Staatssekretär informiert über ersten Bauabschnitt der Ortsumgehung Marktoberdorf

"Eine überfällige Baumaßnahme"

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Informationsveranstaltung in Schillenberg zur Umgehungsstraße: Dr. Paul Wengert (v. links; Mdl SPD), Bruno Fischle (Leiter Staatliches Bauamt Kempten), Stephan Stracke (MdB CSU), Dr. Andreas Scheuer (parl. Staatssekretär CSU), Angelika Schorer (MdL CSU), Landrat Johann Fleschhut, Bürgermeister Werner Himmer und MdL Berhard Pohl (FW).

Marktoberdorf – Nun ist es endlich soweit. Mit dem ersten Abschnitt hat der Bau der Orts- umgehung Marktoberdorf Bertoldshofen begonnen.

Seit mehr als 30 Jahren sei man dabei, an einer Lösung zu basteln, die eine Entlastung für die Kreisstadt schafft, nachdem man die ursprünglich einmal geplante Ost-West-Verbindung durch die A 98 aufgegeben hatte, erklärte der Leiter des staatlichen Bauamtes Kempten Bruno Fischle anlässlich einer Informationsveranstaltung durch den parlamentarischen Staatssekretär Dr. Andreas Scheuer (CSU) am Freitag.

Nach 1,9 Kilometer, kurz vor dem Ortsteil Bertoldhofen, ist allerdings erst einmal Schluss, da der Weiterbau der insgesamt 9,1 Kilometer umfassenden Straßenbaumaßnahme durch die Klage eines Grundstücksbesitzers vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gehemmt wird. Noch ist das Gesamtvorhaben im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) dem vordringlichen Bedarf zugeordnet, es komme jetzt allerdings besonders darauf an, so Stephan Stracke (MdB CSU), dass der zweite Bauabschnitt nach der gerichtlichen Entscheidung, ohne Durchlaufen weiterer Prüfschleifen auch nach der Fortschreibung das BVWP 2015 nahtlos fortgesetzt werden kann.

Diese Erwartung sei nicht unbegründet, denn immerhin könne sich das Vorhaben auf einen Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahre 2011 stützen. Hinter dem Wunsch aller Beteiligten für ein unfallfreies Bauen reihte sich deshalb die Hoffnung nach einer möglichst frühzeitigen Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes an zweiter Stelle ein. Prognosen, wann ein Urteil zu erwarten sei, wollte niemand abgeben, zumal sich der Verwaltungsgerichtshof vorrangig mit der dritten Startbahn für den Flughafen München beschäftigt. Der erste Bauabschnitt umfasst laut Bauamt Kempten einen als Kreisverkehr beim Ortsteil Schillenberg ausgeführten Knotenpunkt mit Rad- und Gehwegunterführung und 1,9 Kilometer Straße, die zum größten Teil auf der bereits bestehenden Trasse verläuft. Der Baubeginn im Rahmen des Sofortvollzuges sei wegen der gravierenden Straßen- schäden erforderlich geworden, so Fischle. Staatssekretär Andreas Scheuer aus den Bundesverkehrsministerium stellt bei der „längst überfälligen Baumaßnahme“ die Entschärfung der Kreuzung der B16 mit der B472 südlich Marktoberdorf mit dem Hinweis auf die Verkehrssicherheit in den Vordergrund.

Dieser Abschnitt mit einem Kostenvolumen von 2,1 Millionen Euro ist unstrittig und endet an einem Punkt, der die Fortführung des zweiten Bauabschnittes im Einklang mit der ausstehenden Gerichtsentscheidung ermöglicht.MdB Stracke stellte das Vorhaben in einen gesamtbayerischen Zusammenhang und wies darauf hin, dass es sich um eines von fünf vordringlichen Projekten in Bayern handele. Mit den Mitteln aus dem Infrastrukturbeschleunigungsprogramm II nehme, auch mit Blick auf die Fortführung des vierspurigen Ausbaus der B12, der Bund seine Verantwortung im Landkreis wahr.

Landrat Johann Fleschhut reklamierte die wirtschaftliche Bedeutung Marktoberdorfs, deren Verkehrsinfrastruktur aber nicht mehr auf „Höhe der Zeit“ sei. In Zusammenhang mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Lindau forderte Fleschhut, auch die Verbindung Buchloe-Füssen nicht aus den Augen zu verlieren. Bürgermeister Werner Himmer sprach von einem im wahrsten Sinne des Wortes sonnigen Tag für die Stadt Marktoberdorf.

Von Klaus Bauer
Kpb

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