Asylbewerber können einziehen

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Das neue Asylbewerberheim in Mauerstetten bietet Platz für 54 Asylbewerber.

Mauerstetten – Mit einem kompletten Asylbewerberheim reagiert die Gemeinde Mauerstetten auf die vorgegebenen Aufnahmequoten für Asylbewerber. Bereits jetzt dezentral in Mauerstetten lebende Asylbewerber aus Syrien verköstigten am Samstag bei der Einweihung Besucher mit selbstgebackenen Naschereien aus ihrer Heimat. Nach nur drei Monaten Bauzeit wurde die Unterkunft von der Firma Hubert Schmid fertiggestellt und nun in einer Feierstunde seiner Bestimmung übergeben.

Ursprünglich war laut erstem Bürgermeister Armin Holderried für Mauerstetten eine Aufnahmequote an Asylbewerbern von 1,1 Prozent, das entsprach 35 Personen, vorgesehen. Seit September 2015 liegt die Quote bei 2,5 Prozent. In Mauerstetten sind bisher dezentral schon 31 Asylbewerber aus Syrien und Afghanistan untergebracht. Man habe sich bewusst für ein eigenes Asylbewerberheim entschieden, „um weitere Einmietungen durch das Landratsamt zu vermeiden, die sich vielleicht nicht mit den Vorstellungen Mauerstettens decken“, so Bürgermeister Holderried. 

Im Oktober 2015 wurde der Asylhelferkreis gegründet. Holderried weiter: „Es gab erhebliche und berechtigte Diskussionen in der Bevölkerung zum Standort.“ Der Bürgermeister und der Gemeinderat stünden jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung, um der Bevölkerung die Sorgen nehmen. „Wir haben sehr schnell festgestellt, dass man diese gesamte Aufgabe nicht allein im Ehrenamt erfüllen kann“, erinnerte sich Holderried. Man habe deshalb aus Gemeindemitteln eine Halbtagsstelle für eine Asylkoordinatorin geschaffen. Durch die Arbeit von Martina Burg sei inzwischen die Situation mit den derzeit 31 Asylbewerbern vor Ort sehr entspannt und die Asylbewerberkinder besuchten die Schule und den Sportverein. 

Landrätin Maria Rita Zinnecker freute sich für die Gemeinde Mauerstetten: „Durch das fertig gestellte Asylbewerberheim kann man in der Gemeinde wegen der Unterbringungen nun etwas gelassener sein.“ Insgesamt befänden sich momentan circa 1.500 Asylbewerber im Ostallgäu. „Der Einzugstermin für die ersten Bewohner hier im neuen Asylbewerberheim ist noch offen, aber auch die anerkannten Asylbewerber müssen untergebracht werden“, gab die Landrätin zu Bedenken. 

Manfred Guggemoos, Projektleiter der Firma Hubert Schmid, bestätigte stolz das elfte Wohnheim, „das wir in solch einer modularen Holzmassivbauweise realisiert haben mit einer Wärmedämmung, die dem Passiv­haus-Standard entspricht.“ 

Nach Gebet und Segnung durch Pfarrer Julius Kreuzer und Ulrike Butz, Pfarrerin der Dreifaltigkeitskirche Kaufbeuren, war das Haus frei zur Besichtigung. In Mauerstetten lebende Asylbewerber boten bei der Einweihung den Besuchern hausgemachte Spezialitäten aus Syrien an. 

Am Rande der Veranstaltung gab es aber auch kritische Stimmen. So meinte Werner Kallweit: „Die Begriffe Asylbewerber und Flüchtlinge werden von den Rednern sehr schlampig und widersprüchlich benutzt: Flüchtlinge waren WIR, als wir damals aus Ostpreußen fliehen mussten.“ Auch einige Anwohner der unmittelbar benachbarten Wohnsiedlung zeigten sich nicht begeistert, wollten aber für ihre vorgebrachte Kritik nicht namentlich genannt werden. Sie befürchten für die ansonsten äußerst ruhige Siedlung deutliche Schmutz- und Lärmbelästigung und erwarten sogar Brandgefährdung durch unsichere Handhabung mit elektrischen Geräten durch die Asylbewerber. 

Holderried zeigte Verständnis für die Vorbehalte der Einheimischen in unmittelbarer Nachbarschaft. Er verwies deshalb nochmal auf den erhöhten Brandschutz in dem Gebäude. „Wir wollen die Befürchtungen der Einheimischen berücksichtigen und deshalb wird vom Landratsamt auch eine Hausmeisterstelle vorgesehen, um auf dem Gelände für Ordnung zu sorgen“ so Holderried.

von Wolfgang Krusche

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