"Kaufbeuren ist eine tolle Stadt"

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Mann des Wortes und der Tat: Pfarramtsleiter Thomas Kretschmar von der Dreifaltigkeitskirche verlässt Kaufbeuren.

Kaufbeuren – Er war und ist ein Mann der Worte – hier ist eine Ähnlichkeit zum ehemaligen Pfarrer und heutigen Bundespräsidenten Joachim Gauck erkennbar. Die Rede ist vom Pfarramtsleiter der Dreifaltigkeitskirche Thomas Kretschmar.

Doch wenn es um seine eigene Person geht, fällt es ihm schwer, seine Gefühle auszudrücken. „Kaufbeuren ist eine tolle Stadt, hier lässt es sich gut leben“, so lautet das Fazit nach zehnjähriger Amtszeit und man spürt neben der Freude auf die neue Herausforderung auch die Wehmut über den Wegzug. Er wechselt zum 1. Oktober in die oberfränkische Stadt Kulmbach. Der festliche Abschiedsgottesdienst in Kaufbeuren findet am Sonntag, 3. Juli, um 10 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche mit Dekan Jörg Dittmar statt.

„Meine Frau und ich verlassen unsere Gemeinde mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Mit einem Lachen, weil die Stadt Kulmbach und das oberfränkische Umland wunderschön und die Aufgaben als Dekan dort sehr reizvoll sind. Mit mehr als einer Träne, weil die Zeit in Kaufbeuren wunderschön war und wir hier viele liebe Menschen zurücklassen müssen“, so der Pfarramtsleiter der evangelischen Gemeinde Kaufbeuren in einer Mitteilung an die Kirchengemeinde.

Der ständige Kontakt mit den Menschen seiner Gemeinde und weit darüber hinaus machten den gebürtigen Hamburger, der von Kindheit an in Bayern lebte, zu einem äußerst beliebten Gesprächspartner. Er argumentiert fundiert und von klarer Deutlichkeit in der Sache, dabei oft pointiert, aber auch ernsthaft. „Ich halte viel von Gesprächen, um das Bewusstsein für Probleme zu schärfen“, beschreibt der 55-jährige seine Art des Umgangs mit den Menschen im Gespräch mit dem Kreisboten. Probleme sieht er in der Zukunft vor allem im demografischen Wandel mit der wachsenden Zahl älterer und der deutlich sinkenden Zahl junger Menschen, was auch die derzeitigen Kirchenstrukturen zukünftig betreffen werde.

Vielleicht ein Wiedersehen

Die neue Funktion ist die Sechste und nach Kretschmars Worten vermutlich die Letzte in seiner beruflichen Laufbahn. „Ich hoffe, dann in den Ruhestand gehen zu können“, so Kretschmar augenzwinkernd, „vielleicht gibt es dann ein Wiedersehen in Kaufbeuren, denn das ist durchaus in den jetzigen Planungen vorgesehen.“ Die ehemals freie Reichsstadt habe mit dem Tänzelfest nicht nur eine identifizierende Veranstaltung, die Freude mache, darüber hinaus gebe es gute Einrichtungen für Familien und ältere Menschen.

Mann der Tat

Der scheidende Pfarrer ist aber auch ein Mann der Tat. Er leitete seit Oktober 2006 nicht nur das Pfarramt der evangelischen Dreifaltigkeitskirche in Kaufbeuren, das mit rund 7.500 Gemeinde-Mitgliedern, zwei Kindergärten und verschiedenen sozialen Diensten sowie einer umfassenden Kirchenmusik zu einer der größten evangelischen Kirchengemeinden in Bayern gehört. Darüber hinaus wurde in seiner Zeit die neue Orgel in der Dreifaltigkeitskirche mit 50 Registern gebaut und es entstand binnen weniger als zwei Jahren das neue Matthias-Lauber-Kinderhaus, das im Frühjahr 2015 in den Betrieb ging. In diesen Jahren wurde außerdem die Satzung des Diakonievereins Kaufbeuren umgestellt und das Evangelische Kirchenarchiv mit neuer Ausstattung modernisiert. Auch die Restauration wichtiger historischer Akten der Gemeinde, wie zum Beispiel die Kaufurkunde der Dreifaltigkeitskirche aus dem Jahr 1603, fällt in seine Amtszeit. Zudem war er Mitglied in mehreren Gremien auf Dekanatsebene.

Zukunft in Franken

Für Regionalbischöfin Dorothea Greiner ist Kretschmar als zukünftiger Dekan der richtige Mann am richtigen Ort. „Er bringt durch seine langjährige Tätigkeit als Pfarramtsführer großer Kirchengemeinden, seine Mitarbeit in Dekanatsgremien, seine ausgeprägte theologische und liturgische Kompetenz und durch sein sehr freundliches, integratives Wesen eine außerordentliche Befähigung mit“, so die Bischöfin in einer Stellungnahme bei www.­inFranken.­de, die auch die Einführung in das Amt als Dekan am 1. Oktober um 15 Uhr in der Petrikirche in Kulmbach vornehmen wird. Als dortiger Dekan ist Kretschmar zukünftig für 25 Kirchengemeinden mit etwa 32.000 Gemeindemitgliedern zuständig.

von Wolfgang Becker

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