"Wir werden nicht nachlassen"

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Der Strom kommt laut Aussagen des Landratsamtes zu über 90 Prozent aus Erneuerbaren Energien.

Ostallgäu – Gut 90 Prozent des im Ostallgäu verbrauchten Stroms stammen rein rechnerisch aus Erneuerbaren Energien. Das besagen aktuelle Zahlen der im Landkreis aktiven Energieversorger, die nun von den LEW gesammelt und zusammengeführt wurden. Im Jahr 2011 waren es im Ostallgäu noch 75 Prozent – bayernweit sind es rund 34 Prozent (Stand 2013), deutschlandweit nur gut 25 Prozent (Stand 2014).

 „Wir Ostallgäuer sind hier auf einem sehr guten Weg, das belegen diese Zahlen ganz eindeutig“, sagte Landrätin Maria Rita Zinnecker.

Das Ostallgäu hat mit gut 90 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien einen sehr hohen Grad an rechnerischer Selbstversorgung und liegt damit weit vor den anderen Allgäuer Landkreisen, teilt die Behörde jetzt in einer Presseerklärung mit. Die gesamte Nennleistung der mehr als 12.100 Einspeiseanlagen im Ostallgäu würden somit mehr als 400.000 Kilowattstunden (KW) betragen.

Die Anlagen erzeugten im Jahr 2014 knapp 650 Millionen KW Strom – bei einem Ostallgäuer Gesamtverbrauch von rund 690 Millionen Kilowattstunden. „Wir wissen zwar, dass reine Energiemengen noch nichts über die Gleichzeitigkeit von Erzeugung und Verbrauch aussagen, dennoch brauchen wir handhabbare Indikatoren zur Orientierung“, erläuterte Klimaschutzbeauftragter Johannes Fischer.

Klimaziel fest im Blick

„Für uns ist das auch ein großer Erfolg, weil durch den regenerativ erzeugten Strom nicht nur sehr viel CO2 eingespart wird, sondern auch unsere ländliche Region durch den hohen Mittelzufluss gestärkt wird“, sagte Landrätin Zinnecker. Die große Zahl an Einspeiseanlagen wertet die Landrätin als „gelebte Bürgerbeteiligung an der Energiewende“.

Trotz aller Erfolge dürfe man jedoch nicht nachlassen: „Wir werden weitermachen und hier vor allem beim Gesamtstromverbrauch ansetzen, denn der ist noch immer zu hoch“, sagte Zinnecker. Klimaschutz genieße für den Landkreis „oberste Priorität“, so Zinnecker, „denn damit schützen wir unmittelbar die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Enkel“.

Derzeit laufen in Sachen Klimaschutz zahlreiche Projekte des Landkreises. So wurde vor wenigen Wochen der „Energiesparclub Ostallgäu“ ins Leben gerufen, in dem alle Drittklässler im Landkreis anhand von praktischen Beispielen die genauen Zusammenhänge von Stromerzeugung und Stromverbrauch kennenlernen.

Umweltbildung wie diese sei ein markanter Teil des „Masterplans Energiezukunft 2020“, den der Landkreis 2012 verabschiedet hat. „Klimaschutz fängt im Kleinen an, aber eben auch bei den Kleinen“, sagte Zinnecker. Überdies lasse der Landkreis Ostallgäu derzeit seine Klimaschutzziele evaluieren, um Klimaschutz noch effektiver betreiben zu können. Erste Ergebnisse soll es Ende des Jahres geben, so Zinnecker.

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