Positives Geschäftsjahr erwartet

Mit guten Zahlen aus dem vergangenen Geschäftsjahr und gewinnträchtigen Aussichten für die Zukunft konnte sich die Geschäftsführung von Agco-Fendt souverän den Fragen der Journalisten stellen: Ulrich Stockheim (v. links), Dr. Heribert Reiter, Peter-Josef Pfaffen, Martin H. Richenhagen, Hubertus Köhne, Michael Geschwender und Sepp Nuscheler (Pressereferent).

Als international aktives Unternehmen ist Agco-Fendt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt Marktoberdorf und das Umland. Schlagzeilen machte in der jüngsten Zeit eine Investition des Mutterkonzerns Agco von rund 300 Millionen US-Dollar, die mit der Eröffnung eines neuen Werks in Marktoberdorf und dem zweiten Standort Bäumenheim einherging. Mit einiger Spannung wurde daher der Geschäftsbericht für das Jahr 2011 erwartet. Im Rahmen einer Pressekonferenz im Fendt-Forum gab die Unternehmensleitung die Zahlen bekannt. Klar wurde dabei schnell: Das Unternehmen hat auch zukünftig Großes vor und erobert nach und nach den europäischen Markt.

„Nach dem letzten Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes im Juni hat sich die Stimmung in der Landwirtschaft zwar eingetrübt, man kann sie aber dennoch als gut bezeichnen“, betonte Peter-Josef Paffen, Vice President Brand Director und Sprecher der Geschäftsführung bei Fendt. Ähnlich wie vor einem Jahr liege der Anteil der Betriebsleiter, die „in den nächsten sechs Monaten investieren wollen“, bei etwa einem Drittel. Interessant sei dabei,, dass deutlich mehr in Maschinen und Geräte als in erneuerbare Energien investiert werde. „Aufgrund der Erntesituation und der aktuellen Preisentwicklungen erwarten wir auch 2013 insgesamt wieder ein stabiles und positives Geschäftsjahr!“, fasste Paffen zusammen. Traktoren Durch den Ende 2010 einsetzenden Konjunkturaufschwung in Deutschland und auf wichtigen Weltmärkten stiegen auch die Absatzzahlen für Traktoren wieder. 2.313 Traktoren mehr (entspricht 18 Prozent) als im Vorjahr konnte Fendt daher 2011 verkaufen. Für 2012 rechnet das Unternehmen nach eigener Aussage mit einem ähnlich hohen Zuwachs von rund 17 Prozent, was etwa 17.500 Traktoren entspricht. „Wenn diese Zahlen am Jahresende erreicht sind, bedeutet das, dass wir die Produktion in den letzten zehn Jahren um über 60 Prozent gesteigert haben”, zeigte sich Paffen zufrieden. Erntetechnik Im Bereich Erntetechnik hat der Konzern in den letzten Jahren vor allem kräftig in Produkte investiert. Dazu gehört die Markteinführung des Fendt Feldhäckslers Katana 65 und die Entwicklung der neuen Mähdrescher C-Serie. Im Mähdrescherbereich konnte Fendt den Marktanteil in Deutschland von zwei Prozent im Jahr 2010 auf 4,1 Prozent im Jahr 2011 verdoppeln. „Im aktuellen Geschäftsjahr 2012 wollen wir 6,3 Prozent Marktanteile erreichen und bis 2016 auf 15 Prozent erhöhen“, kündigt Paffen an. Einen „historisch hohen Auftragseingang“ habe man im Mähdrescherbereich zu verzeichnen. Auch die Markteinführung des Feldhäckslers Katana 65 habe sich als „ein voller Erfolg“ erwiesen. Forschung & Entwicklung „Forschung und Entwicklung sind die wichtigsten Voraussetzungen, um auch zukünftig am Markt bestehen zu können“, stellte Peter-Josef Paffen auf der Pressekonferenz mehrfach fest. So hat sich das Investitionsvolumen bei Agco-Fendt in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Von 17 Millionen Euro im Jahr 2001 ist es auf 49 Millionen im Jahr 2011 gestiegen. