Neue Impulse für den Afraberg setzen

Die Zeppelinhalle soll zur Ausstellungshalle der Bayerischen Landesausstellung werden. Foto: Lorenz

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KAI LORENZ; Kaufbeuren – Wenn es nach dem Willen der Stadt Kaufbeuren geht, soll die Bayerische Landesausstellung zum Thema „Bier in Bayern“ im Jahr 2016 in der Wertachstadt stattfinden. Genauer gesagt auf dem Afraberg, der durch die Ausrichtung dieses Events neue Impulse erfahren könnte. Vergangene Woche stellten die Stadt und der Kooperationspartner, die Aktien- brauerei, ihr Konzept der Öffentlichkeit vor. Bereits im November will die Jury entscheiden. „Der Afraberg ist ein authentischer Ort“, betonte Stadtmuseumsleiterin Dr. Astrid Pellengahr „und ist damit bestens für diese Veranstaltung zu diesem Thema geeignet“. Immerhin befänden sich dort die historische Zeppelinhalle, die Aktienbrauerei, zahlreiche Bierkeller, die wie ein Labyrinth den Afraberg durchziehen, sowie Gebäude ehemaliger Brauereien, die ihre Produktions- und Lagerstätten über die Stadtmauer hinaus, auf den oberhalb der mittelalterlichen Altstadt gelegenen Afraberg gelegt hatten. Doch damit nicht genug. Kaufbeuren kann laut Dr. Pellengahr auf eine über 700-jährige Brauereigeschichte zurückblicken: „Seit 1308 ist der Ausschank und damit wohl auch das Brauen hier urkundlich nachweisbar.“ Oberbürgermeister Stefan Bosse fügt hinzu, dass es im 17. Jahrhundert in der gerade mal 3000 Einwohner zählenden Reichsstadt sage und schreibe 22 Brauereien gab. „Damit ist Kaufbeuren eine „traditionsreiche Bierstadt“, erklärt Bosse. Nicht ohne Grund habe man auch die Aktienbrauerei als Partner mit ins Boot geholt. Öffentliche Ausschreibung Erstmals hatte das Haus der Bayerischen Geschichte solch eine Bewerbung öffentlich ausgeschrieben. Insgesamt stehe Kaufbeuren aktuell mit 13 anderen Städten in Konkurrenz, darunter Kulmbach, Ingolstadt und Augsburg. Doch trotz solcher Namen hatte die Stadt Kaufbeuren unter der Leitung von Dr. Pellengahr und Günther Pietsch von der städtischen Kunst- und Projektförderung eine Präsentation erarbeitet, die sich nicht verstecken muss. Ganz im Gegenteil, denn sie ist breit und umfassend angelegt. Sie beleuchtet nicht nur die Vorzüge Kaufbeurens, die historische Tradition des Bieres, sondern zeigt auch die Chancen auf, die solch eine Veranstaltung für die Stadt selbst und sein Umfeld mit sich bringen würde. Natürlich werde auch das Thema Alkoholmissbrauch thematisiert. „In Maßen statt in Massen - Genuss will gelernt sein“, könnte beispielsweise der Titel einer Ausstellung hierzu lauten, so die Museumsleiterin Dr. Pellengahr. Daher zeigt die Präsentation auch auf, dass Kaufbeuren auf viele Partner und erfahrene Veranstalter bauen kann“, so Pietsch. Als Rahmenprogramm schwebt ihm unter anderem eine Montgolfiade der Bayerischen Bierballone auf dem naheliegenden Fliegerhorstge- lände vor, ebenso ein Relaunch des guten alten „Spiel ohne Grenzen“ aber auch das Bierkistenrennen oder die Ostallgäuer Radeltour. Entscheidung naht Eine Jury des Haus Bayerischer Geschichte war bereits in der Wertachstadt gewesen und hat sich neben der Präsentation einen ersten Eindruck verschafft. „Die Jury hat uns zu verstehen gegeben, dass wir uns mit unserer Bewerbung nicht verstecken brauchen“, erklärte OB Bosse. So habe man den Herrschaften auch zu verstehen gegeben, „dass wir alle Bedingungen erfüllen wollen“, und dazu gehöre eben auch die Umgestaltung des Afrabergs. Zentrum werde die Zeppelinhalle sein, die dann zu einer Ausstellungshalle ausgebaut wird. Aber auch die Zugangssituation vom Afraberg zur Altstadt müsse ebenso neu angegangen werden wie auch die Verkehrsinfrastruktur . „Wir versprechen uns davon auch wichtige Impulse für den Afragberg über 2016 hinaus“, betonte Bosse. Konkrete Pläne liegen noch nicht in der Schublade, doch sollte die Bewerbung erfolgreich sein, will die Stadt rund eine halbe Millionen Euro in den Afragberg investieren. Auch Brauereivorstand Werner Sill verspricht sich von der Ausstellung neue Impulse, auch für die Einzelhändler. „Es wäre ein Mehrwert für Kaufbeuren und sein Umland.“ Bereits im November will die Jury entscheiden. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. OB Bosse ist zuversichtlich: „Unsere Hoffnung ist jedenfalls groß.“

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