Neue Architektur in alter Stadt

Auszeichnungen mit Urkunde und Medaille: Die Bauherren und Architekten beim Baupreis Kaufbeuren 2011. (v. li.) Klaus Kehrbaum, Gerhard Stolzenberger, Rosemarie Basl, Eva Stumpe, Christian Sobl, Patricia Merk, Kerstin Berktold, Hans Berktold, Wilfried Negele, Michael Markthaler, Christian Stadtmüller, Wolfgang Kimmig, Diana Graf, Michael Graf, Wendelin Burkhardt, Ulrike Graf, Dr. Hansjörg Graf, OB Stefan Bosse und Dr. Peter Fassl.

„Gebaute Umwelt ist für die Menschen, die in ihr wohnen, immer auch Heimat. Baukultur ist somit immer auch ein Ausdruck dafür, welchen Stellenwert wir unserer Heimat beimessen und wie wir mit ihrer Geschichte und ihrem Wandel umgehen wollen.“ Das erklärte Oberbürgermeister Stefan Bosse in seiner Begrüßung zur Verleihung des „Baupreises Kaufbeuren 2011“ am Freitagabend. Zusammen mit Ralf Baur als Leiter des Bau- und Umweltreferats überreichte der Rat- hauschef die Auszeichnungen im Rathaus. Insgesamt waren 20 Arbeiten eingereicht und von einer dreiköpfigen Jury bewertet worden.

Bosse begrüßte neben allen Gästen insbesondere auch die anwesenden Bauherren und Architekten. Die Vergabe von vier Preisen und sechs Anerkennungen habe gezeigt, dass diese Bauvorhaben ein durchgehend hohes Niveau aufweisen und somit Vorbildfunktion für vergleichbare Bauten hätten. „Baukultur hat heute, neben hohen Ansprüchen an die Gestaltungsqualität, auch Antworten zu geben auf wirtschaftliche, ökologische und soziokulturelle Fragen unserer Zeit“, betonte Bosse. Die Jury, bestehend aus Professor Ludwig Wappner (Karlsruhe), Planer Franz Schröck (Kempten) und Kreisbaumeister Anton Hohenadl, hatte nach den Worten des Referatsleiters Baur alle Objekte ausgiebig besichtigt, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Architekturdiskussion Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl als Festredner spannte einen Bogen der stadtgeschichtlichen Entwicklung Kaufbeurens und wies daraufhin, dass seit 1950 rund 20 Denkmäler abgebrochen worden seien und mahnte einen sorgfältigen Umgang mit den Denkmälern an. Das Stadtbild von Kaufbeuren sei geprägt von der Kaiser-Max-Straße, dem Bereich um die Kirche St. Martin, aber auch dem Platz am Kunsthaus und dem Neuen Markt in Neugablonz. „Damit stellt sich die Frage nach der Haltbarkeit von Architektur in der Geschichte“, so Dr. Fassl. Dauerhaftigkeit in der Baukultur sei mehr als Gewährleistung. Der Staat habe Vorbildfunktion mit Fachkompetenz und Nachhaltigkeit. Qualitativ hochwertiges Bauen und Planen könne durch die Auslobung des in dieser Form in Schwaben beispiellosen Baupreises oder Ausstellungen befördert werden. „Die breite Architekturdiskussion vor Ort gefällt mir sehr gut“, so der Bezirksheimatpfleger, „wenn sich jetzt noch die Architekten und die Denkmalpfleger austauschen, dann sehe ich gute Ansätze für Kaufbeuren.“

Meistgelesene Artikel

Bau der Fußgängerzone: Zuschlag erteilt

Kaufbeuren – Der Kaufbeurer Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung über die Vergabe der Bauarbeiten für die Kaufbeurer Fußgängerzone entschieden. Den …
Bau der Fußgängerzone: Zuschlag erteilt

Außergewöhnliche "Lesung 4.0" mit Essensdrucker

Kaufbeuren – Eine Buchpräsentation und Lesung mit ungewöhnlicher, multimedialer Zukunftsshow erwartet das Publikum am nächsten Dienstag, 24. Januar …
Außergewöhnliche "Lesung 4.0" mit Essensdrucker

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Kommentare