Vortrag zum 50-jährigen Jubiläum der Lebenshilfe Ostallgäu im Fendt Forum

Hirnforscher zu Besuch bei Fendt

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Wolfgang Neumayer (links), Geschäftsleitung Lebenshilfe Ostallgäu e.V., und Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer im Fendt Forum.

Marktoberdorf – „Mentale Stärke statt digitaler Demenz“ war kürzlich das Thema eines Vortrags im Fendt-Forum Marktoberdorf, zu dem die Lebenshilfe Ostallgäu im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen eingeladen hatte.

Ein großer Andrang herrschte auf den Plätzen im Fendt-Forum, schließlich ist der Vortragende Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer als herausragender Redner bekannt. 

Sepp Nuscheler, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von AGCO/Fendt, begrüßte die Gäste im Fendt Forum und lobte die Lebenshilfe Ostallgäu ausdrücklich für die hervorragende Zusammenarbeit mit AGCO/Fendt. Seit Jahren übernehmen Menschen mit Handicap für den Landtechnikhersteller Aufgaben im Bereich Lagerung und Versand von Informationsbroschüren, sowie einfache Vormontagearbeiten in der Produktion für das Unternehmen AGCO/Fendt. 

Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer, 1958 in Lengfeld geboren, ist einer der bekanntesten deutschen Neurowissenschaftler. Er forscht sehr intensiv zum Thema Gehirnentwicklung, digitale Medien und Bildungsforschung und vertritt die wissenschaftlich kontrovers diskutierte These, dass eine intensive Nutzung von digitalen Medien zu geistiger Verarmung führt. Danach werde die im Kindesalter bis zum Jugendalter von 17 Jahren stattfindende Gehirnentwicklung durch digitale Medien, wie Fernseher, Computer, Spielkonsolen, Navigationssysteme und Smartphones blockiert. Das Gehirn werde beispielsweise wesentlich mehr gefördert, wenn man Informationen in Büchern suche, als „einfach nur zu googlen“. 

Soziale Kompetenz werde durch persönlichen Kontakt erlernt und nicht über den Austausch mit Freunden „über Facebook und Co.“, so Professor Spitzer. Er meint, dass Menschen, die sehr intensiv das Internet nutzen, häufiger einsam sind und sich seltener gesellschaftlich-politisch engagieren. Die zunehmende Nutzung von digitalen Medien führe zu Lese- und Aufmerksamkeitsstörungen. Besonders bei Kindern werde dadurch die Lernfähigkeit vermindert. Aber auch Angst, Depressionen und Schlafstörungen können Auswirkungen von intensiver digitaler Mediennutzung sein, so Professor Spitzer. Aus diesen Gründen setze er sich für eine Konsumbeschränkung bei Kindern ein. Nur wer körperlich und geistig aktiv am Leben und der Gemeinschaft teilnehme, bleibe fit und gesund bis ins hohe Alter. 

Professor Spitzer beeindruckte die Zuhörer als ein dynamischer Redner, der es versteht, sein Publikum mitzunehmen. Er schaffte es, wissenschaftliche Fakten auf ein all- gemeinverständliches Maß herunter zu brechen und seine Zuhörer dabei sowohl zum Nachdenken, als auch zum Lachen anzuregen. Wolfgang Neumeyer, Geschäftsleiter der Lebenshilfe Ostallgäu, freut sich besonders über die gelungene Veranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum der Lebenshilfe: „Das Fendt Forum bietet eine tolle Kulisse für diesen Anlass.“

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