Marktoberdorfer CSU thematisiert Kliniken-Situation – Neuwahlen ohne Überraschungen

Bekannte Gesichter im Vorstand

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Der Vorstand: Beisitzer Philipp Heidrich (von links), 1. Stellvertreterin Ulrike Sigfrid, Beisitzer Leonhard Herbein (etws verdeckt), Vorsitzender Eduard Gapp, 2. Stellvertreter Hans-Peter Winterhalder, ehemaliger Schatzmeister Werner Jahn und die neue Schatzmeisterin Irmgard Winterhalder. Auf dem Foto fehlt Schriftführer Ernst Weber.

Marktoberdorf – Mit einer Enthaltung wurde Eduard Gapp einstimmig als Ortsvorsitzender der CSU Marktoberdorf wiedergewählt. Auch sonst gab es bei den Wahlen wenig Überraschendes, umso mehr hatte es Gapps Rede in sich, in der er harsche Kritik an den Entwicklungen im Klinik-Unternehmen übte. 

Beherrschendes Thema in dem Rechenschaftsbericht, den der 1. Vorsitzende des CSU-Ortsverbands Marktoberdorf, Eduard Gapp, auf der jüngsten Ortsversammlung vorstellte, war die aktuelle Situation in den Kreiskliniken und hier speziell des Hauses in Marktoberdorf. Einen eindringlichen Appell richtete er an die Verantwortlichen, das Haus in der Landkreismitte nicht aufzugeben, obwohl insgesamt die Situation „alles andere als rosig“ sei. Einen weiteren Schwerpunkt seiner Rede bildete die im Jahr 2014 anstehende Kommunalwahl. Um das angestrebte Ziel zu erreichen, wieder mit einem CSU-Bürgermeister in Marktoberdorf zu regieren, soll bis Mitte des Jahres ein geeigneter Kandidat präsentiert werden. 

"Ein Abgrund tut sich auf" 

Die Kliniken Ostallgäu bezeichnete Ortsvorsitzender Eduard Gapp als das beherrschende politische Thema der letzten Zeit, mit der sich der CSU-Ortsvorstand und die Stadtratsfraktion beschäftigte und weiter beschäftigen wird. Die finanzielle Entwicklung des Kommunalunternehmen Kreiskliniken Ostallgäu sei mehr als besorgniserregend und wenn man heute von einem Defizit von mehr als dreizehn Millionen Euro spreche, so müsse man sich doch fragen, wer dafür eigentlich die Verantwortung trage. Der „tiefe Graben zwischen dem Verwaltungsratsvorsitzenden und seinem Stellvertreter“ sei für nachhaltige Entscheidungen und konstruktive Unternehmensführung alles andere als förderlich. Falls nicht schnell Lösungen für eine merkliche Reduzierung des Defizits gefunden würden, könne man nicht umhin, die Schließung der Krankenhäuser in Marktoberdorf, Buchloe und Obergünzburg in Erwägung zu ziehen. „Wir schlingern sehenden Auges auf den Abgrund zu“, so Gapps Fazit. 

Ausreichende Auslastung? 

Für Gapp und die CSU in Marktoberdorf standen laut eigener Aussage „stets die medizinische Versorgung der Bürger im Vordergrund der Diskussionen“. Dabei werde es die kleinen Krankenhäuser mit den alten Strukturen nicht mehr geben. Leider sei die beschlossene Spezialisierung der Häuser von den alten Vorständen nicht energisch genug vorangetrieben worden. Das ambulante OP-Zentrum in Marktoberdorf werde scheitern, denn „mit 2.500 Operationen im Jahr“ ist das Haus laut Eduard Gapp „bei weitem nicht ausgelastet“. Dem neuen Vorstand Dr. Philipp Ostwald werde keine andere Wahl bleiben, als das Haus endgültig zu schließen. Allerdings bleibe trotz allem noch ein Rest Hoffnung, dass Ostwald das Ruder herumreißt: „Ein letzter Versuch ist gut, allein der Glaube fehlt mir.“ 

Spannender Wahlkampf 

Das Hauptaugenmerk im Jahr 2013 wird der Ortsverband der CSU auf die Vorbereitung zu den Kommunalwahlen 2014 legen. Es seien bereits intensive Gespräche mit möglichen Bürgermeisterkandidaten im Gange und bereits im April will man sich innerhalb der Vorstandschaft aus Marktoberdorf und Leuterschach zu einer Vorstellungsrunde treffen. Ziel sei es, sich auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen und ihn der Nominierungsversammlung vorzuschlagen, um vielleicht schon Mitte des Jahres den eigenen Kandidaten präsentieren zu können. Die frühzeitige Benennung sei deshalb so wichtig, weil einige Kandidaten für die Stadtratsliste ihre Bereitschaft, sich aufstellen zu lassen, von der Person des Bürgermeisterkandidaten abhängig machen. An die anwesenden Parteimitglieder richtete Gapp die Bitte, geeignete Kandidaten für die Stadtratsliste der CSU dem Vorstand zu benennen. Er versprach einen „spannenden und interessanten Wahlkampf“, aus dem „mit vorsichtigem Optimismus“ der Bürgermeisterkandidat der CSU als Sieger hervorgehe. 

Schwarze Zahlen 

Als „letzten Auftritt“ bezeichnete der scheidende Schatzmeister Werner Jahn seine Vorlage des Rechenschaftsberichts für das Jahr 2012, der mit einem Überschuss von exakt 1.194 Euro abschloss. „Das gehöre sich auch so! Schwarze Zahlen für eine schwarze Partei!“, meinte Jahn mit einem Schmunzeln. Insgesamt verfügt der Ortsverein damit über ein Guthaben von rund 14.000 Euro. Nachdem auch die Kassenprüfer grünes Licht gaben, wurden Schatzmeister und Vorstand bei zwei Enthaltungen einstimmig von der Versammlung entlastet. 

Bekannte Gesichter 

Bei den anstehenden Neuwahlen gab es keine großen Veränderungen. Lediglich anstelle von Schatzmeister Werner Jahn wurde Frau Irmgard Winterhalder in den Vorstand gewählt (siehe Kasten). Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der CSU Angelika Schorer informierte die Mitglieder über aktuelle Themen der Landespolitik. Ebenso sprach Bundesabgeordneter Stephan Stracke einige wichtige Fragen und Probleme der Bundespolitik an und erläuterte der Versammlung die Arbeit der CSU-Fraktion in Berlin. Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung wurden durch den Ortsvorsitzenden einige Vereinsmitglieder für ihre 50, 40 und 25 Jahre Parteizugehörigkeit geehrt. von Jörg-Dietmar Reinelt


Info: Der neue CSU-Vorstand der Ortsgruppe Marktoberdorf

Vorsitzender: Eduard Gapp 

1. Stellvertreterin: Ulrike Sigfrid 

2. Stellvertreter: Hans-Peter Winterhalder 

Schriftführer: Ernst Weber 

Schatzmeister: Irmgard Winterhalder (neu) 

Beisitzer: Thomas Traut, Irene Bihler, Leonhard Herbein, Philipp Heidrich, Roland Müller, Wolfgang Wittkowske 

Kassenprüfer: Franz Alletsee, Walter Schilhansl

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