Was gehört in welche Tonne?

Müll ist nicht gleich Müll

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Glas, Papier und Blech gehören in den Container – das weiß mittlerweile jeder. Zu allen anderen Wertstoffen gibt im Zweifelsfall das Landratsamt Auskunft.

Landkreis – Immer mehr Wertstoffe können wiederverwertet werden. Das ist gut für die Umwelt, stellt aber so manchen Bürger auch vor Probleme. Was gehört in welche Tonne, was darf in den Restmüll, und wo können Wertstoffe korrekt abgegeben werden? Nicht jeder Einwohner im Ostallgäu zeige da bereits das nötige Verantwortungsgefühl, so Klaus Rosenthal, Leiter der Kommunalen Abfallwirtschaft im Landratsamt Ostallgäu in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung und Umwelt.

Zwar gehöre der Landkreis weiterhin zu den Landkreisen mit dem geringsten Restmüllaufkommen in Bayern. Aber: Es gebe weiter Aufklärungsbedarf. 

Insgesamt habe sich das gesamte Müllaufkommen der Ostallgäuer Bürger in den vergangenen Jahren auf einem, so Rosenthal, „relativ gleichbleibenden Niveau eingependelt“. Nur das korrekte Trennen bereitet so manchem noch Probleme: Rund 20 Prozent beträgt derzeit der Anteil der sogenannten „Fehlwürfe“. Heißt: Wertstoffe wie Blechdosen oder Plastik landen im Hausmüll, wo sie nicht hingehören. „Vor allem in Wohnblocks, wo viele Parteien ihre Abfälle in derselben Tonne entsorgen, mangelt es bei manchen noch am nötigen Verantwortungsbewusstsein“. Auch Infoveranstaltungen hätten da wenig gebracht: „Da kommen hauptsächlich die, die sich sowieso für das Thema interessieren, die anderen bleiben weg“. 

Dabei verfügt der Landkreis mit seinen 45 Wertstoffhöfen über ein Entsorgungssystem, das sich laut Landrätin Maria Rita Zinnecker sehen lassen kann. „Im Vergleich zu anderen Landkreisen sind wir da sehr gut aufgestellt, jede Gemeinde hat einen Sammelplatz, für Problem- und Sperrmüll stehen ebenfalls ausreichend Sammelstellen bereit“. 

Entgegen gekommen sei man unter anderem dem Wunsch der Bürger, Sperrmüll zum gewünschten Zeitpunkt selbst abzuliefern: Laut Statistik hat sich seit der Erweiterung des Bringsystems beim Sperrmüll von vier auf sechs Sammelstellen im Jahr 2012 die Inanspruchnahme des Holsystems von 162 Tonnen auf 91 Tonnen fast halbiert. In Buchloe, Füssen, Marktoberdorf, Obergünzburg, Pfronten und der Hausmülldeponie Oberostendorf kann mittlerweile auf kurzem Weg – neben den üblichen Containern für Glas, Papier oder Blechdosen – auch Rest- oder Sperrmüll abgegeben werden. 

Anstieg bei Altholz und Elektroschrott 

Stark angestiegen ist im Landkreis die erfasste Altholzmenge: Sie hat sich mit knapp über 6000 Tonnen gegenüber dem Jahr 2000 fast verdoppelt. Auch der Elektronikschrott ist deutlich mehr geworden: Die Erfassungsquote betrug zuletzt 10,6 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. Damit übertrifft das Ostallgäu laut Landratsamt die Zielvorgaben der EU von vier Kilogramm pro Einwohner und Jahr „um ein Mehrfaches“. Grundsätzlich sei eine Steigerung bei den erfassten Wertstoffen aber nicht unbedingt ein Indiz dafür, dass die Bürger mehr Müll verursachen. „Dies liegt eher daran, dass wir mehr erfassen können, und weil die Bürger die Wertstoffe auch als solche entsorgen“, zog Rosenthal trotz der Steigerungen ein eher positives Resümee. 

Hartplastik gehört nicht in den gelben Sack 

Erfreulich sei außerdem, laut Rosenthal, dass mittlerweile auch sogenannte „verpackungsfremde Kunststoffe“ wie zum Beispiel Plastikspielzeug oder Wäschekörbe, im Landkreis als Wertstoffe abgegeben werden können. Sie dürfen zwar nach wie vor im Hausmüll – und nicht im gelben Sack – landen, können bei entsprechender Entsorgung aber einer Wiederverwertung zugeführt werden. Hier habe man nach „einiger Suche“ einen entsprechenden Verwerterbetrieb gefunden. „Wenn jetzt bald auch Obergünzburg diese Entsorgung anbietet, können die Bürger derartige Plastik­abfälle an allen Wertstoffhöfen abgeben, wo auch Restmüll angenommen wird“, so Rosenthal. 

Mangelndem Bewusstsein angemessen begegnen 

Wie dem mangelnden Umweltbewusstsein mancher Bürger von kommunaler Seite begegnet werden könne, darüber gab es im Ausschuss eine Diskussion. Gegen eine stärkere „Tonnenkontrolle“ sprach sich Ursula Lax (CSU) aus: „Das wäre, als ob jemand nach Hause ins Wohnzimmer kommt und kontrolliert, ob geputzt ist“. Eine Argumentation, der sich Dr. Paul Wengert (SPD) nicht anschließen wollte: „Wenn Wertstoffe im Hausmüll entsorgt werden, geht das – nicht zuletzt im Hinblick auf die entstehenden Kosten für die Weiterverwertung des Mülls – zu Lasten der Allgemeinheit“. Er forderte ein härteres Durchgreifen. 

Sanktionen für besonders uneinsichtige Bürger gibt es bereits jetzt: Ist für den Müllfahrer auf den ersten Blick erkennbar, dass in der Restmülltonne zu viele Wertstoffe entsorgt wurden, gibt es einen gelben Zettel an der Tonne. Folgt irgendwann der rote Zettel, wird die Tonne im schlimmsten Fall nicht mehr geleert. Laut Rosenthal erwarte man sich in der nächsten Zeit durch die Erhebungen des Abfuhrunternehmens weitere Aufschlüsse darüber, „was, wie und wo falsch eingeworfen wird“. Dann wolle man über das weitere Vorgehen entscheiden. 

Wer übrigens seinen Müll korrekt trennen und abgeben möchte, aber nicht genau weiß, wo und wie, der erhält beim Bereich Abfallwirtschaft am Landratsamt Infos unterwww.buerger-ostallgaeu.de/abfallwirtschaft oder unter der Telefonnummer 08342/911384.

von Michaela Frisch

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