"Perfekt ausgebildet" am Flugsimulator

„Wenn es schwer geht, geht es bergauf“: So lautet die Jahresparole 2010, zumindest wenn es nach Oberbürgermeister Stefan Bosse geht. Bei dem gemeinsamen Neujahrsempfang der Technischen Schule der Luftwaffe 1 (TSLw1) und der Stadt Kaufbeuren im Offiziersheim beim Fliegerhorst, zu dem auch verschiedene Vertreter der Politik, Bundeswehr, Wirtschaft und Verwaltung eingeladen waren, gab Kommandeur Oberst Richard Drexl bekannt, dass „der Fliegerhorst einige Maßnahmen 2010“ durchführen wird. Unter anderem soll ein zweiter Flugsimulator angeschafft werden.

Etwa 10 Millionen Euro soll der zweite Simulator kosten und Anfang 2011 in Betrieb genommen werden. Grund für diese teure Investition ist, dass einerseits der andere Simulator überholt werden muss, andererseits reichen die Kapazitäten für die Schulungen nicht mehr aus. Denn nicht nur Schüler werden an dem Simulator ausgebildet, sondern „auch ausgebildete Fluglotsen sollen ihre Kenntnisse auffrischen“, sagt Drexl. Die Erfahrung mit dem bisherigen Simulator sind mehr als positiv, es könne damit „perfekt ausgebildet“ werden. Als zweite Maßnahme nannte Drexl in seiner Ansprache den Neubau eines Unterkunftsgebäudes. Das alte Gebäude aus den 1930er Jahren werde abgerissen, um einem Neubau Platz zu schaffen. Zu marode sei das jetzige Haus. Rund 6 Millionen Euro werde dieses Vorhaben sowie die Sanierung des Kanalnetzes des Fliegerhorsts kosten. 2010 startet auch ein neues Projekt am Fliegerhorst. Unter dem Titel „Kaufbeurer Dialog“ entsteht ein Gesprächsforum zwischen der Gesellschaft und der Bundeswehr. Zur Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 25. Februar, wird der ehemalige deutsche Außenminister Klaus Kinkel erwartet. Erfreulich ist auch, dass dieses Jahr der „Naturerlebnispfad“ an der Wertach, ein Projekt der TSLw1 und der Stadt Kaufbeuren, fertig gestellt wird. In diesem Zusammenhang sagte Oberbürgermeister Bosse auch, dass der Brunnen, den die Stadt der Bundeswehr zum 50. Standortjubiläum geschenkt hat, „Wirklichkeit wird“. Aktuell liefe ein Künstlerwettbewerb. Der Brunnen soll „die Verbundenheit symbolisieren“ zwischen Bundeswehr und der TSLw1. Aufgebaut wird der Brunnen am Ende der Fußgängerzone. Dass in Kaufbeuren einiges vorwärts geht, sehe man auch an den zahlreichen Kränen. Besonders markant seien diese auch am Kaufbeurer Klinikum. Der Ausbau schreite dort voran und „die neue Geschäftsführung arbeitet mit aller Kraft an der wirtschaftlichen Verbesserung des Kommunalunternehmens“, so Bosse. Auf etwa 6 Millionen Euro (die genaue Zahl liegt noch nicht vor) werde sich das Defizit der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren belaufen, wie Oberbürgermeister Bosse am Rande mitteilte. „Das können wir auf Dauer nicht leisten“, sagte Bosse und zeigte sich dennoch optimistisch, denn immerhin seien es 3 Millionen Euro weniger als noch 2008. Rückblickend auf das Jahr 2009 sagte Bosse, dass es ein Jahr gewesen sei, „bei dem wir einiges einstecken mussten“. So werde sich der Baubeginn für das Werk von HaWe Hydraulik um „mindestens zwei Jahre auf frühestens 2012 verschieben“. „Wir hoffen aber, dass es dieses Jahr los geht“, sagte Bosse in Bezug auf den Modepark Röther, der auf dem Gelände des ehemaligen Martinheims entstehen soll. Der Baubeginn wurde von 2009 auf 2010 verschoben. Für Furore habe 2009 auch der Abtransport der Eurofighters aus Kaufbeuren gesorgt und zwar „in der ganzen Republik“, so Oberst Drexl. 13 des 1100 zählenden Stammpersonals, ohne die Schüler, waren vergangenes Jahr bei einem Auslandseinsatz. Insgesamt 1,5 Millionen Arbeitsstunden wurden geleistet und 390 Lehrgänge mit 3188 Teilnehmern durchgeführt. Bewusst sei die Gestaltung an die Länderkennzeichen angelehnt, so Bosse, als er den neuen Autoaufkleber mit den Buchstaben KF präsentierte. Das Kennzeichen KF sei in der Bundesrepublik negativ behaftet, ab sofort würde das Leid der Autofahrer aber gelindert, denn jetzt stünde KF für „KinderFreundlich“.

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