Aufstieg für mutige Anfänger

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Unter der Leitung von Walter Kolb (2. v. li.) entsteht mithilfe von Albert Schuster (Mitte) und den fleißigen Händen von Albert Schindele (links), Franz Hotter (2. v. re.) und Hias Schiestl die neue Schulungswand, hier noch nicht fertiggestellt (links).

Kaufbeuren – Der Bau der neuen Schulungswand im DAV-Kletterzentrum nimmt immer mehr Formen an. Mit dem letzten Schritt, dem Anbringen der Haltegriffe, haben die ehrenamtlichen Helfer vergangenes Wochenende begonnen. Bereits am kommenden Freitag, den 13. Mai wird die Schulungswand offiziell eröffnet. Doch bis dahin war innerhalb von nur drei Wochen Bauzeit viel Muskelkraft für das Aufrichten der Wand gefragt.

Was vor rund anderthalb Jahren als Idee in den Köpfen entstand, ist nun kurz vor der Eröffnung. Eine Schulungswand soll es Einsteigern ermöglichen, in den Klettersport hineinzuschnuppern. Dazu sind die Wände höchstens senkrecht, aber nicht überhängend. Der größte Teil der etwa 330 Quadratmeter großen Kletterfläche ist flacher als senkrecht. 

Dies ermöglicht auch Anfängern, sich bei immer gleicher Neigung bis zum „Gipfel“ in rund zwölf Metern Höhe hinaufzuwagen. „Die neue Wand ist ideal für Schulungszwecke“, erklärte Albert Schuster, zuständig für die Kletteranlage, bei einer Begehung. Vor allem Schulklassen, Bundeswehrlern, therapeutischen Gruppen und Kletterwilligen des BKH bietet die neue Anlage auf dem Klettergelände des Deutschen Alpenvereins (DAV), Sektion Kaufbeuren-Gablonz, eine neue Attraktion. Ein weiterer Vorteil der Schulungswand ist laut Schuster die zusätzliche Lagerfläche, die zwischen dem Gebäude und der daran anschließenden Kletteranlage entsteht. 

Um die schweren Platten an die Tragkonstruktion aus Holz anzuschrauben, bedurfte es starker Muskeln. Dazu haben sich Baustellenleiter Walter Kolb und Albert Schuster unter anderem den österreichischen Spitzenathleten im Klettern, Hias Schiestl, ins Boot geholt. 120.000 Euro kostet die Schulungswand inklusive 17 Sicherungsbahnen. Schuster rechnet mit einem Zuschuss des DAV-Hauptverbandes in Höhe von 9000 Euro. Eventuell ist auch eine Förderung der Stadt Kaufbeuren möglich. Eine Zusage hängt laut Schuster jedoch noch von einer EU-Entscheidung ab. 

Die Schulungswand ist nur eines von mehreren Projekten in diesem Jahr. Bereits vor zweieinhalb Wochen legten 40 Kletterer als Helfer einen Fallschutzboden unter dem bestehenden Outdoorkletterturm aus – in ehrenamtlicher Eigenleistung. So musste nur das Material, das aus geschroteten alten Autoreifen besteht und rund 15.000 Euro kostet, bezahlt werden. „Der Boden reduziert die Unfallgefahr erheblich“, so Schuster. Wo ehemals auf dem Betonboden nach Regen Pfützen entstanden, versickert dieser nun in den Spalten zwischen den Platten. Auch unter die Schulungswand wird ein Fallschutzboden verlegt werden. 

Bereits Mitte Februar wurde ein weiteres Projekt abgeschlossen – seitdem ist Klettern ohne Sicherungspartner am Outdoorkletterturm möglich. Maschinellen Ersatz bietet nämlich ein Selbstsicherungsgerät mit Fliehkraftbremse und Drahtseil. Oben angekommen lässt der Kletterer einfach los und schwebt nach unten. Die Kosten von 4000 Euro übernahm einer der Kletterer. Mindestens ein solches Gerät ist auch für die neue Schulungswand geplant, ein Termin für den Einbau steht laut Schuster aber noch nicht fest.

von Martina Staudinger

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