Nachspielzeit gibt Raum zum Denken

Vielleicht bald im Alleingang: das Krankenhaus in Marktoberdorf. Foto: Bauer

Nachdem sich der Verwaltungsrat in seiner letzten Sitzung nicht auf ein Konzept zur Zukunft der Kliniken Ostallgäu – Kaufbeuren einigen konnte ( wir berichteten mehrfach), wird nun unter anderem geprüft, wie sich die Übernahme eines Krankenhauses in eine andere kommunale Trägerschaft auswirken könnte. Im Redaktionsgespräch erklärte Landrat Johann Fleschhut diesbezüglich seine Skepsis und auch für Ulrike Propach, Vorsitzende des Fördervereines Krankenhaus Marktoberdorf könne dies nur eine Option sein.

Das Herauslösen eines Krankenhauses aus dem Klinikverbund und dessen Übernahme in eine andere kommunale Trägerschaft sei für sie nur der Plan B, erklärte Propach. Sie befindet sich mit dieser Einschätzung nicht allzu weit von der Bewertung durch den Landrat entfernt, der in einer solchen Maßnahme keinerlei wirtschaftliche Vorteile erkennen will. Interessanterweise wurden in diesem Zusammenhang sowohl von Fleschhut, als auch von Propach die Häuser Marktoberdorf und Obergünzburg ins Gespräch gebracht. Bedenken äußerte Fleschhut auch im Hinblick auf die Realisierbarkeit einer solchen Maßnahme, sowohl aus rechtlicher, als auch aus finanzieller Sicht, denn es seien Zweifel angebracht, ob eine Kommune allein die Last eines Krankenhauses tragen könne. Mit dem Beispiel Pfronten führte Propach allerdings ein Krankenhaus an, das die Machbarkeit einer solchen Alleinlösung zu bestätigen scheint. Besonders abwegig sei der Alleingang eines Krankenhauses vor allem deshalb, so Fleschhut, weil es einen Rückschritt in alte Zeiten bedeute. Schließlich habe man den Weg des Zusammenschlusses - und hier befinde man sich in bester Gesellschaft - beschritten, um gemeinsam eine hinreichende Stärke zu entwickeln. Sollte es jedoch zum Herauslösen eines Krankenhauses kommen, dann müsse an der ursprünglich betrachteten Handlungsoption „Spezialisierung des Hauses Marktoberdorf“ festgehalten werden, denn sonst entstehe eine Konkurrenzsituation zum Klinikverbund. Auch an dieser Stelle liegen die Positionen des Fördervereines und der Landkreisführung nicht sehr weit auseinander. Der Knackpunkt für alle Beteiligten scheint hier allerdings das Ausmaß der Spezialisierung zu sein. Während Propach als Extrem eine „Tagesklinik Marktoberdorf mit Nachtschwester“ strikt ablehnt, weist das durch die Beraterfirma Kienbaum vorgestellte Konzept doch eher in Richtung auf eine ausgeprägte Kompetenzverschiebung. Insgesamt bewertet Propach jedoch die nun zur Verfügung stehende „Nachspielzeit“ als sehr positiv, denn nun habe Kienbaum genügend Zeit, um die drei durch den Förderverein eingebrachten Vorschläge zu prüfen.

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