Parkzeit begrenzen – mehr Parkplätze

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KLAUS BAUER Marktoberdorf – Kostenlos in der Kernstadt parken – dies sei, mit Blick auf das Marketing, ein entscheidender Wett-bewerbsvorteil für das Ge- werbe, führte der Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer aus, als er vergangene Woche sein Parkierungskonzept dem Stadtentwicklungsausschuss vorstellte. Die im Rahmen von Baumaßnahmen geplante Reduzierung der Parkplätze von 310 auf 220 müsse jedoch durch Beschränkungen in der Parkdauer kompensiert werden. Der Nachteil einer Park-scheibenregelung sei der sich hieraus ergebende Kontrollaufwand. Wie anderen Ortes festgestellt worden sei, genüge es nicht, die auf der Parkscheibe eingestellte Zeit zu kontrollieren, denn der Hang zum arbeitsplatznahen Parken mache die Autofahrer erfinderisch. Manchmal würden sogar die Autos alle zwei Stunden umrangiert, damit die Ventilstellung der Räder keine Anzeichen für Parkvergehen liefere. Entgegen des Vorschlages Ulzhöfer sprach sich Wolfgang Hannig von der SPD für eine einheitliche Parkdauer von zwei Stunden aus: „Dies ist einfacher zu kontrollieren“. Allerdings sei der Parkraum häufig schon jetzt am Limit, sodass er die vorgelegten Berechnungen nicht nachvollziehen könne. Für dringend erforderlich halte Hannig deshalb eine Verbannung der Dauerparker aus der Kernstadt. Auch der Stadtbaumeister Peter Münsch konnte sich schnell für eine einheitliche Parkzeit erwärmen, denn das reduziere ja auch den Be-schilderungsaufwand. Peter Grotz von den Freien Wählern stimmte seinem Kollegen Hannig zu und bedauerte, dass die Tiefgaragen so schlecht an-genommen würden. Einhellig war man der Auffassung, dass die Attraktivität des Parkhauses durch den Verzicht auf Ge-bühren, eine Parkdauer von bis zu vier Stunden und den Entfall der dann nicht mehr erforderlichen Schranken deutlich ge-steigert werden könne. Etwas verärgert zeigte sich Andreas Wachter (CSU) über den Entfall der Parkplätze im Zuge der Bahnhofstraße, insbesondere vor dem Gasthaus Burger. Diese Maßnahme sollte gesondert betrachtet werden, so war es, laut Wachter, in früheren Sitzungen geplant gewesen. Sowohl Bürgermeister Werner Himmer, als auch sein Stadtbaumeister entgegneten, dass alle Informationen zeitgerecht zugänglich gewesen wären. Eugen Kögel (CSU) begrüßte das vorgeschlagene Gesamt-konzept grundsätzlich und forderte, dass Dauerparker noch weiter nach draußen gedrängt werden müssten. Auch die von Dauerparkern bevorzugte Froelich- und Schützenstraße solle mit einbezogen werden. Hier, so betonte Stadtbaumeister Münch, seien für Langzeitparker keine Alternativen verfügbar. Über alle Fraktionen hinweg wurde jedoch die Notwendigkeit von Ersatzparkraum für Berufspendler anerkannt. Ulzhöfer brachte hier die Füssener Straße im Osten und Parkräume westlich der Bahnlinie ins Gespräch. Um hierzu eine Entscheidung vorzubereiten, bat der Rat-hauschef die Fraktionsführer Vorschläge zur Lösung des Dauerparkerproblems einzu-bringen. Mit einem einstimmigen Ergebnis endete schließlich die Abstimmung, die für die Innenstadt von acht bis 19 Uhr, beziehungsweise samstags von acht bis 14 Uhr ein kostenfreies Parken mit einer Zeitbegrenzung auf zwei Stunden festschreibt.

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