Gewinner des Ideenwettbewerbs stehen fest

Kreiselkunst-Preisträger

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Die drei Preisträgerinnen (von rechts): Hannah Rembeck (1. Preis), Amelie Müller (2. Preis), Sabrina Schwemmer (3. Preis) mit den Modellen ihrer Entwürfe, die Glasstelen in Projektion im Hintergrund.

Kaufbeuren-Neugablonz – Die Gewinner des Ideenwettbewerbs für ein Mittelstück des 1990 entstandenen Neugablonzer Kreisels der Staatlichen Fachschule für Glas und Schmuck in Kooperation mit dem Stadtmarketing und dem Quartiersmanagement stehen fest.

Seit dem 24. Juni waren die eingereichten Entwürfe im Foyer der Stadtsparkasse am Neuen Markt und in der Fachschule zu besichtigen (wir berichteten). Vergangenen Woche konnten nun drei strahlende Fachschülerinnen die Preise für ihren Entwurf entgegennehmen, teilweise noch in der Arbeitsschürze direkt aus dem Unterricht, wohin sie nach der Preisverleihung zum Notenempfang wieder zurückgeschickt wurden.

Die siebenköpfige Jury hatte am 12. Juli keine leichte Aufgabe, aus den 23 qualitätsvollen Objekten mit viel intellektuellem Hintergrund von den Gold- und Silberschmieden sowie 8 ebenso attraktiven Glasstelen von den Glas- und Porzellanmalern die drei besten Ideen auszuwählen. Kriterien waren die künstlerische Qualität, die eindeutige, selbsterklärende Aussage, die nicht nur auf Schmuck, sondern auch auf Industrie in Neugablonz hinweisen sollte, die ansprechende Optik eines „Hinguckers“, die Verkehrstauglichkeit in einem Kreisel und nicht zuletzt die Realisier- und Finanzierbarkeit. Neugablonzer Unternehmer waren in der Jury ebenso vertreten wie das Siedlungswerk, das Stadtmarketing, der Bundesverband der Gablonzer Industrie, das Quartiersmanagement, der Baureferent von Marktoberdorf und ein Irseer Künstler.

In mehreren Durchgängen kristallisierte sich der Entwurf von Hannah Rembeck als Favorit heraus, die farbige Glasstäbe und Metallelemente in Mikadoform auf den Kreisel stellt: „Dieses Werk besitzt einen hohen ästhetischen Wert und wirkt sehr sympathisch, die Interpretation der Themenstellung ist geglückt. Das Objekt besitzt eine gute Fernwirkung und eine hohe Erkennbarkeit der Gablonzer Industrie und Bevölkerung. Die Arbeit kann noch detailliert werden, die Anzahl der Stäbe ist variabel“, urteilte die Jury.

Neben dem von der Firma Toni Klimm Modeaccessoires in Zellerberg gestifteten Geldpreis in Höhe von 500 Euro erhielt die Preisträgerin einen Blumenstrauß in den Neugablonzer Farben Grün-Weiß und eine Urkunde.

Auch die Zweit- und Drittplazierte erhielten je einen Geldpreis, Blumen und eine Urkunde. Amelie Müller errang für ihre farbigen Glasstelen mit dem Schriftzug „Willkommen“ in mehreren Sprachen den von der Firma Franz und Daniela Singer gestifteten zweiten Preis in Höhe von 300 Euro Der von der Firma Ferdinand Mikolasch gespendete dritte Preis in Höhe von 200 Euro wurde Sabrina Schwemmer zuerkannt für ihre Skulptur aus vielen bunten, kurzen Glasstäben, gefasst in einem Metallrahmen, der den Grundriss von Neugablonz darstellt.

Als „Rosenkavalier“ zur Überreichung der Blumen wurde spontan der eigentlich gar nicht in offizieller Funktion anwesende zweite Bürgermeister Gerhard Bucher verpflichtet. Alle übrigen TeilnehmerInnen – „es gibt keine Verlierer, alle Arbeiten sind super, aber wir haben halt bloß drei Preise“, meinte Sylwia Pohl – erhielten als Dank für ihr „Geburtstagsgeschenk“ vom Stadtmarketing durch Charlotte Brendel den neuen Stadtführer für Kaufbeuren und Neugablonz und vom Überraschungsgast Georg „Schorsch“ Ried den Film „Wege der Hoffnung“ überreicht. Der Film zeigt die Überwindung echter Perspektivlosigkeit, relativiert damit heutiges Jammern und vermittelt die Geschichte des Ortes, an dem die SchülerInnen einen wesentlichen Teil ihres jungen Lebens verbringen, während sie mit dem Stadtführer ihren Studienort aktuell kennenlernen können.

Nun braucht der Stadtrat den Siegerentwurf eigentlich nur noch „abzunicken“, da der bisherige Hinderungsgrund für eine schmucke Gestaltung des Kreisels, der chronische Geldmangel der Stadt, dank der Hartnäckigkeit von Charlotte Brendel vom Stadtmarketing nicht mehr ins Gewicht fällt: Brendel selbst hat so viele bereitwillige Sponsoren aktiviert, dass die Finanzierung zur Umsetzung des Siegerentwurfs auf jeden Fall gesichert ist.

von Ingrid Zasche

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