Nicht unter Druck setzen lassen

Hier an der Kreuzung Jörglweg soll ein großer Kreisverkehr entstehen. Im weiteren Verlauf der Schwabenstraße gibt es vielleicht bald ein gleichberechtigtes Miteinander von Autos, Radfahrern und Fußgängern Foto: Bauer

Ohne das Ziel einer endgültigen Festlegung wurde den Stadträten des Bau-, Verkehrs- und Werkausschusses in der jüngsten Sitzung Gelegenheit gegeben, sich zu einer möglichen Umsetzung des Shared-Space-Konzeptes in der Schwabenstraße zu äußern. Konkret ging es um den Bereich vom Jörglweg bis zur Einmündung in die Gschwender Straße.

Ein Unfallschwerpunkt sei dieser Bereich, erklärte Stadtbaumeister Peter Münsch, und schlug vor, das Tempo auf 30 Stundenkilometer zu begrenzen. Er stellte die Frage in den Raum, ob das Shared-Space-Konzept, das Fußgängern, Radfahrern und Autos die gleichen Rechte einräumt, oder getrennte Rad- und Fußwege in diesem Bereich verwirklicht werden sollten. Er wies auch auf einen gewissen Druck hin, den der Neu- und Umbau des Landratsamtes ausgelöst hätte. So wusste der Stadtplaner Bertram Mooser zu berichten, dass sich das Landratsamt umdrehe, will heißen, dass Haupteingang und Parkplätze künftig von der Schwabenstraße aus zu erreichen seien. Eine Einbeziehung des Zugangsbereiches in ein Shared-Space-Konzept wäre also denkbar und müsste auf jeden Fall frühzeitig mit den Baumaßnahmen des Landratsamtes abgestimmt werden. Zwei „giftige Bereiche“ gebe es hier im Straßenverlauf, meinte Markus Singer (CSU): Die Kreuzung mit dem Jörglweg und die Parkplatzzufahrt zum Kaufland. Wenn schon, dann müsse man das ganz durchziehen. Ein großer Kreisverkehr am Jörglweg würde die Situation entschärfen und ob das neue Modell bis zur Rauhkreuzung weiter geführt werden solle, ist noch offen, entgegnete Mooser. Franz Barnsteiner (FW) begrüßte die Möglichkeit Shared Space zu testen, wenngleich die Versicherungen dem Modell, wegen häufiger Blechschäden, ablehnend gegenüber ständen. Einen Kreisverkehr in der dargestellten Dimension sei problematisch, dafür stünden die Häuser im Hinblick auf den zu erwartenden Krach zu dicht an der Fahrbahn. Die Schwabenstraße müsse keine Hauptverkehrsachse sein, denn dafür stünden die Ruderatshofener – und die Kaufbeurener Straße zur Verfügung, außerdem würden die Garagen am Landratsamt entfernt wandte Mooser ein. Wolfgang Schmid (FW) sah gar ein neues Kapitel in der Verkehrsplanung aufgeschlagen. Er wolle sich auf jeden Fall nicht vom Landratsamt unter Druck setzen lassen und die Neugestaltung erst dann machen, wenn sie dran sei. Hier gehe es im ersten Ansatz nur um eine Abstimmung mit dem Landratsamt, zum Beispiel um konkrete Höhenangaben, informierte Münsch. Clara Knestel (Grüne) fand die Idee sehr ansprechend und meinte „den Landrat wird’s freuen“. Zusammenfassend resümierte Bürgermeister Werner Himmer, dass die Räte der Sache positiv gegenüber ständen. Damit sei die Grundlage für weitere Gespräche mit dem Landratsamt geschaffen.

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