Die schönsten Ecken der Stadt – Baupreis an vier Projekte vergeben

Mut zu mehr Qualität

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Die Verantwortlichen und Preisträger des Baupreises Kaufbeuren 2015: Baureferent Helge Carl (v. li.), Architekt Marcus Lembach von Metaraum Architekten aus Stuttgart, Petra Weber, Leiterin des Stadtmuseums, Oberbürgermeister Stefan Bosse, Andreas Negele vom Tiefbauamt für die Umgestaltung Kemptener Tor, Andreas Gilnhammer, Bauprojektleiter bei HAWE Hydraulik und Gerhard Stolzenberger, Geschäftsführer Gablonzer Siedlungswerk GSW.

Kaufbeuren – Zum dritten Mal nach 2007 und 2011 ist am Dienstag der Baupreis Kaufbeuren verliehen worden. Gewürdigt werden soll damit qualitativ hochwertiges und beispielhaftes Bauen in der Wertachstadt.

Oberbürgermeister Stefan Bosse freute sich ausdrücklich über die rege Teilnahme mit 21 Projektanmeldungen. Die Jury, unter der Leitung von Professor Georg Sahner, und bestehend aus den Architekten Regina Schineis und Michael Becker bewerteten die eingereichten Arbeiten nach persönlichen Ortsbegehungen. 

Kaufbeurens Baureferent Helge Carl erläuterte in Vertretung der Jury kurz die Kriterien und die Signalwirkungen, die von den Gebäuden ausgehen. Die Stadt wolle demnach mit dem, alle vier Jahre vergebenen und mit 500 Euro dotierten, Baupreis qualitativ hochwertiges und beispielhaftes Bauen auszeichnen und zukünftige Bauherren ermutigen, auf architektonische Qualität zu achten. 

Seien doch die Bauten für den öffentlichen Raum auf Jahrzehnte hinaus zu sehen und für das Stadtbild mitbestimmend. Andererseits sei architektonische Qualität schwer messbar und umso begrüßenswerter, dass Bauherren hier Mut beweisen, so Carl. 

In der Kategorie Gewerbebau wurde der diesjährige Preisträger das neue HAWE-Werksgebäude an der Karl-Heilmeier- Straße. Durch seine gestalterische Qualität mit viel Glas und flügelartiger Anordnung der Produktionshallen bilde es einen wichtigen Beitrag zur „Skyline“ am Stadtrand Kauf- beurens, erklärte Oberbürgermeister Stefan Bosse bei der Übergabe der Urkunde. 

Im Bereich Wohnbau wurde die Wohnanlage „Zackenbarsch“ des Gablonzer Siedlungswerkes (GSW) in der Sudetenstraße in Neugablonz ausgezeichnet. Mit mutigem Schwung an der Frontseite und Zickzack der Wohneinheiten auf der Rückseite habe der nahezu barrierefreie Bau starke Wirkung auf den öffentlichen Raum, so Bosse. 

Das Stadtoberhaupt wies mit Stolz darauf hin, dass sich auch eigene städtische Projekte dem Wettbewerb gestellt hätten und erfolgreich sein konnten. So wurde in der Kategorie Öffentlicher Raum die Stadt als Bauherr für die Platzgestaltung am Kemptener Tor (siehe Foto Titelseite) von der unabhängigen Jury, wegen der „Gestaltung mit effektvollem LED- Licht und natürlichem Schatten“, mit dem Baupreis ausgezeichnet. 

Die Sanierung und Erweiterung des Stadtmuseums wurde in der Kategorie Öffentlicher Bau ausgezeichnet für sein „Eingliedern ins kleinteilige Altstadtgefüge, bei dem lediglich der ausgestellte Erker auf etwas Neues schließen lässt“. Neben diesen Preisträgern des Kaufbeurer Baupreises wurden auch mit Preisgeld ausgestattete Anerkennungen für weitere Bauprojekte vergeben. 

Im öffentlichen Bau erhielt der Neubau des Matthias-Lauber-Kinderhauses in der Bismarkstraße diese Anerkennung. Ebenso wurden auch in der Kategorie Gewerbebau der Umbau der Sparkassenhauptstelle mit der Wandlung von der Passage zum Forum und der Neubau des Kreativraums des Niedermeier Architektenbüros in der Adelindastraße, eine Anerkennungen ausgesprochen. 

Im Wohnungsbau wurde der ressourcenschonende Umbau eines Bauernhauses aus dem 17. Jahrhundert in der Tiroler Straße durch die Anerkennung geehrt. 

Alle Teilnehmer und Preisträger werden in einer ganztägigen Ausstellung im Spitalhof noch bis 13. November detailliert der Öffentlichkeit vorgestellt. Broschüren zur Ausstellung mit Auszügen der Begründungen für die Preisträger durch die Jury gibt es kostenlos im Kunsthaus und im Rathaus. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Tiny Schmauch (Kontrabass) & Pit Decker (Gitarre) mit „Autumn Leaves“.

von Wolfgang Krusche

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