Kreisbote verlost Rezeptbuch mit "Kakao pur" aus dem Allgäu

Eine süße Revolution

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Andrea Mast mit Plantagen-Besitzerin Orphelia bei der Kakao-Ernte in Peru. Regelmäßig reist die Krugzellerin in den „Kakao-Gürtel“, um sich von der Qualität ihrer Bezugsplantagen zu überzeugen.

Krugzell – Eine Kakao-Revolution im grünen Allgäu? Eingebettet in Weiden, Wälder und Streuobstwiesen? Für die Neu-Entdeckung des Schokoladengenusses ein eher unerwarteter Ausgangspunkt.

Und doch ist in Krugzell (Oberallgäu) eine Kakao-Expertin zuhause, die der Dschungelfrucht ihren ursprünglichen Geschmack und ihre unverfälschte Güte zurückgegeben hat – und daneben hinreißende Schokoladenrezepte für die Küche daheim kreiert. „Naturbelassener Kakao ist das Superfood unserer Zeit“, meint Andrea Mast, Pädagogin, Hauswirtschafterin und „Chocolate instructor“ in einem. „Kreativ, lecker und wahnsinnig gesund!“ 

Andrea Mast weiß, wovon sie spricht. Seit 2009 forscht sie über Rohkakao, entwickelt Methoden zur Lagerung und zum Transport unfermentierter (das heißt lediglich getrockneter, naturbelassener) Kakaobohnen und begeistert hierzulande mit ihren Rezepten und Seminaren zur Schokoladeherstellung. 

Während die heute übliche Fabrikation von Schokolade einem fernen, industriellen Prozess unterliegt und kaum ein mitteleuropäischer Konsument überhaupt noch weiß, welche Vielfalt an Aromen in den mit Fruchtfleisch umhüllten, dunkelbraun-violetten Kakaobohnen steckt, so stammt Andrea Masts Wissen direkt aus dem Dschungel. 

Dort wurde sie während eines längeren Aufenthalts in Costa Rica in die Herstellung von Rohkakao-Schokoladen eingeweiht. Seitdem ist es ihr ein Anliegen, den Weg des rohen Kakaos von der Plantage bis in die heimische Schokoladenküche transparent, direkt und fair zu halten. Andrea Mast ist aber vor allem Überzeugungstäterin: „Nicht zuletzt geht es mir um den unverfälschten Genuss, um eine Schokolade ohne schlechtes Gewissen - einfach pures Glück, das man essen kann.“ 

Reise zum edelsten Kakao 

Zurück in Deutschland sollte aus der simplen Idee ein langfristiges Projekt werden. Ein Unterfangen, das die zweifache Mutter trotz aller Leidenschaft vor viele Herausforderungen stellte. Doch glückliche Gelegenheiten, die die junge Unternehmerin mutig ergriff, bereiteten den Weg der Wunderbohne ins Allgäu und darüberhinaus. 

Am Anfang stand die zufällige Begegnung mit der Bio-Kakaobäuerin Dorothy Digioia, die eine Plantage in Bocas del Torro in Panama betreibt. Von ihr stammten die ersten rohen Kakaobohnen, die in der Krugzeller Küche zu herrlichen dunklen Schokopralinen verarbeitet wurden. Was dann folgte, war ein Behördenmarathon, viel Überzeugungsarbeit und deutsche Gründlichkeit. Andrea Mast blieb hartnäckig. In ihrer 2011 gegründeten Firma „Kakao pur“ bietet sie rohe Edelkakaobohnen sowie weitere Zutaten, Rezepte und Seminare zur Herstellung von Rohkakaoschokolade an. 

Weiterhin reist die Kakao-Expertin durch die Äquatorregion auf der Suche nach dem edelsten Kakao sowie nach fairen und ökologischen Anbaubedingungen. „Der persönliche Kontakt zu den Kakaobauern ist mir sehr wichtig“, sagt sie unternehmungslustig. Ihre Bezugsquellen sind mittlerweile außerdem Kakaofarmen in Peru, Vietnam und Sri Lanka, die Andrea Mast regelmäßig besucht und dort auch mitarbeitet. So entstand auch die Zusammenarbeit mit der Peruanerin Orphelia, ein „Glücksgriff“ für beide Seiten. 

Andrea Mast kann auf die seltene, gütevolle und aromatische Sorte Criollo von Orphelias Kakaobäumen zurückgreifen und der peruanischen Bäuerin dafür einen absolut fairen Preis bezahlen. „Self Trade“ nennt Andrea Mast diese Form der Zusammenarbeit, die auf gegenseitige Wertschätzung beruht und den Kunden in Deutschland ein authentisches, unverfälschtes Produkt bietet. 

Andreas Schoko- Reise ist indes noch lange nicht vorüber denn „die Lust auf Kakao hält unvermindert an“, wie sie sagt. Und die Kakao-Revolution, die ganz still in einer kreativen Küche begann, zieht auch im Allgäu immer weitere Kreise. Informationen unter www.kakao-pur.de. von Angelika Hirschberg

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