40 Jahre Imkerschule Schwaben

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Am Tag der offenen Tür der Imkerschule Schwaben bieten die Organisatoren ein vielfältiges Programm mit interessanten Eindrücken in die Welt der Bienen.

Kaufbeuren-Kleinkemnat – Die Imkerschule Schwaben in Kaufbeuren-Kleinkemnat feiert heuer ihr 40-jähriges Bestehen. Im Rahmen des Tag der Imkerei am Sonntag, 3. Juli, veranstaltet sie von 10 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür, in dessen Mittelpunkt das Jubiläum steht.

Gegründet wurde die Imkerschule 1976 laut Gerd Ullinger, dem heutigen Leiter der Imkerschule, auf Initiative von Heinrich Baur, Kaufmann und Stadtrat in Kaufbeuren, der damals auch zugleich Bezirksvorsitzender der Imker Schwaben war. Als die Stadt Kaufbeuren nach einer Verwendung für die durch die Eingemeindung frei werdende Volksschule in Kleinkemnat suchte, konnte er den damaligen Oberbürgermeister Rudolf Krause, die Stadtratskollegen und die Kreisvorsitzenden der Imker Schwaben von der Wichtigkeit der Gründung einer Bildungseinrichtung für Imker überzeugen. Im damaligen Bezirkstagspräsident Dr. Georg Simnacher und Landrat Adolf Müller (Ostallgäu) fand er weitere Fürsprecher und Förderer.

„Am Samstag, 25. September 1976 war es dann so weit, der erste Kurs konnte starten und sechs weitere folgten noch im gleichen Jahr“, weiß Gerd Ullinger. Mit Josef Bergmeier stellte das Land Bayern 1976 einen weiteren Fachberater für Bienenzucht ein. Er stellte ein umfangreiches Kursprogramm auf die Beine und erfüllte die neue Imkerschule mit Leben bis zu seinem Ruhestand 1986. Fachberater Hans Gollwitzer führte die Schule von 1987 bis 1994 erfolgreich weiter, was an den steigenden Besucherzahlen abzulesen ist, so Ullinger.

Seit 1995 ist Johann Fischer Fachberater für Bienenzucht in Schwaben. Er leitet nicht nur die 22 Kurse an der Imkerschule in Kleinkemnat, sondern gibt zusätzlich weit über 20 Kurse pro Jahr an den zahlreichen Lehrbienenständen in Schwaben. „Allein im vergangenen Jahr waren es 48 Kurse mit insgesamt 2815 Teilnehmern in Schwaben“, betont Ullinger. „Sein fundiertes, umfangreiches Fachwissen und die brillante Art dieses Wissen weiterzugeben machten die Imkerschule bis heute zu einem Erfolgsmodell.“

Der Einzugsbereich der Imkerschule umfasse nicht nur ganz Schwaben, sondern auch die angrenzenden Bereiche Oberbayern, Württemberg und Österreich. Über 37.500 Imker haben Ullinger zufolge von 1976 bis 2016 die Kurse besucht. „Im ersten Jahrzehnt waren es bereits 7386 Teilnehmer. Diese Zahl steigerte sich kontinuierlich und erreichte im letzten Jahrzehnt über 14.700 Besucher. Allein in den Jahren 2014 und 2015 waren es jeweils über 2000“, so Ullinger. Manchmal übersteige dies die räumlichen Kapazitäten der Schule. Deshalb seien in den vergangenen Jahren für die stark besuchten Anfänger- beziehungsweise Honigkurse größere Räumlichkeiten angemietet.

Ullinger: „Die Besucher schätzen vor allem das familiäre Klima an der Schule und die ausgewogene Verbindung von Theorie und Praxis in allen Themenbereichen der Imkerei“. Dazu führe die Schule einen Lehrbienenstand mit circa 20 Bienenvölkern. Hier werden alle Arbeiten am Bienenvolk vorgeführt und praktisch geübt. Anfänger erwerben hier ihr Grundwissen und erfahrenere Imker die notwendige Weiterbildung.

Gefördert wird die Schule nach Teilnehmerzahlen vom Land Bayern, vom Bezirk Schwaben über den Bezirksverband Imker Schwaben und von der Stadt Kaufbeuren, die das Schulgebäude in Kleinkemnat zur Verfügung stellt. Dadurch ist es möglich, die Kurse kostenfrei anzubieten.

Die Referenten werden bei den Kursen durch die Völkerbetreuungs-Mannschaft unter der Leitung von Werner Köhler, sowie Daniela Echtler, Hannelore Fischer und Anka Titz-Schnugg im Service unterstützt. Am Tag der offenen Tür sind weitere 30 bis 35 freiwillige Helfer ehrenamtlich im Arbeitseinsatz. Unter anderem wird es einen Vortrag zu Varroa, Filmvorführungen und einen Bienenmarkt geben. Außerdem wird Imkereibedarf verkauft. Das Kursprogramm und weitere Infos können im Internet unter www.imkerschule-schwaben.de abgerufen werden.

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