Flexiblere Aufnahme

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Die pflegerische Leitung Nicole Rieger nimmt im Triage-Raum eine erste Analyse mit den Patienten vor und ruft durch Diagnoseprogramme spezielle Abläufe auf. Dadurch entsteht Zeitgewinn und Sicherheit bei der Behandlung.

Kaufbeuren/Ostallgäu – Die Patientenzahlen im bisherigen Kaufbeurer Notfallzentrum hatten dramatisch zugenommen. Geplant waren 2001 circa 10.000 Patienten pro Jahr. Inzwischen sind es mehr als 20.000 im Jahr und weitere Steigerungen sind zu erwarten. Deshalb hat nun die Klinik Kaufbeuren die Räumlichkeiten für Notfälle erweitert.

Mit dem Ausbau zum Notfallzentrum hat die Klinik Kaufbeu­ren den steigenden Anforderungen Rechnung getragen und verdient nun nach den Worten des Vorstandes Dr. Philipp Ostwald mit Recht die Bezeichnung Notfallzentrum. 

In den vergangenen Monaten war die Notfallaufnahme um mehrere Behandlungsräume, einen „Triage“-Diagnostikraum und sogar einen Isolationsraum für ansteckende Krankheiten erweitert worden. Mit 650 Quadratmetern ist die Einrichtung nun nahezu doppelt so groß. 

Nach acht Monaten Umbauzeit und rund 1,3 Millionen Euro Kosten, wurde das neue Notfallzentrum im Beisein von Krankenhaus-Ärzteteams, niedergelassenen Ärzten und Vertretern der Rettungsdienste seiner Bestimmung übergeben. Dr. Philipp Ostwald beschrieb das Notfallzentrum mit kurzen Wegen und klaren Entscheidungsprozessen, als Visitenkarte eines Krankenhauses, weil darüber viele Patienten das Krankenhaus betreten würden. 

In der Eröffnungsrede betonte der stellvertretende Landrat Wolfgang Hannig, dass das Klinikum Kaufbeuren im Verbund der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeu­ren für alle Bürger des Landkreises offen sei. „Wir haben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit der Schließung zweier Häuser und Umstrukturierungen sehr viel abverlangt“, sagte Hannig, „das ist uns im Verwaltungsrat bewusst“. Zweiter Bürgermeister der Stadt Kaufbeuren Gerhard Bucher bestätigte, dass die Menschen in der Umgebung von Kaufbeuren bereits beginnen würden, das Klinikum „als das ihre“ anzunehmen. Er nahm auch gleich die Eröffnung zum Anlass, auf den Freundeskreis des Krankenhauses aufmerksam zu machen. 

Der Chefarzt des Unfallzentrums Dr. Wolfgang Schnitzler freut sich nun über insgesamt 14 Behandlungsplätze, über einen Isolierraum mit Schleuse und einen neu gestalteten Wartebereich. Liegend-Patienten kommen wie bisher auch über die Sanitätsanfahrt. Gehfähige Notfallpatienten kommen direkt über den Haupteingang zur Anmeldung, zum Triage-Raum und werden dann je nach Dringlichkeit den einzelnen Fachdisziplinen zugeordnet. 

Dringlichkeit steuert Abläufe 

Professor Helmut Diepolder, der Chefarzt der Gastroenterologie, berichtete über das nicht planbare Eintreffen von Patienten, „ob ambulant oder im Schockzustand“. Im Notfallzentrum gehe es dann aber nach Abläufen, gesteuert durch die Dringlichkeit. Ein akuter Herzinfarkt oder ein schwerer Unfall erfordere zeitlich andere Abfolgen als eine tiefe Schnittwunde. 

Durch die neuen Diagnosemöglichkeiten nach dem „Triage“-System mit Farbkodierung können nun die Abläufe transparenter gehalten werden und ergeben damit einen Zeitgewinn für Patient und Personal. Weiterhin verfüge das neue Notfallzentrum nun auch über eine eigene Aufnahmestation, in der Patienten zunächst überwacht und bereits voll voruntersucht an die eigentlichen Stationen in der Klinik übergeben werden. Tag und Nacht, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr.

von Wolfgang Krusche

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