Probleme in der Grundschule

Breiten Raum nahm die Notwendigkeit von Jugendsozialarbeit an Grundschulen in der letzten Hauptausschusssitzung in Buchloe ein. Der Landkreis Ostallgäu hatte mitgeteilt, dass es sinnvoll wäre, eine halbe Stelle für die Grundschulen in Buchloe einzurichten. Eine staatliche Förderung ist normalerweise unter bestimmten Voraussetzungen möglich, jedoch im Doppel- haushalt 2011/2012 des Freistaates sind keine Mittel für neue Stellen in der Jugendsozialarbeit (JSA) vorgesehen. Dennoch haben sich Landkreis und Kommune durch steigende Probleme und Bedarf für Kinder im Grundschulbereich auf eine Finanzierung verständigt.

Die Förderrichtlinien des Freistaates setzen voraus, dass mindestens 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler an Grundschulen einen Migrationshintergrund haben müssen. Dieser Wert wird derzeitig nur an der Grundschule Füssen - Schwangau und an der Adalbert-Stifter-Grundschule in Marktoberdorf erreicht. Da im bayerischen Doppelhaushalt außerdem keine Mittel für neue JSA vorgesehen sind, ist eine Förderung nicht möglich. Des weiteren darf sich JSA nur mit sozial benachteiligten Kindern beschäftigen und pro Schule muss mindestens eine Stelle eingerichtet werden. Bedarf an Grundschulen Im Bereich der Grundschulen wird vonseiten des Jugendamtes und des Schulamtes jedoch ein Bedarf gesehen, und zwar in einem breiteren Spektrum, als die Förderrichtlinien des Sozialministeriums dies ermöglichen. Fachlich wäre es sinnvoll und notwendig, bereits ab der ersten Klasse eine verstärkt präventive sozialpädagogische Unterstützung anzubieten. Aber für alle Kinder, um Probleme Einzelner möglichst früh zu erkennen und angehen zu können. Der Landkreis beabsichtigt daher, unabhängig von einer Förderung, Schulsozial- arbeit an Grundschulen mit Mitteln des Bildungs- und Teilhabepaktes zu finanzieren und für Buchloe, Marktoberdorf und Füssen jeweils eine halbe Stelle einzurichten. Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Sachaufwandsträger der Schulen zu 50 Prozent an den Personalkosten beteiligen und den notwendigen Sachaufwand übernehmen. Alarmierende Probleme Die Palette der geschilderten Defizite ist alarmierend: fehlende Empathie und Wertevermittlung, Probleme im Umgang mit Aggressionen sowie das Einhalten von Regeln. Hinzu kommt eine zunehmende Erziehungsunfähigkeit, Hilflosigkeit und Unsicherheit seitens der Eltern. Der gemeinsam von Jugendamt und Schulamt erstellte Konzeptentwurf für JSA beinhaltet unter anderem die Förderung der sozialen Kompetenz mit der Vermittlung und Festigung von Werten sowie das Akzeptieren von Regelsystemen. Aber auch Einzelfallberatungen und präventive Maßnahmen sind als Inhalte verankert. Der Ausschuss befürwortete die Einrichtung einer halben Stelle und beschloss die Übernahme der Kosten von rund 12.000 Euro. Diese teilen sich aufgrund der Schülerzahlen an Meinrad-Spieß- und Comenius-Grundschule im Verhältnis 30/70 für die Stadt Buchloe und den Grundschulverband auf.

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