Immer in Bewegung bleiben

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In der kalten Jahreszeit sollte der Hund nicht ewig am Boden liegen. Ein nasses Fell führt zu Erkältungen.

Das Immunsystem ist beim Wechsel zwischen drinnen und draußen, zwischen warm und kalt, schnell überfordert. Der Hund droht krank zu werden. Wie kann man gegensteuern?

Das hat Tami nun davon: Weil die Hündin auch im Herbst bei wenig über null Grad in den See springen musste, hat sie sich eine Blasenentzündung eingefangen. Haustieren drohen in der kalten Jahreszeit – wie Menschen auch – gesundheitliche Probleme. Das Immunsystem ist beim ständigen Wechsel zwischen drinnen und draußen schnell mal überfordert. Hunde, die beim Gassigehen nass werden, sollte man, bis man wieder daheim ist, in Bewegung halten. Also nicht noch mit anderen Hundebesitzern endlos ratschen, während der nasse Hund am kalten Boden liegt. Man sollte auch immer dran denken, dass Klimaanlagen in Autos den Hund krank machen können und sehr schlanke, ältere oder gerade frisch geschorene Hunde tatsächlich auch richtig frieren können.

Die Herbstzeit ist eine Zeit des Umbruchs, beim Tier manifestiert sich das im anstrengenden Fellwechsel. Hinzu kommt, dass sich das Leben einfach mehr nach drinnen verlegt. Und zu viel Wärme ist auch schädlich. Trockene Heizungsluft macht Tieren zu schaffen – auch und vor allem Nagern und Vögeln in Käfigen, die der Situation nicht entkommen können. Hilfreich sind feuchte Handtücher auf der Heizung, ein Zimmerbrunnen oder Schalen mit Wasser.

Ein Hüsterchen ist kein Anlass zur Panik. Ist das Tier aber apathisch und/oder frisst schlecht, sollte man in jedem Fall Fieber messen. Fieber ist immer ein Alarmzeichen. Einen Tag abzuwarten ist tolerabel, stellt sich aber keine Besserung ein, heißt es: ab zum Tierarzt.

„Ganz fatal sind aktionistische Selbstheilungsversuche mit Menschenmedikamenten. Paracetamol und Aspirin sind für Hunde und Katzen sehr schädlich“, sagt MM-Kleintierexpertin Dr. Dagmar Moder. Wie beim Menschen auch helfe Ruhe, viel trinken, wegen der Flüssigkeit eben auch Feuchtfutter und es gäbe durchaus abwehrsteigernde Mittel: Zink bei Fließschnupfen oder homöopathische Komplexmittel mit Echinacea. „Wichtig ist aber auch bei scheinbar harmlosen natürlichen Mitteln: Viel hilft nicht immer viel, es ist sehr wichtig, dass das Tier eine Diagnose vom Tierarzt hat, bevor man wild herumtherapiert“, so Moder.

" Normaltemperatur bei erwachsenen Tieren

• Hunde 38 bis 39 ˚C.

• Katzen 38,3 bis 39 ˚C.

• Kaninchen 38 bis 40˚C.

• Meerschweinchen zwischen 37,4 und 39,5 ˚C

• Goldhamster 37 bis 38˚C.

• Pferd 37,5 bis 38,2 ˚C.

• Rind 38,3 bis 38,8 ˚C.

• Viele Vögel können ihre Körpertemperatur in einem energiesparenden Schlafzustand (Torpor) stark absenken. Kolibris und Mauersegler senken die Körpertemperatur von 40 ˚C auf bis zu 18 ˚C ab und können bei schlechter Nahrungslage so besser überleben.

Lieber abklären lassen:

VIREN, BAKTERIEN, WÜRMER ODER ALLERGIEN

• Genaues Hinsehen ist das A und O: Läuft die Nase einseitig oder beidseitig? Sind die Augenlider geschwollen? Wie ist das Allgemeinbefinden? Husten kann manchmal mit Auswürgen verwechselt werden, und andersrum kann eine Katze nach einem Hustenanfall auch erbrechen. Bei Katzen sind Fremdkörper wahrscheinlich. Eine Entzündung kann durch viele Faktoren ausgelöst werden: Viren, Bakterien, Würmer oder Allergien.

• Natürlich muss man bei der Katze immer an den gesamten Katzenschnupfenkomplex denken. Das ist eine hochansteckende virale Erkrankung, die oft einen ganzen Wurf betrifft, machen Kätzchen werden damit bereits geboren. Die Katzen niesen, haben Augenausfluss, die Mundhöhle ist betroffen. Eine Impfung gegen Katzenschnupfen gehört zur Routine, ist aber nicht 100-prozentig erfolgreich. Es sind vor allem jene Katzen betroffen, die wild und halbwild leben. Man kann es nicht oft genug betonen: Katzen gehören kastriert, ordentlich entwurmt und artgerecht gefüttert. Katzen können nicht mehr von Mäusen leben (es gibt zu wenig/versiegelte Umwelt etc.) und schon gar nicht von Milch, wie es auf Bauernhöfen teils immer noch traurige Realität ist.

• Lungenwurmbefall löst in der Lunge eine intensive Entzündung aus. Der Husten ist am häufigsten ein lauter, trockener Husten.

• Wenn das Tier echte Atemnot hat, kann man auch bei der Katze an felines Asthma denken, das zu chronischem Husten führt. Atemnot, Hecheln, Leistungsunfähigkeit können auch auf eine Lungenentzündung hindeuten. Atemwege könnten auch von Tumoren betroffen sein. Krebserkrankungen sind tückisch und können lange ohne jegliche Symptome verlaufen. Wichtig: das Fressverhalten beobachten!

• Und noch eins: Auch Katzen haben Allergien, sogar auf Menschenhautschuppen, wenn Mieze in Herrchens oder Frauchens Bett schläft.

Genau hinsehen und hinhören

WIE OFT, WIE STARK UND WANN HUSTET DER HUND?

• Husten beim Hund ist primär ein Schutzmechanismus. Er dient dazu, die Atemwege zu reinigen und von eingeatmeten Schmutzteilchen, Gras, Grannen oder Schleim zu befreien. Der Tierbesitzer muss genau hinsehen und hinhören. Wie oft, wie stark und wie lange hustet der Hund? Gibt es bestimmte Tageszeiten? Bestimmte Anlässe? Nur drinnen? Nur draußen? Ist es ein trockener Reizhusten, oder gibt es ein schleimiges Sekret? Ist das klar oder grüngelb? Läuft die Nase einseitig der beidseitig?

• Hustet der Hund meist drinnen, könnte das eine Allergie sein oder nur eine Reaktion auf die trockene Raumluft sein.

• Asthma kommt bei Hunden vor und wird meist durch eine allergische Reaktion ausgelöst. Um die Symptome zu bessern, muss möglichst schnell der Auslöser für das asthmatische Husten gefunden werden.

• Husten kann auch etwas mit Parasiten oder Herzwurm beziehungsweise Lungenwurm zu tun haben.

• Hinter dem Husten kann sich eine Herzerkrankung verbergen. Dann hustet der Hund eher nach der Belastung. Durch eine verminderte Herzleistung ist der Blutfluss zwischen Lunge und Herzen gestört. Es kommt zu einem Rückstau von Flüssigkeit in die Lunge.

 

von Nicola Förg

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