Fliegerhorst Kaufbeuren: Oberstleutnant Dr. Volker Pötzsch 100 Tage im Amt

"Es macht einfach Spaß"

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100 Tage im Amt: Oberstleutnant Dr. Volker Pötzsch als neuer Kommandeur auf dem Fliegerhorst freut sich über seine Arbeit „hautnah bei den Menschen“.

Kaufbeuren – Als Jubiläum wurde das Ereignis nicht gefeiert, eher als Startschuss in eine weiterhin spannende Zeit. „Es macht ganz einfach wieder Spaß, da zu sein, wo die Arbeit ist: hautnah bei den Menschen“, so das erste Fazit von Oberstleutnant Dr. Volker Pötzsch nach 100 Tagen im Amt.

Er hatte die Funktion als Kommandeur der Abteilung Süd des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe (TAZLw Abt Süd) am 1. Juli von Oberst Harald Burghardt übernommen. Der Kreisbote sprach mit dem Kommandeur über seine ersten Erkenntnisse in der neuen Funktion. 

In seiner vorherigen Verwendung war der promovierte Diplom-Informatiker als Referent beim parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Verteidigung in Berlin tätig. „Berlin ist nett, aber hier fehlt mir nichts“, so die Antwort auf die Frage, was er am neuen Standort vermisse. Insbesondere angetan ist er von den Reaktionen der Kaufbeurer Bevölkerung, die er bei der erst kürzlich erfolgten Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge erlebte. „Quer durch alle Altersgruppen habe ich nur positive Kontakte gehabt“, berichtete Dr. Pötzsch. So etwas habe er in diesem Maße noch nicht erlebt, „das war unglaublich“. 

„Ich fühle mich als Badener in Schwaben unheimlich wohl“, ergänzte der aus Freiburg im Breisgau stammende und in Olching wohnhafte Vater einer Tochter. Die Aufnahme sei „sehr sympathisch“ gewesen. Der „Wechsel vom Manager in Uniform“ in eine truppendienstliche Führungsverwendung habe bei ihm in seiner bisherigen Laufbahn geradezu idealtypisch funktioniert. 

Menschenführung im Vordergrund 

Im Vordergrund der neuen Tätigkeit sieht der Kommandeur seine Aufgabe als Truppenführer in der Menschen- führung. „Es ist einfach schön zu sehen, wie mit der Arbeit umgegangen wird. Die Angehörigen der früheren TSLw 1 und des heutigen TAZLw vollbringen mit Freude – und zu Recht mit Stolz – eine Leistung auf fachlich sehr hohem Qualitätsniveau“, stellt der Kommandeur fest. Sie seien zudem fachlich äußerst motiviert, was er bereits in Unterrichten erleben konnte. Das „macht ganz einfach Spaß“. 

Auf der anderen Seite könne er bei Menschen, die vielleicht persönlich gerade in einer schwierigen Situation steckten und diese Belastungen mit sich trügen, unterstützen und helfen. „Ich bin weniger ein Freund des Papiers, sondern eher ein Freund des gesprochenen Wortes. Das erleichtert die zwischenmenschlichen Aspekte“, lautet eine Maxime des Vorgesetzten von derzeit rund 1000 Menschen. Unterstützen will er auch weiterhin die Aktion „Helfen macht Schule“, zumal er nach seinen Worten einen „großen Rückhalt in der Bevölkerung“ verspüre. Das ermuntere zu einem Engagement auch in anderen Dingen. 

Zur zukünftigen Entwicklung 

Die Frage, wann eine Verlegung der Ausbildungseinrichtung realistisch sei, beant- wortete Dr. Pötzsch dahin gehend, dass es ja bereits eine Änderung hinsichtlich der zeitlichen Abläufe gebe. Es heiße nunmehr „nach Abschluss der Realisierung der Infrastrukturmaßnahmen auf dem Lechfeld“. Er gehe davon aus, dass dies in naher Zukunft eine Konkretisierung erfahren werde: „An Spekulationen zu neuen Zahlen beteilige ich mich nicht, das schafft nur Unruhe!“ Dass die Verlegung bestimmter Trainer für das Waffensystem Tornado nicht möglich ist, ist wohl unstrittig. 

Inwieweit die praktische Ausbildungsgestaltung für diesen Bereich dann einer Lösung zugeführt wird, hängt auch mit der weiteren – vermutlich deutlich über 2020 hinaus gehenden Einsatzdauer des Bau- musters zusammen. Die Verhandlungen mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) sind nach den Worten des Kommandeurs in eine „entscheidende Phase“ getreten. 

Anfang des kommenden Jahres würden genauere Informationen vorliegen. Aufgeschlossen zeigte er sich für neue Projekte am Standort, wie beispielsweise im wachsenden Markt ziviler Drohneneinsätze und der dazu erforderlichen Ausbildung. „Ich verschließe mich nicht einer Kooperation für zukünftige Projekte. Konversion umfasst nicht nur Infrastrukturmaßnahmen, sondern auch die Menschen – insbesondere die Fachkräfte vor Ort.“ von Wolfgang Becker

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