Ausstellung zum Anfassen schafft Bewusstsein für den Schutz der Bienen

Von Bienen fasziniert

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In einem Schaukasten zeigt Dr. Christian Sedlmair den Kindern eine Wabe mit emsigen Bienen.

Oberostendorf – „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr”, sagte einst Albert Einstein.

Wie wichtig die Biene für die Menschheit ist, erfuhr Gabriele Geiger, 1. Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Gutenberg e.V., vor gut einem Jahr in einem Vortrag von Dr. Christian Sedlmair, Bioimker-„Allgäubiene” aus Bidingen. Aus diesen Eindrücken entstand die Idee einer Ausstellung über Bienen für Kinder, vor allem um den „Umgang mit der Natur” bewusst zu machen. An einem Vormittag war der Kreisbote mit dabei. 

Über 400 Schülerinnen, Schüler und Kindergartenkinder folgten der Einladung und be- suchten diese Woche die große Ausstellung im Zentrum der Vereine in Oberostendorf. Wie entsteht eigentlich Honig? Wie orientieren sich Bienen und muss man befürchten, gestochen zu werden? Diese und viele weitere Fragen werden in einem Film und an mehreren liebevoll und kindgerecht gestalteten Stationen von fünf Imkern beantwortet. 

Dort erfährt man beispielsweise, dass Bienen 80 Prozent der Kulturpflanzen bestäuben und nach Rind und Schwein das wichtigste Haustier des Menschen darstellen. Gespannt und wissbegierig lauschten die Kinder in dieser Woche den Ausführungen der Imker und lernten, dass ein Bienenvolk im Sommer aus etwa 50.000 Bienen besteht, wovon die große Mehrheit weibliche Arbeiterbienen darstellen. „Sie arbeiten während ihres 40-tägigen Lebens als Putzbienen, Ammen, Bauarbeiterinnen, Heizerbienen und als Wächterinnen des Fluglochs, bevor sie als Sammelbienen zu den Blumen ausschwirren”, erklärt Dr. Sedlmair. 

Die männlichen Drohnen hingegen haben in ihrem kurzen Leben von 20 bis 50 Tagen nur eine einzige Aufgabe: die Königin zu begatten. Diese gibt es pro Bienenvolk nur einmal. Nur durch spezielle Ernährung mit „Gelee royal“ wird aus einer „ganz normalen Larve“ eine neue Königin. 

Eine ganz besondere Station befindet sich im Freien: eine echte Wabe in einem Holzkasten, an der viele Bienen geschäftig herumwuseln. „Bienen sind ziemlich interessant”, befindet eine Schülerin. Nebenan können die Kinder aus einiger Entfernung einen Bienenstock von Dr. Sedlmair bestaunen und die Bienen beim Ein- und Ausflug beobachten. Damit sie nicht stechen, werden sogenannte „Smoker“ eingesetzt, „die die Bienen beruhigen”, weiß eine Viertklässlerin. „Bienen stechen aber eigentlich nur, wenn sie sich bedroht fühlen”, so Dr. Sedlmair. 

Wie gesund der Honig und die weiteren „Bienenprodukte” wie Propolis sind, bekommt man an einer weiteren Station erklärt und es darf auch vom Biohonig der anwesenden Imker probiert werden. Doch die Idylle ist nicht perfekt: Denn die Biene ist bedroht. Immer mehr bunte Blumenwiesen verschwinden überall und weichen grünen Äckern, auf denen nichts mehr blüht. Dazu kommt die Varroa-Milbe, die in den Brutzellen der Wabe die Larven angreift. Lehrerin Sabine Böhlein war wie ihre Schüler „schwer beeindruckt und begeistert” von all dem Wissenswerten. Die Botschaft, die während der Ausstellung vermittelt wird, ist, dass die Biene ein sehr nützliches Lebewesen ist, das es zu schützen und zu erhalten gilt. 

Es lohnt sich also für Groß und Klein, der Biene ein wenig Zeit zu spenden. Gelegenheit dazu haben Interessierte am Palmsonntag, den 29. März bei der Ausstellung im Zentrum der Vereine, Am Sportplatz 1 in Oberostendorf. Sie ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Ein Lichtbildvortrag um 14.30 Uhr nimmt mit auf eine wunderbare Reise durch das Leben der Biene. Neben einem Bienenmobil, in dem es nach Honig riecht und man sich wie eine Biene fühlen kann, bietet die Gärtnerei Schorer Saatgut an, damit man den fleißigen Bienchen im eigenen Garten eine kleine Blumenwiese zum Nektarsammeln bieten kann.

von Martina Staudinger

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