Einweihung der Seifert-Orgel in der Dreifaltigkeitskirche

Brausende Orgelklänge

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Kirchenmusikdirektor Traugott Mayr (an den Manualen der neuen Orgel) läßt Pfarrer Thomas Kretschmar (stehend) eine klangliche Kostprobe hören.

Kaufbeuren – Nun steht hier wieder eine Orgel, die „einem der klanglich schönsten Konzerträume in Kaufbeuren“ gerecht wird: in der Dreifaltigkeitskirche konnte nach über zwei Jahren Realisierungszeit und ein paar Terminverschiebungen kürzlich endlich die von der Firma Seifert in Kevelaer gebaute Orgel feierlich eingeweiht werden.

„Immerhin war unsere Orgel schneller fertig als der Berliner Flughafen. Und so eine Orgel hält an die 100 Jahre – da kommt es auf ein paar Monate hin oder her eigentlich nicht an“, meinte Pfarrer Thomas Kretschmar verschmitzt.  Er freut sich sehr darüber, dass das imposante Kircheninstrument nun eingeweiht werden konnte.

3.300 Pfeifen hat sie, die Seifert-Orgel, 50 Register, drei Manuale sowie ein Pedal und kostet inklusive der für das tonnenschwere Instrument notwendigen Statikarbeiten an der Empore rund 800.000 Euro. 50.000 davon wurden durch den Verkauf der Ende 2011 abgebauten, alten Orgel an einen pensionierten südfranzösischen Orgelbauer erzielt. Der größte Teil des Gesamtbetrages konnte durch Spenden finanziert werden. Etwa 160.000 Euro fehlen allerdings noch, hier werden weiterhin „Pfeifenpaten“ gesucht. 

Die neue Orgel ist ein wenig tiefer als die bisherige, dafür jedoch schmaler und passt so besser zwischen die beiden stirnseitigen Fenster. Totz ihrer durchaus modernen Formensprache fügt sie sich harmonisch in den streng in Weiß und Gold gehaltenen barocken Kirchenraum der Dreifaltigkeitskirche ein. „Dadurch, dass sie so hell gestaltet wurde, lenkt sie außerdem optisch nicht mehr so sehr vom eigentlichen Zentrum und Sinn der Kirche, dem großen Altarkruzifix, ab wie die frühere Orgel mit ihren dunklen, der Kanzel angepassten Elementen“, erklärt Pfarrer Kretschmar. Das Innenleben der Orgel wurde wie in alten Zeiten gebaut, nur die Steuerung erfolgt jetzt elektronisch und kann so wenn nötig leichter ersetzt werden. 

Die Orgelweihe nahm Regionalbischof Michael Grabow, Augsburg, in einem festlichen, von allen Geistlichen an der Dreifaltigkeitskirche gemeinsam gestalteten Gottesdienst vor. Er verglich in seiner Predigt die Gemeinde mit einer Orgel: So, wie die vielen Register einer Orgel nicht für sich allein klingen können, sollen auch die Gemeindemitglieder zum Lobe Gottes melodisch zusammenklingen. Staatssekretär Franz Pschierer über brachte Grüße der Staatsregierung. Oberbürgermeister Bosse stellte befriedigt fest, dass die Stadt Kaufbeuren mit dem neuen Instrument eine weitere Attraktion erhalten hat. Roman Seifert von der Orgelbauwerkstatt Seifert dankte für die fruchtbare Zusammenarbeit mit Kirchenmusikdirektor Traugott Mayr und Pfarrer Kretschmar. 

Launig kommentiert schenkte der Statiker Michael Burz vom Ingenieurbüro Roll der Gemeinde einige Funde aus der geöffneten Orgelempore: Zeitungsausschnitte aus dem 19. Jahrhundert und eine Bierflasche aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Daniel Hermann, der Kirchenmusiker der Schwesterpfarrei St. Martin, beschloss die Reihe der Grußworte mit Glückwünschen der Kirchenmusik in Kaufbeuren und aus der Ökumene. Die neue Orgel dient aber mit ihrem wunderschönen, dunklen, vollen Klang nicht nur kirchlichen Zwecken, sondern soll auch für Ausbildung und Konzerte genutzt werden. Das Eröffnungskonzert bestritt am Abend der Einweihung Kirchenmusikdirektor Traugott Mayr und wurde von der Gemeinde mit begeistertem Applaus belohnt. Die nächsten Konzerte finden im Rahmen des Internationalen Orgelsommers 2013 statt. von Ingrid Zasche

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