichts mehr zu spüren.

„Wie Phönix aus der Asche!“ Diese aus der griechischen Mythologie stammende Redewendung passt wohl im wahrsten Sinne des Wortes auf die nun fast wieder hergestellten Räumlichkeiten der Musikvereinigung Neugablonz: Sie erstrahlen wieder in neuem Glanz und seit Anfang Juli wird an gewohnter Stelle bereits wieder geprobt. „Es kommt noch viel Arbeit, aber bis Anfang September soll alles funktional fertig sein“, so Seydel. Hintergrund ist der Besuch der tschechischen Partnerkapelle aus Jablonec nad Nisou zum Festakt anlässlich des 70-jährigen Bestehens von Neugablonz.

Verluste

Einen Container voll mit Einrichtung und Ausstattung habe es gegeben, berichtet der Vorsitzende. Lautsprecher, Musikanlage und Musikinstrumente, Kücheninventar wie Geschirr, Gläser und Besteck mussten entsorgt werden. Auch alte Urkunden wurden zum Teil vernichtet. Boden und Decke waren beschädigt, alle Schränke unbrauchbar. Besonders problematisch war, dass die über 3000 Mappen samt Notenblätter mit einer fettigen Rußschicht bedeckt waren. Glücklicherweise waren nur wenige Trachtenbekleidungsstücke in den Schränken, doch auch diese hatten einen bissigen Geruch angenommen.

Große Unterstützung

„Wir sind allen an der Schadensbehebung Beteiligten zu großem Dank verpflichtet“, sagt Seydel. Die große Unterstützung der Stadt, die gelungene Abstimmung mit den drei zuständigen Brandversicherungen für Gebäude, Inventar der Stadt und das vereinseigene Inventar sowie die Festlegung auf einen gemeinsamen Brandsanierer sei fantastisch gewesen. „Und mit der Firma Danielsen aus Putzbrunn als Sanierer haben wir einen Glücksgriff getan“, freut sich der Musiker. Mit Schutzanzügen und Masken hätten die Vereinsmitglieder in Teams von acht bis zehn Leuten in mehreren hundert Stunden alles inventarisiert und entschieden, was entsorgt werden kann.

Die Musikertracht wurde in einer speziellen Brandwäscherei gereinigt und findet wieder ihren Platz in den eigens angefertigten und gesponsorten Schränken der Schreinerei Stärk aus Neugablonz. Und die gesamten Notenblätter können nach einer Ozonbehandlung in nunmehr neuen Mappen nach der Sortierung aufbewahrt werden. Die Decke samt Beleuchtung und der Boden sind komplett erneuert und die Küche wird ebenfalls mit neuen Schränken versehen. Der Gesamtschaden beläuft sich nach Seydels Worten auf über 100.000 Euro. Nach derzeitigem Stand werden am Verein etwa 5.000 Euro Eigenanteil in Form von Sachwerten verbleiben.

Ausgerechnet kurz vor dem Jahreskonzert am letzten Sonntag im April war der Brand ausgebrochen (wir berichteten). Durch glückliche Umstände war er rechtzeitig bemerkt worden. Und das reaktionsschnelle Eingreifen seitens der Feuerwehr verhinderte Schlimmeres.

von Wolfgang Becker

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