Neues Konzept fürs Bahnhofsgelände

Soll ein komplett neues Gesicht erhalten: der Bahnhof in Kaufbeuren Foto: Frisch

Ursprünglich war einmal angedacht, auf dem Kaufbeurer Bahnhofsgelände Shoppingmöglichkeiten, Restaurants, eventuell Büros und sogar eine Schule anzusiedeln, um das Areal zu einem attraktiven Knotenpunkt nahe der Innenstadt zu machen. Diese Pläne sind mittlerweile um einiges geschrumpft. Trotzdem haben die Bahn sowie die Beteiligten der Stadt Kaufbeuren das Vorhaben nicht aufgegeben, den Bahnhof, der in seiner heutigen Form seit den 1980er Jahren besteht, durch einen Neubau zumindest heutigen Standards anzupassen.

Mögliche Konzepte wurden von einem Mitarbeiter der Bahn kürzlich auf einer nichtöffentlichen Sitzung im Rathaus präsentiert, das Projekt soll in etwa zwischen zwei und 2,5 Millionen Euro kosten. „Die Finanzierung an sich ist und bleibt Sache der Bahn”, erklärt Wirtschaftsreferent Siegfried Knaak auf Anfrage des KREISBOTEN. „Da diese jedoch auch nicht über unerschöpfliche Mittel verfügt, sollen als nächstes verschiedene Fördermöglichkeiten erschlossen werden.” Konkret in Betracht kämen hier Gelder vom Bund, der Landesregierung oder der EU. Es bestünden gute Chancen, Fördergelder zu erhalten, da der neue Bahnhof „energetisch zukunftsweisend” und „barrierefrei”, das heißt behindertengerecht sein soll, so Knaak. Die Größenordnung soll dem heutigen Bahnhof entsprechen. Für ein konkretes Konzept habe man sich noch nicht entschieden. Wenn sich aber in den nächsten Monaten zeige, dass man mit den bis jetzt vorgelegten Möglichkeiten in Sachen Planung und Finanzierung nicht weiterkomme, müsse man wohl neue Konzepte erarbeiten. Landtagsabgeordneter Bernhard Pohl meint dazu: „Die Bahn hat im Vorfeld große Töne gespuckt, nun müssen sich die entsprechenden Leute auch darum kümmern, die nötigen Fördergelder zu erhalten.” Ihm gefalle zwar prinzipiell, dass der neue Bahnof den modernen Anforderungen an Energieeffizienz und Barrierefreiheit entsprechen soll, aber „ich hätte mir eigentlich etwas größeres vorgestellt”. Der jetzige Zustand sei zumindest auf keinen Fall weiter tragbar. „Das Bahnhofsgelände in seiner heutigen Form wird Kaufbeuren - als drittgrößte bayerischer Stadt südlich von München - überhaupt nicht gerecht. Gerade für Durchreisende hat ein Bahnhof eine ‘Schaufensterwirkung’, vermittelt einen ersten, bleibenden Eindruck. Und der ist momentan sicher nicht besonders gut.”

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