"Den weißen Fleck schließen": Obergünzburg will Unterkunft für Asylsuchende bauen

Eine neue Heimat auf Zeit

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Die Unterkunft für Asylbewerber in Marktoberdorf-Nord wurde im Januar 2014 eingeweiht. Obergünzburg will jetzt mit einem Heim für Asylsuchende nachziehen.

Obergünzburg – Um einen Beitrag zur Bewältigung des nach wie vor hohen Flüchtlingszustroms im Landkreis zu leisten, soll in der Marktgemeinde Obergünzburg noch heuer eine Übergangsunterbringung für Asylsuchende entstehen.

Dies gab Bürgermeister Lars Leveringhaus kürzlich bekannt. Auf dem Grundstück im Bereich Hartmannsberger Straße/ Forstweg soll die Übergangsunterbringung für Asylsuchende eingerichtet werden. Geplant ist ein zweigeschossiges Wohnheim mit 21 Doppelzimmern sowie acht Wohneinheiten für Familien mit eigenen Nasszellen und Küchenzeilen. Ferner sind ein Gemeinschaftsraum, mehrere Koch- und Essräume, Sanitäranlagen und eine Waschküche vorgesehen, ebenso Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder. 

Der Bauantrag für das Vorhaben liegt dem Landratsamt Ostallgäu bereits zur Genehmigung vor. Voraussichtlich könne noch im Frühjahr dieses Jahres mit dem Bau begonnen werden, so Leveringhaus. Die Fertigstellung ist dann für Ende dieses Jahres geplant. Möglicherweise könnten somit bereits im Dezember die ersten Flüchtlinge untergebracht werden. 

Für die Kosten der Unterbringung der Asylsuchenden komme allein der Freistaat auf. Durch die Planungen, die Dauer der Asylverfahren erheblich zu verkürzen, sei davon auszugehen, dass in der Übergangsunterkunft in Obergünzburg „ein häufiger Wechsel“ und daher „keine endgültige Integration“ stattfinden werde, so Leveringhaus. 

Um den Asylbewerbern das Einleben in der neuen Heimat auf Zeit zu erleichtern, würde der Bürgermeister die Bildung von Unterstützerkreisen begrüßen und diese nach Möglichkeit auch durch die Gemeinde fördern. Im Gebiet um Obergünzburg seien „derzeit noch keine Flüchtlinge untergebracht“, begründete Bürgermeister Leveringhaus die Entscheidung, im eigenen Ort eine Unterkunft für Asylsuchende zu errichten. 

Mit der Einrichtung des Übergangswohnheims wolle die Gemeinde den „noch weißen Fleck auf der Landkarte“ schließen. „Wir stellen uns dieser Diskussion, wir stellen uns unserer sozialen Verantwortung“, so Leveringhaus. Eine Bürgerinformationsveranstaltung am Dienstag, 24. März um 20 Uhr im Gasthof Goldener Hirsch soll über das geplante Projekt informieren.

von Sabrina Hartmann

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