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr wurde das Geld laut offizieller Verlautbarung vor allem in verschiedene Traktorenprojekte wie den 313 Vario mit SCR Technik und den 500 Vario mit Erfüllung der Abgasstufe 3b sowie in die Markteinführung des Fendt Feldhäckslers Katana 65 in erhöhter Stückzahl gesteckt. „In diesem Jahr werden wir 52 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung investieren. Damit gibt Fendt vier Prozent seines Gesamtumsatzes allein für diesen Bereich aus. Zukünftige Investitionen sind für die Umsetzung der nächsten Abgasstufe 4 ab Januar 2014 für Traktoren und Häcksler geplant und werden für die Erweiterung der Häckslerpalette eingesetzt“, fügte Paffen hinzu. Auf Fragen, ob und wie Agco-Fendt die Nutzung alternativer Kraftstoffe sowie Zukunftstechnologien mit unbemannten Landwirtschaftsmaschinen im Auge behalte oder aktiv vorantreibe, antwortete Dr. Heribert Reiter, Geschäftsführer Forschung, Entwicklung, Einkauf und Kundendienst, „dass Agco-Fendt schließlich kein Kraftstoffproduzent ist“: „Natürlich sind wir uns der wachsenden Bedeutung alternativer Energiequellen bewusst, betreiben aber keine eigenständige erweiterte Nutzung. Wir reagieren auf das, was die Marktentwicklung uns vorgibt.“ Beim Thema Robotik gebe es bereits ein Versuchsprogramm mit unbemannten Schleppern. Beschäftigung „Von 2001 bis 2012 haben wir an den drei deutschen Standorten Marktoberdorf, Asbach-Bäumenheim und Hohenmölsen rund 1.500 neue Arbeitsplätze geschaffen“, hob Pfaffen positiv hervor. Allein von 2011 bis Juni 2012 seien noch einmal 227 neue Arbeitsplätze entstanden. Marktentwicklung Beim Marktanteil für Traktoren ab 51 PS in Deutschland liegt Fendt nach eigenen Angaben im August 2012 bei 24 Prozent Neuzulassungen und damit 0,5 Prozent über dem Vorjahr. Damit kann Fendt mit deutlichem Abstand die Marktführerschaft behaupten. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 589 Fendt-Traktoren mehr zugelassen. Auf dem französischen Markt konnte Fendt seinen Anteil im letzten Jahr um stolze 21,8 Prozent auf einen Gesamtanteil von 7,4 Prozent steigern. Der italienische Markt wiederum wurde 2011 von einem staatlichen Konjunkturprogramm gestützt und bewegte sich nahezu unverändert auf dem Niveau von 2010. Für 2012 erwartet Peter-Josef Paffen hier einen Rückgang des Absatzniveaus: „Grund dafür sind das schwierige wirtschaftliche Umfeld und die durch das Konjunkturprogramm häufig auf 2011 vorgezogenen Käufe der Endver- braucher“, vermutet der Vice President. In Spanien will das Unternehmen trotz leicht rückläufigem Markt, Dürre und „schwierigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ seinen Marktanteil von erstmals fünf Prozent in 2011 verteidigen. Diese Hürde hat Agco-Fendt in Großbritannien offensichtlich schon genommen: der dort schnell wachsende Traktorenmarkt hat dem Marktoberdorfer Unternehmen in den ersten sieben Monaten in 2012 eine Verdoppelung der Absätze seit 2007 auf deutlich über fünf Prozent beschert. In Österreich ist ein Marktanteilszuwachs von einem Prozent gelungen. Auch in der Schweiz reagiere der Markt „sehr positiv auf die Modelle 200 Vario und 300 Vario. Die dänische Landwirtschaft sei im Gegenzug aufgrund dramatisch gefallener Grundstückspreise und hoher Finanzierungsquoten besonders stark von der Finanzkrise betroffen. Trotzdem habe man den Marktanteil 2011 um immerhin zwei Prozent steigern können, so Paffen.

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