Paralympics-Sieger Max Weber in Obergünzburg geehrt

Max Weber aus Heissen holte bei den Paralympics 2008 in Peking mit seinem Handbike im Straßenrennen auf 48 Kilometer die Silbermedaille und erzielte damit nach eigenen Worten den “größten, sportlichen Erfolg seines Lebens”. Ihm zu Ehren lud die Marktgemeinde zu einem öffentlichen Empfang ins Rathaus ein.

Die Vertreter der Kommune sowie zahlreicher Vereine aus Obergünzburg, Ebersbach und Heissen kamen genauso wie die Familie und Freunde von Max Weber am Freitagabend ins Rathaus, wohin Bürgermeister Leveringhaus zu einer Feierstunde für den erfolgreichen Leistungssportler eingeladen hatte. Flankiert von den Fahnenabordnungen und der Musikkapelle Ebersbach zog der mehrfache Paralympicsteilnehmer ins Rathaus ein. Als Bürgermeister Leveringhaus noch laut überlegte, wie der Rollstuhlfahrer die drei Stufen zum Festsaal überwinden könnte, rollte Weber bereits schwungvoll voraus. Seit einem Verkehrsunfall vor über 20 Jahren ist der heute 44-jährige auf den Rollstuhl angewiesen. Über den Behindertensport in Kaufbeuren fand der Querschnittsgelähmte mit dem Basketballspielen damals den Einstieg in den Leistungssport. Schon 1996 trat Weber bei den Paralympics in Atlanta mit der vier mal 100-Meter-Staffel an und holte die Goldmedaille. Für diesen Erfolg wurde ihm die Bürgermedaille seiner Heimatgemeinde verliehen. Nach den Spielen in Sydney wollte der Familienvater aus Heissen mit dem Leistungssport aufhören, doch dann fing er an mit dem Handbike zu trainieren und wurde damit schon 2006 Vizeweltmeister. Im vergangenen Jahr packte Weber die Qualifikation für die Paralympics. Ein Freundeskreis von Geschäfts- und Privatleuten unterstützte den ehrgeizigen Sportler bei seinen Plänen, in dem sie über 8.000 Euro aufbrachten, damit sich Weber ein konkurrenzfähiges Handbike anschaffen konnte. Eisern bereitete sich Weber auf den Start vor; selbst bei Wind und Regen rollte der Sportler durchs Allgäu. “Die Bergstrassen waren optimale Trainingsbedingungen”, freut sich Weber. Auch bei den Paralympics galt es eine hügelige Strecke insgesamt vier Mal zu durchfahren, um nach 48,4 Kilometern ins Ziel zu radeln. “Auf den letzten fünf Kilometern waren wir mit durchschnittlich 55 Stundenkilometern zunächst noch zu fünft unterwegs”, erzählt Weber, “der Endspurt war wie ein Kanal angelegt und da waren wir noch drei”. Als er eigentlich an die Bronzemedaille glaubte, gelang es dem Ostallgäuer noch auf den zweiten Platz vor zu kommen. Die Silbermedaille im weinroten Etui konnte jetzt im Obergünzburger Rathaus jeder bestaunen. Rudolf Beck, 2. Vorsitzender des TSV Obergünzburg, Ludwig Frick, 1. Vorsitzender des TSV Ebersbach, sowie Manfred Langenwalder vom Schützenverein Heissen und Edith Volkmann überbrachten stellvertretend die Glückwünsche seiner Heimat. Auch Bürgermeister Lars Leveringhaus gratulierte und betonte: “Max Weber ist für uns ein Vorbild, da er sein Talent auf Weltniveau einsetzt”.

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