Marktgemeinderat Obergünzburg beschließt: FFW bekommt eine neue Drehleiter

Feuerwehr wird aufgerüstet

+
Soll durch eine neue ersetzte werden, die alte, noch im Dienst befindliche Drehleiter der FFW Obergünzburg.

Obergünzburg – Über 30 Jahre alt ist die Drehleiter der Obergünzburger Feuerwehr. Jetzt hat der Marktgemeiderat beschlossen, ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Zwischen 470.000 und 800.000 Euro kostet eine neue Drehleiter, daher will man Fördergelder beantragen und sich bei der Ausschreibung fachlich beraten lassen. 

Als Ersatz für ihr mittlerweile über dreißig Jahre altes Fahrzeug soll die Freiwillige Feuerwehr Obergünzburg schon bald eine neue Drehleiter bekommen. Ausschlaggebend für diese einstimmige Entscheidung des Obergünzburger Marktrats waren die vorhandenen technischen Mängel und damit verbundenen Probleme bei Einsätzen mit dem alten Gerät. Da eine europaweite Ausschreibung laut Vorschrift notwendig ist und entsprechende Fahrzeuge nach Auftragsvergabe erst bereitgestellt werden müssen, werden die Feuerwehrler noch etwas Geduld aufbringen müssen, bis die neue Drehleiter auf dem Hof steht. 

Drehleitern werden in erster Linie zur Rettung und Bergung von Menschen in Notlagen, bei technischen Hilfeleistungen und zur Brandbekämpfung eingesetzt. Im Hinblick auf Einrichtungen vor Ort, wie zum Beispiel das Krankenhaus und das Kreisaltenheim in Obergünzburg, ist in einem Brandfall deshalb eine einsatzfähige Drehleiter unverzichtbar, um einen zusätzlichen Rettungsweg zu erschließen. Eine Schiebeleiter kommt laut Bayerischer Bauordnung nicht als geeignetes Rettungsgerät infrage. 

Wie Feuerwehrkommandant Markus Schäftner erläuterte, bestehe beim vorhandenen Fahrzeug ein Steuerungsfehler, zudem seien das Windengetriebe, die Feststellbremse und die Steckachse undicht. Im kommenden Jahr ist die turnusmäßige „Zehn-Jahres-Prüfung“ fäl- lig. Auf Nachfrage aus dem Marktrat, wie denn dann bislang ein Einsatz möglich sei, erklärte Schäftner, dass man das Gerät momentan „nur mit der Handkurbel“ bedienen könne. Wie auf der Sitzung deutlich wurde, gibt es für die Beschaffung eines Ersatzfahrzeuges vier Möglichkeiten: 1. die Anschaffung eines Gebrauchtfahrzeug, (keine Förderung), 2. die Anschaffung eines überholten Fahrzeugs (keine Förderung), 3. Der Kauf eines vergünstigten „Vorführ-Fahrzeugs“ (Förderung durch Freistaat und Landkreis), und schlussendlich 4. die Anschaffung eines Neufahrzeugs (Förderung durch Freistaat und Landkreis). 

Da die Obergünzburger Feuerwehr auch die umliegenden Gemeinden mit ihrer Drehleiter unterstützt, erfüllt sie das Kriterium der „überörtlichen Hilfeleistung“ und hat damit grundsätzlich Anspruch auf Fördermittel. Die Beschaffung einer sogenannten „DLK 23/12“ (Drehleiter mit Korb; 23 Meter Nennrettungshöhe und 12 Meter Nennausladung) fördert der Freistaat mit 192.500 Euro und der Landkreis mit rund 168.700 Euro. Im Fall, dass mindestens zwei Gemeinden ein jeweils baugleiches Fahrzeug bestellen, ist eine weitere staatliche Sonderförderung in Höhe von knapp über 19.200 Euro möglich. Laut Schäftner bestehe tatsächlich bereits Kontakt mit drei anderen Kommunen, die ebenfalls eine Neuanschaffung des gleichen Fahrzeugtyps planen. Trotz dieser Förderung wurde auf der Sitzung des Marktgemeinderats schnell klar, dass die Gemeinde Obergünzburg noch einen hohen Eigenanteil aufbringen muss, da der Preis für ein adäquates Fahrzeug zwischen etwa 470.000 Euro und 800.000 Euro liege. Diese große Preisspanne ergebe sich aus den unterschiedlichen Möglichkeiten bei der Ausstattung. Erst eine Ausschreibung werde konkrete Zahlen liefern, so Schäftner. 

Komplexes Verfahren 

Angesprochen auf die europaweite Ausschreibungspflicht erklärte der Obergünzburger Bürgermeister Lars Leveringhaus, dass die eigene Verwaltung das komplizierte Verfahren nicht durchgeführen könne. Deshalb werde man sich bei größeren Kommunen Hilfe holen oder sogar einen externen Berater einschalten. 

Marktrat Johannes Schindele wollte noch wissen, wie es mit der Verwertung des alten Fahrzeugs aussehe. Ihm antwortete der Kommandant, dass nach Aussage der Hersteller eine Inzahlungnahme der alten Drehleiter ausgeschlossen sei. Auch eine Aufnahme ins „Fahrzeugmuseum“ sei nicht realistisch. Allenfalls könne man versuchen, das Objekt einem Gebrauchtfahrzeughändler anzubieten. Nachdem Leveringhaus versprach, alle Möglichkeiten zur Reduzierung des Eigenanteils zu prüfen und auch zu ergreifen, stimmte der Marktrat einstimmig für die Beschaffung einer neuen Drehleiter. von Jörg-Dietmar Reinelt

Meistgelesene Artikel

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kaufbeuren – Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler und Kaufbeurer Stadtrat Bernhard Pohl hat sich für 2017 viel vorgenommen. Diesen Eindruck …
Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Mauerstetten – Es war ein denkbar knappes Ergebnis bei der ersten Sitzung des neuen Jahres im Mauerstettener Gemeinderat. Mit sieben zu sechs Stimmen …
Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Kommentare