Podiumsdiskussion zum Thema Bildung im Landkreis Ostallgäu

Bildung betrifft nicht nur Schule

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Bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Warum Bildung“ entstanden einige Anregungen für Landrätin Maria Rita Zinnecker, die das Ostallgäu als Bildungsregion stärken will. Die Diskussionsteilnehmer von links nach rechts: Bernhard Auch (Gymnasium MOD), Matthias Fack (Präsident Bayerischer Jugendring), Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger, Moderatorin Bettina Ahne, Peter-Josef Paffen (AGCO/Fendt), Lena Schrecke (Gymnasium MOD).

Marktoberdorf – Als Bildungsregion in Bayern will der Landkreis das Bildungsangebot im Ostallgäu verbessern und einen gesellschaftlichen Diskurs über das Thema anregen.

Aus diesem Anlass hatte kürzlich Landrätin Maria Rita Zinnecker zur Podiumsdiskussion mit den Paten der Bildungsregion Ostallgäu in das Gymnasium Marktoberdorf eingeladen. Im März dieses Jahres wurde der Landkreis vom Kultusministerium als Bildungsregion in Bayern ausgezeichnet (wir berich- teten). 

Im Rahmen des Bewerbungsverfahrens für diese Auszeichnung sind Projekte und Maßnahmen zur Verbesserung des Bildungsangebots im Ostallgäu entstanden, die nun umgesetzt werden. „Wir sehen Bil- dung nicht als Schulbuchbildung, sondern als lebenslanges Lernen von der Wiege bis zur Bahre“, erklärte Zinnecker. 

Darüber hinaus will der Landkreis „das Thema Bildung allgemein im gesellschaftlichen Diskurs positionieren“. Um den Gegenstand in den Blickpunkt des gesellschaftlichen Interesses zu rücken, lud der Landkreis zur Podiumsdiskussion mit den Paten der Bildungsregion, Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger, Präsident des Bayerischen Jugendrings Matthias Fack und mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung AGCO/Fendt Peter-Josef Paffen ein. Weitere Gesprächsteilnehmer waren Lena Schrecke und Bernhard Auch, die als Schüler des Gymnasiums Marktoberdorf stellvertretend die Empfänger klassischer institutionalisierter Bildung an den Schulen vertraten. 

Neben der Frage „Warum Bildung?“, unter deren Motto die Diskussionsrunde stand, beschäftigte die Teilnehmer vor allem die Frage „Was zeichnet gute Bildung aus?“ und die ganz elementare Frage danach, was überhaupt unter dem Begriff „Bildung“ zu verstehen ist. Die von Gesprächsleiterin Bettina Ahne, BR-Radiomoderatorin, in den Raum geworfenen Begriffe „Herzensbildung, Erwachsenenbildung oder Charakterbildung“ zeigten, dass „Bildung“ ein weites Feld ist, das nicht nur klassische Bildungseinrichtungen wie die Schule betrifft und längst nicht mit dem Verlassen der Schule endet. 

Peter-Josef Paffen merkte an, dass neben guten Noten auch soziale Kompetenzen und der Charakter zählen. Ein höfliches und gepflegtes Auftreten, gesellschaftliche Aktivität oder soziales Engagement hätten in seinem Unternehmen schon manches Rennen um einen Ausbildungsplatz entschieden. Obwohl die heutige Gesellschaft sich laut Losinger immer weiter zur „Wissensgesellschaft“ entwickle, herrschte bei den Diskussionsteilnehmern Einigkeit darüber, dass die sogenannten „Soft Skills“ in der Bildungsdiskussion lange Zeit ein Randthema darstellten und – neben einer soliden Allgemeinbildung – stärker in den Mittelpunkt rücken sollten. 

Vor allem auch der Bereich der informellen Bildung werde nach wie vor vernachlässigt, obwohl ein Großteil der Bildung hier stattfinde – sei es im Sport, in den Vereinen oder im Gespräch mit Freunden, so Fack. Die Gebiete „Erwachsenenbildung“, „Fort- und Weiterbildung“ und „frühkindliche Bildung“ würden erst seit kurzem zunehmend als eigenständige Bildungssparten entdeckt; auch hier stecke enormes Potenzial. 

Die Gesprächsteilnehmer der Podiumsdiskussion warfen freilich mehr Fragen auf, als sie beantworten konnten. Die angesprochenen Bildungsbereiche in Zukunft auszubauen, beziehungsweise weiter zu stärken, wird nun Aufgabe des Landkreises als „Bildungsregion“ sein. von Sabrina Hartmann

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