Hilfsorganisation "Little Flowers of China e.V." unterstützt Waisenhäuser in China

Ein "Herzenswunsch" als Lebensaufgabe

+
Bei Familie Hartmannsberger werden regelmäßig Pakete mit Sachspenden gepackt, die sich dann auf die lange Reise zu den Waisenhäusern in China machen. Auch Töchterchen Julia hilft immer eifrig mit.

Obergünzburg – Die gemeinnützige Organisation „Little Flowers of China e. V.“ unterstützt private Waisenhäuser in China. Auch Melanie Hartmannsberger aus Obergünzburg ist Mitglied dieses Vereins und mobilisiert Spenden und Sponsoren weltweit.

Ein zweijähriges Kind stirbt in China nach einem Verkehrsunfall, weil es von zahlreichen vorbeilaufenden Passanten einfach ignoriert wird. Die Bilder, die 2011 um die Welt gingen, haben viele Menschen schockiert. 

China, das „Reich der Mitte“. Ein Land, das in den vergangenen Jahren durch eine extrem leistungsbereite Gesellschaft enormes wirtschaftliches Wachstum erfahren hat, das zu Wohlstand und Reichtum in Teilen des Landes geführt hat. Diese Hochleistungsgesellschaft trifft auf Alte, Behinderte, Kranke, die auf Hilfe angewiesen sind. 

Die Problematik der gesellschaftlichen Haltung gegenüber Menschen, die nichts leisten können, wird durch systemimmanente Ursachen weiter verschärft. Dies trifft vor allem die Schwächsten in der Gesellschaft: Die Kinder Chinas. 

Die vorherrschende Ein-Kind-Politik, ein unzureichendes Wohlfahrtssystem und bittere Armut in weiten Teilen der Bevölkerung tragen dazu bei, dass die kostspielige medizinische Versorgung oder Pflege eines kranken Kindes nicht selten den finanziellen Ruin einer ganzen Familie bedeutet. So werden in China frühgeborene, kranke und behinderte Kinder oder die in China noch heute als minderwertig geltenden Mädchen häufig von ihren verzweifelten Eltern ausgesetzt. 

Aus dem Entsetzen in der Bevölkerung über eine Tragödie ist in Norddeutschland ein großartiges Projekt entstanden: „Little Flowers of China“. Auch Melanie Hartmannsberger aus Obergünzburg, selbst Mutter von zwei Töchtern, hatte die Berichte über den Tod des Kindes in China in den Medien verfolgt. Sie begann im Internet zu recherchieren und erfuhr von dem Schicksal der zahlreichen kranken und behinderten Kinder in China, die ausgesetzt werden und in der Kälte erfrieren oder in staatlichen Heimen dem Tod überlassen werden. 

Die Zahl der weggegebenen Kinder ist enorm, die finanziell schlecht ausgestatteten staatlichen Waisenhäuser sind meist völlig überlastet. Die hygienischen Bedingungen sind katastrophal, die Versorgung auf das Nötigste beschränkt, die Sterberaten bei den Kindern erschreckend hoch. 

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, den Kindern in China zu helfen, stieß die 39-jährige auf den Verein „Little Flowers of China e.V.“. Jana Schmidt hat im Jahr 2012 den gemeinnützigen Verein mit Sitz in Grevenkop (Schleswig-Holstein) gegründet. Diese Heime nehmen vor allem kranke, behinderte oder frühgeborene Kinder auf. Sie werden über den gemeinnützigen Verein mit Geld-, aber insbesondere auch mit Sachspenden versorgt. 

Vor allem spezielle Produkte zur Versorgung von Frühgeborenen, aber auch Dinge des täglichen Bedarfs werden dringend benötigt. „Viele Babys verhungern, weil es schlicht und einfach nicht genügend Babynahrung gibt“, erzählt Hartmannsberger, die mittlerweile selbst feste Mitarbeiterin im Verein ist und Sponsoren und Spenden weltweit mobilisiert. 

Die Sachspenden, die Melanie Hartmannsberger entgegennimmt, verpackt und nach Grevenkop verschickt, stammen aus Privathaushalten als auch von Dagmar Leibbrandt, die in ihrem Secondhand-Laden „Tausendfüssler“ mitsammelt. Viele Geschäftsreisende aus Deutschland reisen dann mit Frühchenwindeln, Stramplern oder Medizin im Gepäck nach China. Über 300 Kilogramm Sachspenden konnten so allein im letzten Jahr gratis verschickt werden. 

„Wir sind jedoch dringend auf der Suche nach einer Spedition, die uns unterstützen kann, um noch mehr Hilfsgüter nach China schicken zu können.“, so Hartmannsberger. Doch auch Spendengelder werden dringend benötigt. Die Kinderfotos, die die Waisenhäuser regelmäßig schicken, um den Spendern und Sponsoren zu zeigen, dass ihre Spenden auch vor Ort ankommen, zeigen, wie dringend die Heime Hilfe benötigen. 

Wie auch Sie die Hilfsorganisation „Little Flowers of China“ unterstützen können, erfahren Sie im Web unter www.littleflowersofchina.org sowie auf Facebook. Auch als Unternehmen können Sie die Hilfsorganisation, beispielsweise durch Sach- oder Geldspenden unterstützen. Bei Fragen gibt auch Melanie Hartmannsberger unter kontakt@littleflowersofchina.org direkt Auskunft. von Sabrina Hartmann

Meistgelesene Artikel

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kaufbeuren – Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler und Kaufbeurer Stadtrat Bernhard Pohl hat sich für 2017 viel vorgenommen. Diesen Eindruck …
Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Mauerstetten – Es war ein denkbar knappes Ergebnis bei der ersten Sitzung des neuen Jahres im Mauerstettener Gemeinderat. Mit sieben zu sechs Stimmen …
Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Kommentare