Optionen für den Fliegerhorst

Kürzlich stattete eine russischen Delegation der TSLW1 im Bereich der Fluglotsenausbildung einen Besuch ab.

Mit der heute gefallenen Entscheidung (über die mögliche Schließung des Fliegerhorstes Kaufbeuren, nach Redaktionsschluss) bietet der Fliegerhorst Kaufbeuren mit seinem rund 85 Hektar großen Gelände eine Infrastruktur, die für viele Einrichtungen aus Wirtschaft und Industrie sowie für Bildungsinstitutionen interessant ist. Bereits im Vorfeld der Standortentscheidung gab es vielfach Kontakte auf lokaler Ebene sowie durch die Mandats- träger in Land und Bund. Dabei wurden Ansätze und Konzepte für Kooperationen mit der Kommune und dem Bund entwickelt. Und Einiges klingt viel versprechend.

Erst vor einigen Wochen war die Firma e.sigma im Rahmen einer Reise mit Bayerns Wirtschaftsminister Zeil in Russland mit der Russischen Akademie der Wissenschaften über die Ausbildung von Flugsicherungspersonal ins Gespräch gekommen. Die Russen hatten nicht nur starkes Interesse an einer Ausbildung von Flugsicherheitspersonal bekundet, sondern vor wenigen Tagen bei einem Besuch in Kaufbeuren mit der Firma e.sigma einen langjährigen Kooperationsvertrag („letter of intent“ = Absichtserklärung) über die Software unterzeichnet. Darüber hinaus war nach der Besichtigung des Tower-Simulators im Fliegerhorst die Absicht bekundet worden, die Ausbildung in Kaufbeuren durchzuführen. Bei entsprechender Auslastung könnte auch ein zweiter Simulator gebaut und weitere zivile Ausbildung international angeboten werden. Die Firma e.sigma hatte schon bei der Einführung des Tower-Simulators von sich reden gemacht. In einem Modell hatte sich die Bundeswehr entgegen üblicher Ausschreibungspraxis entschieden, die Projektierung in eine Hand zu geben und e.sigma als Hauptauftragnehmer beauftragt. Kosteneinsparungen in Millionenhöhe und eine fast um die Hälfte verkürzte Bauzeit waren eine Erfolgstory in der Einführung von militärischer Ausstattung. Unbemannte Flugsysteme Auch die Firma Cassidian ist an einer Kooperation mit dem Fliegerhorst interssiert. Das Unternehmen wiederum ist ein weltweit agierender Hersteller von Sicherheitssystemen für Firmen und nationale Auftraggeber. Unter anderem stellt das Unternehmen sogenannte unbemannte Flugsysteme (Unmanned Aerial Vehicles / UAVs) her, die sowohl in zivilen als auch in militärischen Einsätzen Anwendung finden. Die strahlgetriebenen Flugkörper haben durch ihre Antriebsart große Parallelen zu herkömmlichen Strahlflugzeugen wie Tornado und Eurofighter, die ja an der Technischen Schule im Fliegerhorst ausgebildet werden. Thema Ausbildung Oberbürgermeister Stefan Bosse und MdL Bernhard Pohl (Freie Wähler) hatten zusammen mit der IHK eine Idee entwickelt. Mit dem Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BfD) könnte für ausscheidende Zeitsoldaten ein Ausbildungszentrum zusammen in Kooperation mit der heimischen Wirtschaft aufgebaut werden. Bereits vor einigen Monaten hatte die staatliche Berufsschule Kaufbeuren sich zu Wort gemeldet. Eine Chance könnte sich für den Bereich der metalltechnischen Berufe abzeichnen. In einem Gespräch mit dem Kreisboten hatte Roland Götz als Abteilungsleiter Metall der Berufsschule erläutert, die Berufsschule habe im Bereich Werkzeugbau ein Alleinstellungsmerkmal weit über die Region hinaus. Von den insgesamt 730 Schülern im Fachbereich Metall aus ganz Schwaben von Neu-Ulm bis Füssen sind allein 330 im Werkzeugbau angesiedelt. Eine Technikerschule für Maschinenbau mit Fachrichtung Werkzeugbau/Qualitätssicherung würde sicher eine Steigerung der Attraktivität für die Berufsschule und den Standort Kaufbeuren bedeuten. Und über die Frage des Sachaufwandsträgers könnte ja durchaus auch ein Gespräch mit dem Freistaat Bayern geführt werden. Bei allen Maßnahmen handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Privatisierung des Fliegerhorstes, sondern um zusätzliche Komponenten im Rahmen eines Betreibermodells. Somit könnten frei werdende Kapazitäten genützt und Auslastungen gesteigert werden.

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