Feierliche Einweihung in Görisried

Wertvolle Zeit

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Der neue Rettungswagen für die Helfer vor Ort ist bereits seit April im Einsatz und wurde jetzt feierlich eingeweiht.

Görisried – Ein Rettungswagen, der innerhalb der geforderten zwölf Minuten nach Alarmierung eintrifft, das ist in Görisried nicht so einfach. Der Ort liegt rund 15 Kilometer von der nächsten Rettungswache in Marktoberdorf entfernt.

Beim Gottesdienst am vergangenen Sonntag wurde die Einweihung des neuen Einsatzfahrzeugs der ehranamtlichen „Helfer vor Ort“ festlich und gebührend im Dorf gefeiert. Der Musikverein begleitete die Veranstaltung, die im Rahmen des Pfarrfestes in der Waldbachhalle in Görisried stattfand. Pfarrer Wastag segnete das Fahrzeug. 

Weil Görisried von der nächstgelegenen Rettungswache in Marktoberdorf rund 15 Kilometer entfernt liegt, sind die nach dem Bayerischen Rettungsdienstgesetz geforderten zwölf Minuten vom Ausrücken eines Rettungsmittels bis zum Eintreffen am Notfallort gar nicht oder nur im Idealfall möglich. 

Durch den Wegfall der Krankenhäuser in Obergünzburg und Marktoberdorf sind die Rettungswagen länger unterwegs. Auch Rettungsfahrzeuge, die an den Krankenhäusern in Kempten oder Kaufbeuren frei werden, brauchen viel Zeit, bis sie in Görisried eintreffen. 

Zusammen mit dem BRK Kreisverband Ostallgäu und Dr. Christoph Nowak aus Görisried, der das Vorhaben mit viel Engagement unterstützt hat, wurde deshalb der „Helfer vor Ort“ in Görisried ins Leben gerufen. 15 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die bei BRK und Johanniter-Unfall-Hilfe organisiert sind, haben sich zu Sanitätern ausbilden lassen und leisten montags bis freitags von 18 bis 6 Uhr und am Wochenende rund um die Uhr bei medizinischen Notfällen Erstversorgung bis zum Eintreffen des Notarztes. Der „Helfer vor Ort“ wird gleichzeitig mit dem Rettungsdienst alarmiert und kann durch seinen Standortvorteil wertvolle Zeit überbrücken. 

Das Einsatzfahrzeug, ein VW Tiguan mit modernster Notfallausrüstung an Bord, hat seit seiner Indienststellung im April dieses Jahres bisher 22 Einsätze gefahren und dabei auch Erstversorgung unter anderem in Lengenwang und Schwarzenberg (Oberallgäu) geleistet. Das Fahrzeug wird also nicht ausschließlich in Görisried eingesetzt. 

Zu welchem Einsatzort gefahren wird, das entscheidet die „ILS Allgäu“ die Integrierte Leitstelle für Rettungsdienst und Feuerwehr in Kempten. Finanziert wurde das Einsatz- fahrzeug durch Unterstützung der Gemeinde Görisried sowie durch zahlreiche Spender.

von Werner Wolf

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