Logistischer Aufwand und Wehmut

Wenn die Kleinen umziehen

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Noch bis Ende des Monats können die Kinder im Garten der Kita Haus für Kinder St. Josef in der Pfarrgasse spielen. Ab dem neuen Kindergartenjahr kommen sie interimsweise im Postgebäude unter.

Kaufbeuren – Das Haus für Kinder St. Josef in der Pfarrgasse unter der Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V. wird für vier Millionen Euro abgerissen und an gleicher Stelle neu gebaut. In der Übergangszeit von anderthalb bis zwei Jahren zieht die Kindertagesstätte (Kita) mit 162 Kindern und 20 Mitarbeitern in den ersten Stock des Postgebäudes in der Heinzelmannstraße.

Über den großen logistischen Aufwand, Bedenken der Eltern und Wehmut sprach der Kreisbote mit Einrichtungsleiterin Antoinette Stöckeler.

Die Kita schließt in der Pfarrgasse zum 29. Juli und öffnet am 29. August am neuen Standort im Postgebäude. „Hier sind wir ein eingespieltes Team, dort ist zunächst alles neu“, sagt Antoi­nette Stöckeler. Die Kinder sollen aber so wenig wie möglich zu spüren bekommen von den Umstellungen. „Das ist eine Herausforderung, das erfahrene Team muss erst einmal umdenken.“ Dabei ist das Postgebäude die bestmögliche Lösung, denn dort belegt die Einrichtung die komplette erste Etage, das Haus kann also zusammenbleiben. Ein weiteres Plus ist laut Stöckeler, dass die Kita in der Kernstadt bleibt. „Zunächst war Oberbeuren im Gespräch für die Übergangszeit“, so die Leiterin. Dies hätte für die Abläufe in den Familien für große Umstellungen gesorgt. „Die Lösung in der Heinzelmannstraße ist weniger problematisch, so konnten viele Bedenken der Eltern ausgeräumt werden.“ Dies bestätigt auch Elternbeiratssprecher Oliver Schill gegenüber dem Kreisbote

Dennoch sind die Buchungszeiten in der Kita etwas zurückgegangen, weshalb ein befristeter Arbeitsvertrag nicht weiter verlängern werden konnte. „Natürlich fehlt den Kindern dann eine vertraute Bezugsperson“, bedauert Stöckeler.

„Aus meiner Sicht kann man nicht von einer ,Interimslösung‘ sprechen, denn für manche Kinder wird sich die komplette Kindergartenzeit im Postgebäude abspielen“, sagt Stöckeler. „Es müssen auch dort alle Bedingungen gegeben sein für eine gute Kindesentwicklung“. Damit stünden alle Mitarbeiter in der Verantwortung. „An gewissen Dingen darf man nicht sparen und keine Kompromisse eingehen.“ Es sei die Aufgabe der Erwachsenen, keine Verunsicherungen bei den Kindern aufkommen zu lassen, obwohl auch für sie zunächst alles neu sein wird. Für die Kleinen müsste alles den geregelten Gang gehen. Bevor die Kinder am ersten Tag den ersten Stock des Postgebäudes in Beschlag nehmen, will Stöckeler mit ihrem Team einen Probelauf ohne Kinder durchspielen. Schließlich muss der Tagesablauf neu eingespielt werden.

Derzeit werden die Räume in der Post geplant, teilweise werden Wände neu eingezogen und die Sanitärräume auf Kindergröße und -bedürfnisse angepasst. Ein Unternehmen übernimmt anschließend den Umzug in die Heinzelmannstraße.

Dort werden die Kinder eine große Asphaltfläche vorfinden, aber keine Wiese. Es wird aber ein großer Bauplatz zum Spielen entstehen und ausreichend Raum für Kinder geben, auf ihren Fahrzeugen zu fahren. Nachmittags wird die Kita die Schraderturnhalle nutzen dürfen. Da das Postgebäude öffentlich zugänglich ist, spielt die Sicherheitsfrage der Kinder eine wichtige Rolle, besonders wenn sie draußen spielen. Das Personal wurde eigens dafür nochmals geschult.

Bei einem Rundgang im derzeitigen Gebäude packt Stöckeler die Wehmut. Die schönen hellen Räume mit Holzboden, die über Glastüren verbunden sind wirken sehr offen und freundlich. „Das Personal hat viel Liebe hineingesteckt und bei der Raumgestaltung selbst angepackt“. Im Postgebäude sind die Türen grün. Dem Auszug kann Stöckeler aber auch viel Positives abgewinnen: „Es wird eine gewisse Neuordnung entstehen“. Was definitiv nicht mehr gebraucht wird und im Keller lagert, kann ausrangiert werden.

Stöckeler hofft vor allem zu den Bring- und Abholzeiten der Kinder auf das Verständnis der Postmitarbeiter und -kunden. Eine Information für die Eltern soll diesbezüglich noch rausgehen, denn das Ganze soll so weit es geht, entzerrt werden.

In spätestens zwei Jahren erfolgt dann der erneute Umzug in den Neubau, zurück in die Pfarrgasse. Dort werden der Kindergarten und die Krippe im Erdgeschoss unterkommen, Schulkinder werden im ersten Obergeschoss neue Räume vorfinden. Der Garten soll als dritter Raum wahrgenommen werden. „Ganz oben wird es zusätzlich Räume für die Mitarbeiter geben, was wir bisher nicht hatten“. Alles wird nach neuesten Standards barrierefrei gestaltet sein. Von der Stadt Kaufbeuren ist auch die Möglichkeit der Inklusion gewünscht, so Stöckeler.

von Martina Staudinger

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