Neugablonzer reden Klartext

Oberbürgermeister Stefan Bosse stellte sich in der Neugablonzer Bürgerversammlung auch durchaus kritischen Anmerkungen.

Die zweite Bürgerversammlung in diesem Jahr fand im Stadtteil Neugablonz statt. Oberbürgermeister Stefan Bosse informierte dabei über den Stand aktueller Themen aus dem Rathaus und gab einen Ausblick auf Projekte des Jahres 2012. Für die anwesenden Bürger wiederum standen vor allem fehlende Radwege, Kritik am Busverkehr, Gehsteinkanten, parkende Lkws sowie der Wunsch nach einer Sauna am Hallenbad auf der Tagesordnung. Die Veranstaltung im Gablonzer Haus war wie stets in den letzten Jahren gut besucht, viele Bürger nutzten dieses Forum, um ihre Probleme und Wünsche an die Verwaltungsspitzen der Stadt heran zu tragen.

Zuvor ging der OB jedoch ausführlich auf die spezifischen „Neugablonzer“ Themen ein. So soll der aktuelle Bauabschnitt des Neuen Markts bis zum Bürgerfest, das in diesem Jahr mit dem Schwabentag gekoppelt ist, fertig gestellt sein. Dann ist der Platz auch von allen Seiten ohne Einschränkung begehbar. In der sich anschließenden etwa einjährigen Pause wird nach jetzigem Planungsstand das Projekt „Reifträgerweg“ begonnen und 2013 auch abgeschlossen. Ebenso sei man hinsichtlich der Brücke an der Josefsthaler Straße auf einem „guten Weg für eine tragfähige Lösung“, so Bosse. Auch ein möglicher Bahnhalt in Leinau werde derzeit bei der Deutschen Bahn geprüft. Öffentlicher Verkehr Zwei Bürgerinnen kritisierten den Busverkehr: Einzelne Fahrer würden aggressiv fahren und es sei schon wiederholt zu Problemen mit Fahrgästen gekommen. Bosse empfahl, konkrete Fälle in der Zukunft zu benennen, dann könne man diesen nachgehen. Seniorin Hannelore Singer wollte dies nicht so gelten lassen. Sie sei oft mit ihrem Rollator per Bus unterwegs und spreche die Fahrer an, wenn sie Hilfe benötige. Das klappe „prima“ und daher ihr Tipp: „Sprecht miteinander!“ Die ebenfalls bemängelten Überschneidungen der Busabfahrzeiten am Bahnhof ließen sich laut Bosse aber leider aufgrund der „Komplexität der Fahrpläne“ nicht ändern. Bezüglich der hohen Gehsteigkanten am Bahnhof kündigte der Rathauschef eine Überprüfung an und sprach von einer eventuell möglichen Absenkung. Radwege und Lkws Die Bürger Karin Roscher und Kurt Fischer bemängelten die Situation der unvollständigen oder fehlenden Radwege in Neugablonz. Die Radwege werden laut OB, wie bei allen Vorhaben im Straßenbau, „Zug um Zug“ erneuert oder neu gebaut. Alles andere sei zu aufwändig. Baureferatsleiter Ralf Baur ergänzte, man werde wie geplant erst die Wege im Zentrum fertigzustellen und dann „sternförmig Straßen und Radwege, gegebenenfalls auch zu Lasten von Parkplätzen, neu anlegen“. Über parkende Lkws mit fremder Zulassung im Wohngebiet ärgerte sich Ulli Doll und regte ein „grundsätzliches Parkverbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen“ in diesen Bereichen an. Nächtliche An- und Abfahrten führten zu Lärmbelästigungen. Der OB bestätigte die Problematik, sah aber nur geringen Handlungsspielraum seitens der Stadt. Lob hatte Doll für den Stadtteil insgesamt und den Neuen Markt. Er fühle sich hier seit über vier Jahren „sehr wohl“. Sauna und Flugplatz Den Wunsch eines Bürgers nach einer Sauna am Hallenbad sah der OB aus finanziellen Gründen als nicht erfüllbar an. Für ein solches „Viermillionenprojekt“ habe die Stadt keinen Spielraum. Allerdings könnte für derartige Investitionen durchaus ein privater Investor in Frage kommen. Ob der Erhalt des Flugplatzes am Fliegerhorst möglich sei, wollte ein anderer Bürger wissen. „Die Bundeswehr will ihn aufgeben“, lautete die Antwort des OB, „aber wenn morgen ein Großunternehmen an unsere Tür klopft und die Schaffung von vielen Arbeitsplätzen in Zusammenhang mit der Flugplatznutzung verspricht, muss man darüber reden.“ Er persönlich halte dies jedoch für „sehr unwahrscheinlich“. Es gab aber nicht nur negative Anmerkungen von den Neugablonzern. Ein großes Lob erhielt zum Beispiel die Belegschaft vom Bauhof für ihre Arbeit vor allem in den Wintermonaten und Leiter Johann Müller für sein großes Engagement.

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