Zum Wohle der Kinder

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An der Adalbert-Stifter-Grundschule soll es ab kommenden Schuljahr zu einer Partnerklasse kommen, in der Schüler mit Förderbedarf von Lehrern der Don-Bosco-Schule unterrichtet werden.

Marktoberdorf – Kinderarzt und Stadtratsmitglied Walter Breiner (Freie Wähler) zeigte sich außerordentlich glücklich, dass es im kommenden Schuljahr zu einer Partnerklasse der Don-Bosco-Schule an der Adalbert-Stifter-Grundschule komme.

Nach der Zustimmung durch den Stadtrat wird diese erste Partnerklasse organisatorisch in den Räumen der Adalbert-Stifter Schule unterrichtet, der förderorientierte Unterricht wird aber von Lehrkräften des Don-Bosco-Förderzentrums gestaltet.

Warum diese Einrichtung so wichtig sei, machte Breiner unmissverständlich klar: Er habe erfahren müssen, dass Kinder aufgrund der Entscheidung ihrer Eltern leiden mussten, sagte der praktizierende Kinderarzt. Das bedeute, dass Kinder trotz festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf von ihren Eltern nicht an der Don-Bosco-Schule angemeldet würden, sondern an ihren jeweiligen Grundschulen verblieben. Mit allen Konsequenzen für ihre spätere Bildungskarriere.

Um bei den Eltern Hemmschwellen gegenüber einem förderpädagogischen Unterricht abzubauen, beantragten nun die Schulleiter der Adalbert-Stifter-Grundschule und der Don-Bosco-Schule die Einrichtung einer Partnerklasse „in der gewohnten sozialen Umgebung“, wie es im Antrag hieß. Wolfgang Wieder, der bei der Stadt Schulen und Kindergärten betreut, erklärte das Konzept der Partnerklasse, das Integration durch Kooperation vorsieht. Förderschüler wie Regelschüler erlebten eine intensive Form gemeinsamen Unterrichts und gemeinsamen Lernens, so Wieder. Außerdem wäre eine Wiedereingliederung der Kinder mit Förderbedarf in eine Regelklasse einfacher und direkter möglich, wenn das Schulleben von Förderschülern und Grundschülern unter einem Dach stattfinde.

Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell unterstützte den Antrag der Schulleitungen und sprach von der einzigen Chance, bestimmten Kindern eine ihnen angepasste Förderung zuteil werden zu lassen. Im Schuljahr 2016/2017 sind es voraussichtlich elf bis zwölf Schüler, die die Adalbert-Stifter-Partnerklasse besuchen werden. Da für sieben bis zehn Kinder zusätzlich ein Bedarf zur Ganztagsbetreuung gegeben ist, wurde außerdem eine offene Ganztagsgruppe bei der Regierung von Schwaben beantragt.

Kritik an der Einrichtung einer Partnerklasse kam vonseiten der Grünen. Christian Vavra bemängelte, dass Ausgrenzungen nun durch die Hintertüre eingeführt würden. „Exklusion unter dem Feigenblatt der Inklusion“, sagte er und gab außerdem die räumliche Beengtheit an der Grundschule zu bedenken. Die Stadtverwaltung entgegnete, dass die räumliche Situation an der Adalbert-Stifter-Schule die Einrichtung der Partnerklasse sowie der offenen Ganztagsgruppe zulasse. Da der Landkreis Sachaufwandsträger für Partnerklassen im Ostallgäu ist, hat die Stadt lediglich einen Kostenanteil an der Ganztagsbetreuung zu leisten. Mit drei Gegenstimmen wurde der Einrichtung einer Partnerklasse zugestimmt.

von Angelika Hirschberg

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